#neinzurassismus Nach Kritik: Astra entfernt rassistische Werbung auf St. Pauli

Von dpa

Unter anderem in der Nähe der Hamburger Reeperbahn hing eines der Werbeplakate. Foto: dpa/Axel HeimkenUnter anderem in der Nähe der Hamburger Reeperbahn hing eines der Werbeplakate. Foto: dpa/Axel Heimken

Hamburg. Die Carlsberg-Brauerei will Werbeplakate in Hamburg wieder abnehmen, das auf wenig Verständnis stieß. Kritik kam unter anderem vom FC St. Pauli, der von Astra gesponsert wird.

Nach Rassismusvorwürfen hat die Carlsberg-Brauerei eine Werbekampagne für ihre Hamburger Marke Astra Bier gestoppt. Mit dem Plakat, das einen Bierdosen anbietenden Mann offensichtlich indisch-pakistanischer Herkunft mit gelbem Zitronen-Bikinioberteil und geschupptem Nixenschwanz zeigt, habe man augenzwinkernd auf St.-Pauli-Klischees anspielen wollen, sagte Carlsberg-Sprecherin Linda Hasselmann am Donnerstag. Das Bild solle an einen Rosenverkäufer erinnern. "Wolle Dose kaufen?" ist auf dem Plakat zu lesen. 

Der FC St. Pauli zeigte für die Aktion eines seiner Sponsoren wenig Verständnis. "Astra, wir haben was dagegen! Rassismus ist nicht lustig und nicht akzeptabel", twitterte der Fußball-Zweitligist. Im Netz sorgte der Tweet mit dem Hashtag #neinzurassismus für ein geteiltes Echo.

Hasselmann wies jeden Rassismusverdacht im Zusammenhang mit Astra weit von sich. Die Kampagnen gingen zwar an Grenzen, seien aber stets "lustig und liebevoll und nicht ernst und beleidigend" zu verstehen. Das sei in diesem Fall offensichtlich nicht geglückt. Deshalb würden vier bereits aufgehängte Großplakate in den Stadtteilen St. Pauli, Altona und Eppendorf wieder abgehängt. Der Start einer ursprünglich für Freitag geplanten Kampagne mit kleineren Plakaten an Hamburger Bushaltestellen und Lichtsäulen wurde abgesagt.

Auf Facebook schreibt Astra unter anderem: "Unsere Art, wie wir die Dinge angehen, ist sicher nicht die Weichspüler-Werbevariante – aber Astra wäre nicht Astra, wenn wir nicht auch mal anecken. Trotz allem bedauern wir, wenn das ausgewählte Motiv für manche von euch die Linie einen Fußtritt zu weit überschritten und euch im Ergebnis verärgert hat. Wie durchlässig diese Grenze zum rassistischen Klischee ist, haben wir durch eure Reaktionen gemerkt. Denn das Plakat ist in den Augen vieler von euch der Vielfältigkeit und bunten Gleichberechtigung unserer Gesellschaft, an die Astra zutiefst glaubt, nicht gerecht geworden. Wir wollen sympathisch, einladend, kauzig, eigen, humorvoll und eben Hamburg sein. Hier ist uns das nicht geglückt. Daher entschuldigen wir uns für den Unmut, den wir mit dieser Idee bei euch verursacht haben und stoppen die Kampagne, um intensiv an einem angemessenen neuen Motiv zu arbeiten."


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN