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Nach Geiselnahme in Erfurt Polizei sucht jetzt bundesweit nach "aggressivem" Gewaltverbrecher

Von dpa

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Bei brütender Hitze sucht die Polizei nach dem Mann – auch mit Hubschrauber und Spürhunden. Foto: dpa/Arne Immanuel BänschBei brütender Hitze sucht die Polizei nach dem Mann – auch mit Hubschrauber und Spürhunden. Foto: dpa/Arne Immanuel Bänsch

Erfurt. Die Suche nach einem flüchtigen mutmaßlichen Messerstecher in Erfurt dauert schon viele Stunden. Bislang ist sie erfolglos gewesen. Hält sich der 41-Jährige vielleicht gar nicht mehr in der Stadt auf?

Die Thüringer Polizei sucht inzwischen bundesweit mit Haftbefehl nach einem mutmaßlichen Messerstecher. Es sei unklar, ob der als gewalttätig eingestufte 41-Jährige sich noch in Erfurt aufhalte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt am Freitag. Der Haftbefehl sei Freitagnachmittag erlassen worden. Ein Polizeisprecher sagte, es gebe einzelne Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Flüchtigen, aber keine konkrete Spur.

Der Mann, der am frühen Donnerstagmorgen seine Ex-Freundin in der Landeshauptstadt Thüringens als Geisel genommen haben soll, ist seitdem flüchtig. Die Polizei fahndet nach ihm, die Suche konzentrierte sich bislang auf Erfurt. Die Polizei warnt vor dem "äußerst aggressiv und gewalttätigen" Flüchtigen. Möglicherweise trage er Waffen bei sich.

Von dem Großeinsatz betroffen waren am Donnerstag auch Bahnreisende. Die Strecke Erfurt-Weimar war am frühen Morgen und nachmittags komplett gesperrt. Auch auf der ICE-Neubaustrecke zwischen Erfurt und Leipzig fuhren zeitweise keine Züge. Ein Bahn-Sprecher sprach von erheblichen Beeinträchtigungen des Zugverkehrs im Westen, Norden und Osten von Erfurt. Am Nachmittag bildeten sich zwischenzeitlich vor dem Info-Schalter im Erfurter Hauptbahnhof lange Warteschlangen.

Bislang keine Hinweise auf das Motiv

Bei brütender Hitze suchte die Polizei mit Hubschrauber und Spürhunden nach dem Mann, die Einsatzkräfte durchkämmten neben dem Wohngebiet der Frau vor allem die Umgebung des Hauptbahnhofs. Am Nachmittag kam dann die Mitteilung via Twitter, dass man die Frau aufgreifen konnte. Einer Sprecherin zufolge hatten die Einsatzkräfte die 34-Jährige und ihren Entführer in der Nähe des Erfurter Wasserturms gesichtet. Der 41-Jährige sei geflüchtet. Die Frau war den Angaben nach leicht verletzt und musste ärztlich behandelt werden.

Sie soll am frühen Morgen von dem 41-Jährigen gewaltsam aus ihrer Wohnung geholt worden sein. Den Angaben nach war der Litauer gegen 4.30 Uhr über den Balkon in die etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegende Wohnung gestiegen. Er habe sich ein Messer genommen, die Frau bedroht und aus der Wohnung gezerrt. Sie flüchteten zu Fuß. Zum Tatzeitpunkt habe sich ein weiterer Mann in der Wohnung aufgehalten. In welcher Beziehung er zu der Frau steht, war zunächst unklar. Er blieb unverletzt. Hinweise auf ein Motiv für die Tat hatte die Polizei zunächst nicht.


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