Tragödie in Florida Massenschießerei in Jacksonville: Drei Tote bei Videospiel-Turnier

Von dpa

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Einheiten der Polizei sind außerhalb des Gebäudes "Jacksonville Landing" im Einsatz. Foto: dpa/Laura HealdEinheiten der Polizei sind außerhalb des Gebäudes "Jacksonville Landing" im Einsatz. Foto: dpa/Laura Heald

Jacksonville. Bei einem Gamer-Treffen in Florida fallen Schüsse. Zwei Menschen sterben, auch der mutmaßliche Schütze ist tot. In einem Video sind die Schüsse zu hören.

Ein Mann hat bei einem Videospiel-Turnier im US-Bundesstaat Florida das Feuer eröffnet und zwei Menschen getötet. Auch der mutmaßliche Schütze selbst ist tot, wie die Polizei der Stadt Jacksonville am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Der Mann habe sich erschossen, sagte Sheriff Mike Williams. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei ihm um einen 24-jährigen Weißen aus der rund 1000 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Baltimore handelt. Er sei wegen des Turniers in Jacksonville gewesen, sagte Williams. Das Motiv war zunächst unklar. Weitere Verdächtige gab es demnach nicht.

Mehrere Verletzte durch Schießerei

Die Tat ereignete sich in dem Einkaufs- und Vergnügungszentrum "The Landing" im Zentrum von Jacksonville. Der Mann eröffnete das Feuer während eines "Madden 19"-Turniers, dabei messen sich Videospieler virtuell in einem American-Football-Spiel. Auf einem Video, das von dem Wettbewerb stammen soll, hört man im Hintergrund Schüsse und Schreie.

Laut Medienberichten wurde das Haus des mutmaßlichen Täters in Baltimore durchsucht. Der Schütze habe mindestens eine Pistole benutzt, zitierte CNN Sheriff Mike Williams. Laut dem Sender habe der Verdächtige 2017 ein "Madden"-Turnier gewonnen.

Elf Menschen wurden bei dem Vorfall verletzt: Neun von ihnen wurden von Schüssen getroffen, zwei weitere Personen zogen sich Verletzungen zu, als sie flüchteten. Laut der "New York Times" sind die Verletzten zwischen 20 und 35 Jahre alt. Sie wurden in unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt. Der Gesundheitszustand eines Patienten sei ernst, alle seien aber stabil, zitiert die Zeitung den Sprecher des Krankenhauses UF Health in Jacksonville, Dan Leveton. Der am schwersten Verletzte sei in die Brust geschossen worden, sagte eine Chirurgin des Krankenhauses.

Die Polizei forderte die Menschen, die sich noch in dem Gebäude befanden, via Twitter auf: "Bleiben Sie ruhig, bleiben Sie, wo Sie sind. Spezialkräfte durchsuchen 'The Landing' systematisch. Wir holen Sie da raus. Rennen Sie bitte nicht auf uns zu. Wenn Sie sich in 'The Landing' verstecken, wählen Sie den Notruf."

Das Einkaufs- und Vergnügungszentrum mit dem Namen "The Landing" befindet sich im Zentrum der Stadt am St. Johns Fluss. Dazu gehören laut Webseite zahlreiche Restaurants und eine Shoppingmall. Jacksonville liegt im Norden Floridas und hat rund 880.000 Einwohner.

Ein Vertreter eines professionellen Videospiel-Teams erklärte, einer seiner Spieler sei bei dem Turnier in Jacksonville gewesen, zum Glück aber nur leicht verletzt worden. Dem Tweet zufolge wurde der Gamer Drini Gjoka bei der Schießerei an der Hand getroffen. Er selbst berichtete auf Twitter: "Ich hatte so ein Glück. Die Kugel traf meinen Daumen." Er wolle ab sofort nichts in seinem Leben mehr für selbstverständlich halten, so Gjoka in einem späteren Tweet.

Ein Video einer amerikanischen Journalistin zeigt die Absperrung der Polizei rund um das Einkaufszentrum in Jacksonville.

Florida war am 14. Februar Schauplatz eines Blutbades mit 17 Toten. An der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland erschoss ein 19-Jähriger damals 14 Jugendliche und 3 Erwachsene. Nach der Tat kam es landesweit zu zahlreichen Demonstrationen. Präsident Donald Trump stellte nach dem Massaker eine Verschärfung der Waffengesetze in Aussicht, rückte aber später wieder davon ab. Dafür wurde er scharf kritisiert.

Der Präsident wurde am Sonntag über den tödlichen Vorfall in Jacksonville unterrichtet, wie seine Sprecherin Sarah Sanders mitteilte. Eine Reaktion von Trump gab es zunächst nicht.


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