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Anschläge vom 11. September Terrorhelfer El Motassadeq soll vorzeitig freikommen – für Abschiebung

Von Maximilian Matthies und dpa

Mounir El Motassadeq im Hamburger Gerichtssaal. Foto: dpa/Christian CharisiusMounir El Motassadeq im Hamburger Gerichtssaal. Foto: dpa/Christian Charisius

Hamburg. Mounir El Motassadeq sitzt eine Haftstrafe ab, nachdem er wegen Beihilfe zu 246-fachem Mord verurteilt worden war.

Mounir El Motassadeq ist einer der Terrorhelfer der Anschläge vom 11. September 2001. Er sitzt im Hamburger Gefängnis Santa Fu ein – aber wohl nicht mehr lange. 

Statt im November wird der 44-Jährige nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe nun Mitte Oktober aus der Justizvollzugsanstalt Hamburg-Fuhlsbüttel entlassen. "Wir haben auf die Vollstreckung der letzten Wochen seiner Haftstrafe verzichtet, aber nur unter der Bedingung, dass er nach Marokko abgeschoben wird", sagte Sprecherin Frauke Köhler der Deutschen Presse-Agentur. "Diese Vorgehensweise gibt uns die Möglichkeit, ihn umgehend zu verhaften, sollte er wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen." 

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über die vorzeitige Haftentlassung berichtet.

El Motassadeq wurde in Marokko geboren und hat dort auch Frau und Kinder. Er war einer der ersten verurteilten Terrorhelfer der Anschläge vom 11. September. Die Bundesanwaltschaft sah ihn in die Attentatsvorbereitungen um Mohammed Atta eingebunden. 

Motassadeq war Mitglied der sogenannten "Hamburger Zelle" um den Todespiloten Mohammed Atta, der eines der Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center gesteuert hatte. Der Hamburger Gruppe gehörten noch zwei weitere der insgesamt vier 9/11-Terrorpiloten und neben El Motassadeq noch mindestens fünf Unterstützer an.

Nach jahrelangem Prozess wurde El Motassadeq wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen verurteilt.

Eigentlich hätte Motassadeqs Haftsstrafe erst am 19. Januar 2019 geendet. 2014 hatte der Bundesgerichtshof noch einen Antrag auf vorzeitige Entlassung verworfen, Begründung: Er sei weiterhin gefährlich.


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