Müll im Meer Virales Video zeigt wogende Plastikmassen in der Karibik

Von Lorena Dreusicke

Kommunale Angestellte und freiwillige Helfer beseitigen Müllberge am Strand von Santo Domingo. Ein Video der wogenden Müllwellen ist im Internet ein Klickhit. Foto: imago/Agencia EFE/Orlando BarriaKommunale Angestellte und freiwillige Helfer beseitigen Müllberge am Strand von Santo Domingo. Ein Video der wogenden Müllwellen ist im Internet ein Klickhit. Foto: imago/Agencia EFE/Orlando Barria

Santo Domingo. Eine Ozeanschutz-Organisation hat den Notstand ausgerufen: Riesenmengen Müll werden an der Küste der Dominikanischen Republik angespült.

Die Dominikanische Republik ist eigentlich bekannt für ihre weißen Sandstrände, Palmen und türkisblaues Meer. Nun macht ein Video der dreckigen Seite der Insel im Internet die Runde. 

Der Clip, der auf Instagram rund 17.000 Likes bekommen hat, zeigt ein schockierendes Ausmaß an Meeresverschmutzung: Mehrere Tonnen Plastikmüll spült die Brandung des Karibischen Meers an den Strand der Hauptstadt Santo Domingo. Die Wasseroberfläche ist vollständig bedeckt unter einem dicken Müllteppich. 



Gepostet hat das Video die New Yorker Bewegung "Parley for the Oceans". Die Plattform, der sich Künstler, Wissenschaftler und Aktivisten angeschlossen haben, stößt Umweltinitiativen an und arbeitet dabei mit betroffenen Kommunen, Unternehmen oder der Navy zusammen. 

Angesichts der Plastikflut auf der Dominikanischen Republik sammelten 500 Helfer drei Tage lang Müll aus dem Meer, berichten die Aktivisten auf Instagram. 30 Tonnen Plastik hätten sie am Playa Montesinos entfernt.



Grund für die enorme Menge an angespültem Müll ist wohl auch das Unwetter Beryl, das einige Tage zuvor in der Region für Überflutungen und Sturmschäden gesorgt hat. Das vom Wind aufgepeitschte Meer und die Strömung schwemmen den Dreck von hoher See an Land. Parley-Gründer Cyrill Gutsch sieht das als Warnzeichen: "Wenn wir jetzt nicht alle handeln, werden künftige Generationen nicht mehr glauben, dass die Postkarten-Idylle jemals existiert hat. Wir rufen zu einer Material-Revolution aus – Plastik muss weg."

Zur Netzberühmtheit des Videos hat auch US-Musiker Moby beigetragen, der den Post auf Facebook teilte, versehen mit einem pessimistischen Kommentar. Seiner Ansicht nach sei die Ozean-Verpestung eine der drei Ursachen, die die Menschheit auslöschen werden.

Weltweit gelangt immer mehr Müll ins Meer. Selbst in der Arktis haben Forscher im Eis eingeschlossenes Plastik gefunden. Plastikmüll in großer Menge ist auch im Pazifik zwischen Hawaii und Kalifornien entdeckt worden. Dort treibt ein Müllstrudel, der viermal so groß ist wie Deutschland.

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