Verletzte durch umstürzende Bäume Unwetter stören Bahnverkehr im Norden Deutschlands erheblich

Von dpa

Gewitter haben in vielen Regionen Deutschlands zu Sperrungen und erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. Foto: dpaGewitter haben in vielen Regionen Deutschlands zu Sperrungen und erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. Foto: dpa

Berlin. Das Gewittertief „Nadine“ hat am Donnerstagabend über Teilen Norddeutschlands für Chaos gesorgt. Bäume fielen um, blockierten unter anderem viele Bahngleise und brachten zahlreiche Züge zum Stehen.

Hunderte Bahnreisende brauchten viel Geduld. Auch Ziegel flogen von Dächern und Keller liefen voll. In Hamburg wurden drei Menschen verletzt: Im Stadtteil Harburg wurden zwei Jugendliche von einem umstürzenden Baum getroffen, im Stadtteil Eißendorf wurde ein Mann ebenfalls durch einem Baum verletzt.

Die Hamburger Berufswehren wurden durch 45 Freiwillige Feuerwehren unterstützt, sagte Pressesprecher Thorsten Wessely. Bis 20 Uhr mussten die Rettungskräfte 122 Mal ausrücken, weil Bäume umgefallen waren oder Ziegel von den Dächern zu fallen drohten. Vier Keller waren mit Wasser voll gelaufen, ein Segelboot auf der Außenalster gekentert.

Schleswig-Holstein kommt glimpflich davon

Zudem war der Betrieb der U- und S-Bahnen behindert. In Hamburg waren die Linien S1, S3 und U3 zeitweise unterbrochen. Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen. Auf dem Hamburger Dom stoppten während des Unwetters die Bahnen für eine Stunde.

In Schleswig-Holstein mussten die Feuerwehren besonders an der Westküste zu umgestürzten Bäumen ausrücken und Keller leer pumpen. Die Autobahn 23 wurde im Bereich Heide gesperrt, da diverse Bäume dort umgestürzt waren. Grundsätzlich kam Schleswig-Holstein nach einem ersten Überblick jedoch glimpflich davon. „Die Gewitterfront ist einmal schnell rüber gezogen“, sagte eine Sprecherin des Lagedienstes in Kiel. Verletzte gab es den Erkenntnissen zufolge nicht.

Fahrpläne durcheinandergewirbelt

Das Gewittertief wirbelte am Donnerstagabend die Fahrpläne der Bahn mächtig durcheinander. Zahlreiche Strecken im Norden Deutschlands mussten gesperrt werden. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen im Nah- und Fernverkehr. Viele Züge wurden an Bahnhöfen zurückgehalten, damit sie nicht auf freier Strecke zum Stehen kommen, teilte die Bahn mit. Für Reisende, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, wurden an mehreren Bahnhöfen Aufenthaltszüge bereit gestellt.

Gesperrt waren am Abend die Fernverkehr-Strecken Hannover - Hamburg - Kiel, Hannover - Bremen - Norddeich, Osnabrück - Bremen - Hamburg, Hamburg - Berlin, Hamburg - Stralsund, Dortmund - Hamm(W) - Bielefeld, Hannover - Berlin, Hannover - Osnabrück - (Amsterdam), und Soest - Altenbeken.

Bei den Regional-Zügen waren die Strecken des RE 1 (Hannover - Bremen - Oldenburg - Leer - Emden - Norddeich-Mole), RE 8 (Hannover - Bremen - Bremerhaven-Lehe) und RB 46 (Braunschweig - Salzgitter-Ringelheim - Seesen - Herzberg) gesperrt beziehungsweise stark beeinträchtigt, teilte die Bahn im Internet.


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