zuletzt aktualisiert vor

Giftangriff auf Skripals Bericht: Ermittler wollen Nowitschok-Täter identifiziert haben

Von dpa

Ein Polizist steht vor dem Pub "The Mill", in dem Spuren des Nervengifts gefunden wurden, mit dem die Skripals vergiftet worden waren. Die Polizei soll nun die mutmaßlichen Täter identifiziert haben. Foto: dpa/Andrew Matthews/PA WireEin Polizist steht vor dem Pub "The Mill", in dem Spuren des Nervengifts gefunden wurden, mit dem die Skripals vergiftet worden waren. Die Polizei soll nun die mutmaßlichen Täter identifiziert haben. Foto: dpa/Andrew Matthews/PA Wire

London. War es Russland? Nach dem Angriff auf die Skripals mit dem Nervengift Nowitschok haben EU und USA dutzende russische Diplomaten ausgewiesen. Der Kreml zog nach. Nun wollen Ermittler Beweise gefunden haben.

Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmaßliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

"Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben", zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Großbritannien abgeglichen worden. "Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind", zitiert PA weiter.

Zusammenhang mit jüngerem Fall wahrscheinlich

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der Skripal (67) und seine Tochter (33) vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Russland verlangt eine offizielle Erklärung der britischen Behörden zu neuen Verdächtigungen. "Ich will das von Scotland Yard oder dem Außenministerium hören", nicht aus der Presse, sagte der russische Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko, am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN