Nach Einsturz der Autobahnbrücke "Echtes Wunder": Ex-Profi-Torwart überlebt Katastrophe von Genua

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Der ehemalige Profi-Torwart Davide Capello überlebte die Katastrophe von Genua. Fotos: imago/buzzi - picture alliance/Luca Zennaro/ANSA/AP/dpaDer ehemalige Profi-Torwart Davide Capello überlebte die Katastrophe von Genua. Fotos: imago/buzzi - picture alliance/Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa

Genua. Davide Capello stürzte mit seinem Wagen von der Autobahnbrücke in Genua – und überlebte. Der Italiener schilderte später die Sekunden des Unglücks.

Mindestens 37 Todesopfer hat der fatale Brückeneinsturz von Genua nach offiziellen Angaben bislang gekostet – doch bei aller Dramatik und Trauer mischten sich am Mittwoch auch herzergreifende Szenen in die düstere Szenerie rund um die eingestürzte Autobahnbrücke in Genua.

So machte am Abend die Geschichte eines Mannes die Runde, der die Katastrophe wie durch ein Wunder überlebte: Davide Capello, 33 Jahre alt, Feuerwehrmann und vor ein paar Jahren als Fußball-Profi aktiv.

Capello hörte "dumpfes Geräusch"

Capello schilderte zahlreichen Reportern vom Krankenbett aus seine unglaubliche Geschichte. Wie er am Dienstagvormittag wie so oft mit seinem Auto auf der A10 entlang fuhr, wie er das Polcevera-Viadukt passierte und sein Leben plötzlich, von einem Augenblick auf den nächsten, zu Ende zu gehen drohte. "Ich habe ein dumpfes Geräusch gehört und plötzlich sah ich, wie die Straße bergab ging – und ich mit ihr", erzählte Capello im Krankenhaus, umringt von zahlreichen Reportern.



"Ich war auf dem Weg nach Genua, ich war auf der Brücke. Alles ging so schnell. Ich saß im Auto und stürzte nach unten, vielleicht 30 oder 40 Meter." Vermutlich war es nicht ganz so viel – weshalb der Mann das Desaster überhaupt überlebte. 



Denn sein Wagen blieb auf dem Weg in die Tiefe zwischen Säulen und Trümmern stecken, hakte sich irgendwo und irgendwie ein - und Davide Capello lebte. Äußerlich unversehrt, aber unter Schock stehend.



"Es war ein Gefühl wie in einer Achterbahn, ich dachte, ich würde sterben", so Capello, der einst als Torwart für Cagliari Calcio zwei Spiele in der italienischen Serie B absolvierte. Und der sich wundert, wie er diesen Unfall überlebt hat. "Ich weiß nicht, warum mein Auto nicht zerquetscht wurde."

"Ich fühlte mich völlig desorientiert"

Stattdessen kam schnell Rettung. Capello spürte zwei Hände, die nach ihm griffen und ihn aus dem Auto zerrten. Ein Feuerwehrmann, ein Kollege, befreite ihn. Capello stand unter Schock, taumelte desorientiert zwischen Helfern und Einsatzkräften umher. "Ich schaffte es herauszukommen und ich ging einfach weg. Ich war benommen. Es regnete weiter und um mich herum hörte ich Schreie und Stöhnen, ich wollte auch helfen, aber ich fühlte mich völlig desorientiert."

Ein kurzer Anruf bei seinem Vater, dem er die kurz zuvor erlebten, unglaublich erscheinenden Momente schilderte. Dann kam Capello in die Obhut von Sanitätern und wurde ins Krankenhaus gebracht, von wo aus sich seine Geschichte rasend schnell verbreitete. Capello: "Es war wie eine apokalyptische Filmszene. Ich kann mich nur sehr glücklich schätzen, es war ein echtes Wunder."





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