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Mindestens 83 Tote Griechen finden weiter Waldbrandopfer – Nun doch Brandstiftung vermutet

Von dpa

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Ein Mitglied eines Rettungsteams sucht in einem ausgebrannten Haus nach Vermissten. Foto: dpa/Thanassis Stavrakis/APEin Mitglied eines Rettungsteams sucht in einem ausgebrannten Haus nach Vermissten. Foto: dpa/Thanassis Stavrakis/AP

Athen. Mit Löschflugzeugen hat die Feuerwehr die Brände in Griechenland weitgehend unter Kontrolle gebracht. Doch das Drama dauert für die Menschen an. Noch sind nicht alle Opfer identifiziert. Nun hat die Suche nach den Ursachen begonnen.

In den Waldbrand-Gebieten nahe der griechischen Hauptstadt Athen haben Einsatzkräfte weitere Tote gefunden. Die Zahl der Opfer stieg am Donnerstag auf 83. Dies teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Zugleich äußerte sich erstmals die griechische Regierung über die möglichen Ursachen der verheerenden Brände. Sie könnten das Werk von Brandstiftern sein. "Es gibt Indizien, die uns zu diesen Gedanken führen", sagte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, am Donnerstagabend. Aus Satellitenaufnahmen ergebe sich, dass westlich von Athen binnen kürzester Zeit mehrere Brände entlang einer Straße ausgebrochen seien, bekräftigte er.

Östlich von Athen, wo mehr als 83 Menschen starben, habe sich der Brand wegen enorm starker Winde rasch ausgebreitet. "Es gibt auch hier nicht nur Indizien, sondern auch Anzeichen der Brandstiftung", sagte Toskas. Details wollte er aber nicht nennen. Er wollte damit die Ermittlungen nicht behindern. Festnahmen von Verdächtigen habe es bislang nicht gegeben, teilte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz weiter mit.

Löschflugzeuge aus EU-Ländern

Unter den Toten seien auch ein Mann aus Irland und ein Belgier, berichtete das Staatsradio (ERT). Die Lage hatte sich am Donnerstag deutlich entspannt. Es gab keine Feuerfronten mehr, die bewohnte Gebiete bedrohen. Im Raum Athen wurden nach Regenfällen alle Brände gelöscht, berichtete das Staatsradio.

Dutzende Menschen werden noch vermisst. "Wir haben von allen Verwandten der Opfer und Vermissten DNA-Proben genommen und werden in den nächsten Tagen die Identifizierungsergebnisse haben", sagte der Gerichtsmediziner Ilias Bojiokas im Fernsehen. Die meisten Leichen sind seinen Worten zufolge "verkohlt". Deswegen sind die DNA-Tests notwendig. Die Polizei geht davon aus, dass erst nach der Identifizierung der Leichen Klarheit über die genaue Zahl der Vermissten herrschen wird.

Die Waldbrandgefahr wurde am Donnerstag und für den Freitag nur noch als "niedrig und mittel" eingestuft, teilte der Zivilschutz mit. Löschflugzeuge und Feuerwehrleute aus Italien, Spanien, Zypern und Rumänien verstärkten die griechische Feuerwehr. Zudem regnete es in Teilen Griechenlands am Donnerstag.

Hoch sind die Sachschäden: Nach einer ersten Bilanz haben staatliche Ingenieure 2489 Häuser im Osten Athens überprüft. Davon seien 1218 (knapp 49 Prozent) unbewohnbar. Die Kontrollen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Tausende Häuser müssen noch begutachtet werden, hieß es seitens der Kommunalbehörden der betroffenen Regionen.

Die Suche nach weiteren Opfern ging am Donnerstag weiter. Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige Helfer durchsuchten die verbrannten Häuser in den Urlaubsorten im Osten Athens. Eine offizielle Liste der Opfer und ihrer Nationalitäten liegt nicht vor. Deutsche sollen aber nicht unter ihnen sein, hieß es aus diplomatischen Kreisen.

Gerissene Stromleitung als Ursache?

Der Bürgermeister der Stadt Penteli hatte am Donnerstagvormittag eine andere Version der Ursache des Brandes gegeben: Eine gerissene Stromleitung in seinem Ort habe die verheerenden Waldbrände im Osten Athens verursacht. "Ich habe eine abgerissene Leitung gesehen. Da hat alles angefangen", sagte Bürgermeister Dimitris Stergiou im griechischen Nachrichtensender 24/7. Aus den gerissenen Kabeln hätten Funken gesprüht. Das habe er schon den Ermittlern der Feuerwehr gesagt. Die Justiz hatte bereits am Vortag eine Untersuchung angeordnet. Die Ermittlungen werden wahrscheinlich mehrere Monate dauern. In Griechenland werden öfter Waldbrände auf die Machenschaften von Bodenspekulanten zurückgeführt.

Die Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras kündigte am Mittwochabend etliche Hilfen für die Opfer und ihre Familien an. Unter anderem wurden eine einmalige Unterstützung von bis zu 6000 Euro, zwei Sonderrenten für die Rentner und Steuererleichterungen beschlossen. Später soll es auch günstige Kredite für den Wiederaufbau zerstörter Häuser geben. Ein Sonderkonto für Spenden wurden eingerichtet.


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