Weltkatzentag 2018 Deshalb haben Männer mit Katzenvideos bessere Chancen bei Frauen

Von Tobias Bosse

Katzen sind die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Die Gründe dafür sind evolutionär. Foto: dpaKatzen sind die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Die Gründe dafür sind evolutionär. Foto: dpa

Hamburg. Lang lebe die Katze: Ein Medienpsychologe erklärt, warum Cat-Content seine ganz eigenen Wirkungsmechanismen beim Menschen hat.

Sie ist des Deutschen liebstes Haustier – die Katze. Insgesamt leben nach Angaben von Statista 13,7 Millionen Katzen in deutschen Haushalten und somit 4,5 Millionen mehr als Hunde. Aber nicht nur in den heimischen vier Wänden sind die Stubentiger allgegenwärtig, sondern auch und vor allem im Internet. Seit Jahren kontrolliert Cat-Content die virtuelle Welt. Aber wieso? Was macht uns Menschen so unglaublich süchtig nach Katzen-Videos jeglicher Art? Wir haben den heutigen Weltkatzentag zum Anlass genommen, um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen.

Evolutionäre Gründe

Die Gründe dafür, dass "Grumpy-Cat" & Co. so beliebt sind, sind relativ simpel und dennoch können wir uns ihnen kaum erwehren, sagt Dr. Frank Schwab, Leiter des Lehrstuhls für Medienpsychologie an der Universität Würzburg: "Die Katze ist ein Haustier, das seit mehr als tausend Jahren mit dem Menschen zusammengewachsen ist. Im Laufe dieser Zeit sind Katzen immer niedlicher geworden."

Das habe evolutionäre Gründe, sagt Schwab. Demnach hätten Katzenhalter in der Vergangenheit niedliche Katzen beim Füttern bevorzugt, was zu einer wachsenden Verniedlichung der flauschigen Vierbeiner führte. "Mit ihren großen Augen, der kleinen Stirn, dem süßen Bewegungsmuster und der putzigen Nase ähneln diese kleinen Säugetiere unseren Kindern sehr stark. Und weil der Mensch als Spezies sehr viel in seine Nachkommenschaft investiert, wenden wir dieses fürsorgliche Verhalten unterbewusst auch auf Katzen an", erklärt Schwab. 

"Männer, die Katzenvideos verschicken, wirken beziehungstauglicher"

Mit diesen Erkenntnissen lasse sich für Männer sogar die Partnersuche optimieren, führt Schwab mit einem Verweis auf eigene Studien aus: "Wir haben herausgefunden, dass Männer, die süße Katzenvideos an Frauen verschicken, besser Chancen bei diesen haben, weil sie dadurch beziehungstauglicher auf die Frauen wirken." Denn die meisten Menschen freuen sich über die Bilder von niedlichen Katzen, "weil das zur Ausschüttung von Glückshormonen führe", sagt Schwab. Gleiches belegt auch eine Studie der Indiana University Media School, die dafür rund 7000 Menschen zu ihren Gefühlen beim Ansehen von Katzenvideos befragt hat. 



Derselben Stimulation würden sich auch die Medien bedienen. "Es ist schneller, billiger Inhalt, der fast immer eine große Viralität im Netz entwickelt und fast jedem Menschen zugänglich ist. Demnach ist es ein Geschenk für Medien und keine Überraschung, dass es so lange und so häufig verwendet wird", meint Schwab. 

Ein weiterer Grund ist die Vielfalt. Es kursieren unfassbar viele Katzenvideos im Internet und es werden immer mehr. Die liege daran, dass Katzenhalter ihre Miezekatzen so behandeln wie ihre Babies, sagt Schwab und ergänzt: "Während Eltern Videos von ihren Kindern ins Internet stellen, um sie ihren Freunden zu präsentieren, machen Katzenhalter dasselbe. Hinzu kommt der Aspekt, dass sie im Gegensatz zu Eltern oder Hundebesitzern nicht mit ihren Lieblingen Spazieren gehen können, um sie der Öffentlichkeit zu zeigen. Dafür muss dann ein perfekt inszeniertes Video im Internet herhalten."

Hunde erfüllen eine andere Funktion

Nun könnte man annehmen, dass selbiges auch für des "Menschen besten Freund", den Hund, gilt und könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt liegen, sagt Schwab: "Hunde erfüllen eine andere Funktion beim Menschen und im Haushalt. Sie wachen, beschützen oder hüten. Durch ihre vielen großen Zähne wirken sie eher bedrohlich-gefährlich." Einzige Ausnahme seien kleine, schnauzenreduzierte Hunde, die so gezüchtet wurden, wie Mopse oder französische Bulldoggen.

Alles in allem fällt es dem Menschen einfach sehr schwer sich gegen der Niedlichkeit von Katzen zu wehren oder sich vor digitalen Inhalten wie Katzenvideos zu verschließen und das wird sich auch auf absehbare Zeit wohl nicht ändern.  

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