„Catapult Air“ Spaßiges Video: Katapult als Lösung des Sylter Bahnchaos

Von Ralf Henningsen

Eine Szene aus dem spaßigen Clip: Die Sylter sind das Bahnchaos leid und haben nun selbst eine Alternative gefunden. Screenshot: Youtube/Sylt - Die Insel/NOZEine Szene aus dem spaßigen Clip: Die Sylter sind das Bahnchaos leid und haben nun selbst eine Alternative gefunden. Screenshot: Youtube/Sylt - Die Insel/NOZ

Sylt. Ade, Sylter Bahnchaos – jetzt kommt „Catapult Air“. Ein knapp dreiminütiges Video erobert seit Freitagabend die Welt. Der Inhalt: Die Sylter sind das Bahnchaos leid und haben nun selbst eine Alternative gefunden: Ein riesiges Katapult schleudert die Feriengäste auf die Insel.

Die fiktive Fluggesellschaft „Catapult Air“ soll Sylt retten. Innerhalb von zwei Minuten kommen die Gäste vom Festland auf die Insel. Der Überflug wird minutiös geschildert – vom „Youngster-Tarif“ beim Ticketverkauf für die jungen Gäste bis zu den Sicherheitsvorschriften. Die Gäste müssen sich beim Start rückwärts auf das riesige Katapult legen, die Füße nach vorne. Unterwegs ist das Möwenfüttern streng untersagt. Und bei der Wasserlandung am Sylter Strand ist wiederum Vorsicht geboten. Selbstverständlich kümmert sich dort der freundliche Zimmervermieter um die klitschnassen Gäste – Sylt ist ja eine Premiumdestination.



Lustiges Video, ernster Hintergrund

Der ernste Hintergrund für das lustige Video wird im Nachspann geschildert: „22 Kilometer der Strecke von Niebüll nach Sylt sind seit 1927 immer noch eingleisig. Allein im Mai und Juni sind über 150 Züge ausgefallen, die Pünktlichkeit lag bei unter 40 Prozent.“ Das Video endet mit dem Aufruf, eine Onlinepetition für den zweigleisigen Ausbau der Sylt-Strecke zu unterzeichnen.

 Die Idee für den Kurzfilm hatte Sylt-Marketing-Chef Moritz Luft Ende Mai, als eine Boulevardzeitung titelte: „Fahren Sie bloß nicht nach Sylt.“ Gemeinsam mit einer Hamburger Agentur suchte die Sylt Marketing Gesellschaft nach neuen Wegen, raus aus dem Bahnchaos. Das Ergebnis steht seit Freitagabend online und hatte innerhalb weniger Stunden Hunderte Aufrufe. Auch die Onlinepetition fand zahlreiche Unterstützer. 

Pendlerinitiative zufrieden

„Das Video ist der Hammer“, freute sich Achim Bonnichsen von der Pendlerinitiative, „das geht durch die Decke“. Die Pendlerinitiative sei in die Vorbereitungen eingebunden gewesen, musste aber bis zu Veröffentlichung dichthalten. Das Projekt habe zwar viel Geld gekostet, doch die Unterstützung für die Sylter Bahnprobleme sei es wert.


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