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Zweiter Unfall in zwei Tagen 20 Tote bei Flugzeugabsturz in der Schweiz – keine Blackbox

Von dpa

In den Schweizer Alpen ist ein Flugzeug abgestürzt. Insgesamt kamen bei dem Unglück 20 Menschen ums Leben. Archivfoto: picture alliance / Olivier Maire/KEYSTONE/dpaIn den Schweizer Alpen ist ein Flugzeug abgestürzt. Insgesamt kamen bei dem Unglück 20 Menschen ums Leben. Archivfoto: picture alliance / Olivier Maire/KEYSTONE/dpa

Bern. Nach dem Flugzeugabsturz in der Schweiz haben die Ermittler wenige Anhaltspunkte für ihre Suche nach den Gründen. Die Maschine war alt und hatte keine modernen Geräte wie eine Blackbox an Bord.

Nach dem Flugzeugabsturz in den Schweizer Alpen mit 20 Toten wartet auf die Unglücksermittler eine schwierige Aufgabe. Anders als moderne Flugzeuge hatte die 79 Jahre alte Maschine vom Typ Junkers Ju-52 keine Blackbox an Bord. Zudem gibt es in Bergtälern wie dem, wo die Maschine abstürzte, nur wenige Radaraufzeichnungen, wie der Unfallermittler der Sicherheitsuntersuchungsstelle berichtete. 

Damit gibt es keine technischen Aufzeichnungen zu dem Unglücksflug, die den Experten beim Erkunden der Absturzursache helfen könnten. Die beiden Piloten sowie die anderen 18 Menschen in der Maschine kamen bei dem Unglück am Samstag ums Leben. Die Oldtimer-Flüge mit der "Tante Ju", wie die Maschine genannt wird, sind in der Schweiz beliebt. Mehr als 14.000 Passagiere hat die Fluggesellschaft Ju-Air in 35 Jahren bei Rundflügen über die Alpen geflogen.

Ju-Air gehört einem Verein von Flugenthusiasten, die seit 35 Jahren ohne tödliche Unfälle touristische Rundflüge anbieten. Er hatte bislang drei Maschinen. Das Unglück ereignete sich am Berg Piz Segnas etwa 100 Kilometer südöstlich von Zürich.

Ursachensuche

Die Absturzstelle lag am Berg Piz Segnas in einem Wandergebiet auf mehr als 2500 Metern Höhe. Der 3098 Meter hohe Piz Segnas liegt etwa 100 Kilometer südöstlich von Zürich.

Als Unglücksursachen kommen bei Flugzeugabstürzen in der Regel technische Mängel, menschliches Versagen oder äußere Umstände in Frage. Technische Mängel schließt der Verein eigentlich aus: Das Flugzeug sei seit der letzten Wartung ohne jegliche Mängel erst fünf Stunden geflogen. Auch das Alter der Maschine spielt nach Angaben des Flugermittlers keine Rolle. "Wenn sie richtig gewartet wird, kann sie betrieben werden", sagt Daniel Knecht von der Unglücksuntersuchung.

Erfahrener Pilot

Menschliches Versagen hält der Gründer des Vereins ebenfalls für unwahrscheinlich, da sowohl der 62-jährige Pilot als auch der 63-jährige Copilot mehr als 30 Jahre Erfahrung bei der Luftwaffe und in der Zivilluftfahrt hatten. Eine Kollision mit Kabeln oder anderen Hindernissen oder Fremdeinwirkung von außen haben die Ermittler auch schon praktisch ausgeschlossen, wie Knecht sagte.

Dieses von Ju-Air zur Verfügung gestellte Foto zeigt drei Flugzeuge vom Typ Junkers JU-52-Flugzeuge in der Luft. Foto: dpa/JU-AIR

Bleibt die Hitze. Bei hohen Temperaturen ist die Luft dünner und das Fliegen anspruchsvoller, weil etwa beim Starten oder in den Kurven weniger Leistung zur Verfügung steht, wie Knecht erklärte. Erfahrene Piloten könnten damit aber umgehen. Die Ermittler werden untersuchen, ob das seit Tagen anhaltende Wetter mit den hohen Temperaturen eine Rolle spielte. "Wir schließen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts aus", sagte Knecht am Sonntag bei einer Pressekonferenz.

Vorschriftsgemäß gewartet 

Das in Dessau (Sachsen-Anhalt) gebaute Flugzeug war Baujahr 1939 und damit 79 Jahre alt. Das Alter an sich sei kein Alarmzeichen, sagte Knecht. Die Maschine war nach Angaben von Waldmeier mehr als 10.000 Stunden geflogen. "Das Alter einer Maschine steht in keinem Zusammenhang mit der Gefährlichkeit (eines Fluges)", sagte Knecht. "Wenn die Maschine richtig gewartet wird, kann sie auch betrieben werden." 

Nach Angaben von Waldmeier wurden die drei Maschinen bei Ju-Air alle 35 Stunden gewartet. Die Unglücksmaschine sei erst Ende Juli in der Wartung gewesen und habe seitdem fünf Flugstunden absolviert. "Es sind uns keine technischen Probleme an diesem Flugzeug bekannt", sagte er. "Wie es zu diesem Unglück kam, können wir uns nicht erklären." 

Am Samstagmorgen war bei Hergiswil – rund zehn Kilometer südlich von Luzern am Vierwaldstättersee – bereits ein Flugzeug abgestürzt. Eine vierköpfige Familie aus der Region mit zwei minderjährigen Kindern kam dabei ums Leben, wie die Polizei in Nidwalden berichtete.


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