Er wurde 80 Jahre alt Adieu, „DTH“: Moderatoren-Legende Dieter Thomas Heck ist tot

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Er war auch immer für die gute Sache unterwegs: Dieter Thomas Heck hatte auch ein Herz für Kinder. Foto: dpa/von MaydellEr war auch immer für die gute Sache unterwegs: Dieter Thomas Heck hatte auch ein Herz für Kinder. Foto: dpa/von Maydell 

Osnabrück/Berlin. Die Moderatoren-Legende Dieter Thomas Heck lebt nicht mehr: Der langjährige Präsentator der „Hitparade“ im ZDF starb am Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie der Medienanwalt Christian Schertz am Freitagabend im Namen der Familie in Berlin mitteilte.

Weitere Einzelheiten nannte Schertz nicht. „DTH“ hatte allerdings schon seit längerer Zeit mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Das Herz, die Lunge, dazu Diabetes – Heck konnte am 29. Dezember 2017 schon seinen 80. Geburtstag nicht mehr so feiern, wie er es sich gewünscht hätte. Seine Ehefrau Ragnhild, die er liebevoll immer nur „Hildchen“ rief, bat zum Jahreswechsel einfach nur darum, auf große Geschenke für ihren Ehemann zu verzichten. Stattdessen sollte jeder lieber die Welthungerhilfe unterstützen. Eine Herzensangelegenheit des Entertainers. Öffentliche Auftritte im deutschen Fernsehen waren schon vor seinem 80. Geburtstag kaum mehr möglich. Zu groß wären die Anstrengungen gewesen, wenn Heck aus dem spanischen Águilas, seinem Alterswohnsitz, hätte anreisen müssen.

„Nach dem Bade Hitparade“

Die jüngeren Leser werden sich an dieser Stelle erst einmal fragen, wer denn dieser Dieter Thomas Heck überhaupt war. Ganz einfach: So, wie heute ein Mark Forster oder die Lochis Millionen von Menschen mobilisieren, lockte damals der in Flensburg geborene Heck die Menschen vor die TV-Geräte. Seine „Hitparade“ war Kult. Derart kultig, dass in vielen Familien am Samstagabend nur ein Motto galt: „Nach dem Bade Hitparade“. Will heißen: Erst zum Wochenende in die Badewanne, dann mit frisch geschmierten Butterbroten ab vor den Fernseher. Ein Auftritt in der „Hitparade“, Hecks Erfindung, war für jeden Künstler ein besonderer Ritterschlag. Am Montag nach der Sendung stürmten die Menschen in die Plattenläden, um die Schallplatten der Künstler zu kaufen.

Heck moderierte „sein Baby“ zwischen 1969 und 1984 insgesamt 183-mal. Danach versuchten sich die Nachfolger Viktor Worms und Uwe Hübner. Ohne Erfolg. Denn ohne „Mister Hitparade“ versank das Format in die Bedeutungslosigkeit. Heck blieb dem Publikum noch einige Jahre mit Sendungen wie „Die Pyramide“, „Melodien für Millionen“ oder „Musik liegt in der Luft“ erhalten.

Mit Heck unterwegs

Schnellsprecher „DTH“, der als Carl-Dieter Heckscher das Licht der Welt erblickte, war früher in der Autobranche tätig. Und so hatte der Autor dieser Zeilen in der Vergangenheit auch die Gelegenheit, als Chauffeur von Heck zu fungieren. Während der Fahrt plauderte er mit Vorliebe über die Vor- und Nachteile des ihn gerade transportierenden Vehikels. Ein unvergessenes Benzingespräch.

Nun ja, und wer die Ehre hatte, mit der Fernsehlegende noch viele weitere tiefe Gespräche führen zu dürfen, dem verriet „DTH“ auch manche Anekdote. Er machte auch kein Geheimnis daraus, dass ihm im Alter die Show- und Glitzerwelt doch manchmal arg fehle. Sein Gegenmittel in Spanien: Er nutzte seine lange Treppe auf seinem Anwesen einfach als Showtreppe, schritt herab – und sagte zu seinen unten wartenden Hunden: „Guten Morgen, meine Damen und Herren.“ Adieu, „DTH“.


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