Bisher 280 Tote in 2018 Ungesicherte Badestellen werden zur Todesfalle

Von dpa und jkk

Viele Badestellen sind nicht beaufsichtigt. Foto: Philipp Schulze/dpaViele Badestellen sind nicht beaufsichtigt. Foto: Philipp Schulze/dpa

Scharbeutz. Bereits jetzt starben mehr Menschen als im Vorjahreszeitraum – laut DLRG sorgt vor allem das Wetter dafür.

Der frühe Sommer hat in Deutschland zu einem Anstieg der tödlichen Badeunfälle geführt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 280 Menschen ertrunken, 38 mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) am Freitag in Scharbeutz mit. 

Die meisten Menschen seien an ungesicherten Badestellen im Binnenland ertrunken, sagte Pressesprecher Achim Wiese. Wie im Vorjahr ertranken auch 2018 die meisten Menschen, nämlich 45, in Bayern. In den ersten sieben Monaten 2017 waren dort 49 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. 

In Niedersachsen waren es 36 Menschen. Zudem sind in der noch nicht erfassten letzten Juliwoche fünf weitere Menschen gestorben. Im Vorjahr wurden bis zum 1. August 38 tödliche Badeunfälle registriert.

Insbesondere Kinder immer wieder in Gefahr

Für Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, steht fest: Vor allem die Eltern sind gefragt, besser auf ihre Kinder aufzupassen. „Eines nachgelassen: die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten“, sagte er kürzlich dieser Redaktion. Früher hätten Eltern und Großeltern öfter zusammen mit den Kindern im Becken Zeit verbracht, das sei inzwischen aber anders: „Immer mehr Eltern schauen auf ihr Smartphone und nicht mehr nach links oder rechts und schon gar nicht nach ihren Kindern. Es ist traurig, dass die Eltern sich heute so nachlässig benehmen.“

Sorge bereite auch, dass immer weniger Kinder richtig schwimmen können. „Das gerät aber in den Hintergrund, wenn Familien einfach ihre Kinder nicht in Schwimmkurse schicken oder sich solche Kurse nicht leisten können“, sagte Harzheim. Knapp die Hälfte der Fünftklässler können laut seinen Angaben nicht sicher oder gar nicht schwimmen. „Diese Entwicklung wird verstärkt durch die vielen Flüchtlingsfamilien, die zahlreich zum Baden kommen, aber oftmals nicht schwimmen können.“

Auch die DLRG fordert bessere Bedingungen für den Schwimmunterricht gefordert. Wichtig seien eine gute Infrastruktur mit Hallen- und Freibädern und ausreichend Zeiten für Schwimmkurse, sagte Nico Reiners vom DLRG-Landesverband Niedersachsen.


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