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Unheimliche Serie Mallorca: Schon wieder fällt Jugendlicher von Hotelbalkon

Von Jakob Koch und dpa

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Seit Jahren ein gefährlicher Trend auf Mallorca: Das sogenannte Balconing. Screenshot: YouTube/HubeydubeySeit Jahren ein gefährlicher Trend auf Mallorca: Das sogenannte Balconing. Screenshot: YouTube/Hubeydubey

Palma. Damit sind bereits fünf Menschen allein in diesem Jahr gestorben. Regelmäßig verunglücken Touristen auf Mallorca.

Rettungseinsatz an der Playa de Muro an der Nordostküste von Mallorca: Ein 14-Jähriger ist dort in der Nacht auf Mittwoch aus dem zweiten Stock gestürzt – kurz zuvor hatte er noch versucht, sich am Balkongeländer festzuklammern. Doch vergeblich: Der junge Brite knallte auf den Boden, obwohl seine herbeigeeilte Mutter noch versuchte, ihn wieder über die Brüstung zu ziehen, heißt es in mallorquinischen Medien. Der 14-Jährige wurde in das Landeskrankenhaus Son Espases in Palma eingeliefert – mittlerweile ist er seinen Verletzungen erlegen.

Es ist ein weiterer tragischer Fall von Balkonstürzen auf der Baleareninsel – dabei ist das Phänomen seit Jahren bekannt. Erst vor wenigen Wochen stürzte ein 18-jähriger Franzose aus dem dritten Stock einer Apartmentanlage in der Touristenhochburg Magaluf und erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus. 

Vater eines der Opfer klagt Hotelbetreiber an

Im April starb eine 19-jährige Britin, im Juni ein 20 Jahre alter Ire. Anfang Juli verletzte sich ein 19-jähriger Brite bei einem Balkonsturz in Magaluf schwer, ein 18-Jähriger starb erst Ende vergangener Woche, als er ebenfalls in Magaluf aus dem sechsten Stock stürzte. Der Vater von Tom Channon nahm gegenüber britischen Medien den Hotelbetreiber in die Pflicht – hätte das Hotel nach den jüngsten Vorfällen rechtzeitig mit Sicherheitsmaßnahmen reagiert, wäre der Tod des 18-Jährigen zu verhindern gewesen:

Einige der Stürze ereignen sich auch beim sogenannten Balconing: Junge – meist betrunkene – Touristen hangeln sich dabei von Balkon zu Balkon oder versuchen, vom Balkon aus in den Hotelpool zu springen:



Auf politischer Ebene wird versucht, dem Problem Herr zu werden: So haben sich erst kürzlich Behörden in der Gemeinde Calvià im Südwesten der Baleareninsel getroffen und auf Kampagnen in den Herkunftsländern der Touristen und stärkere Kontrollen bei der Alkoholwerbung geeinigt.

Zu dem Treffen mit Bürgermeister Alfonso Rodríguez im Rathaus waren Anfang Juli Hoteliers sowie Vertreter des britischen Konsulats, der Regionalregierung und der Polizei geladen. Die Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass vor allem Alkoholexzesse für das Problem verantwortlich seien, heißt es in der "Mallorca Zeitung". Das britische Konsulat wolle deshalb unter anderem die Kampagnen gegen Alkoholmissbrauch verschärfen, hieß es. 

Mittlerweile werden in einzelnen Gemeinden Geldbußen verhängt – so geschehen ebenfalls in Calvià. Dort wurden in dieser Saison bereits drei Touristen mit Strafen zwischen 600 und 1500 Euro belegt.


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