Streit um Schadensersatz Hotelkette MGM verklagt Opfer des Las-Vegas-Attentats

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Las Vegas gedenkt den 58 Toten des Amoklaufs, der Tatort, das Hotel Mandalay Bay im Hintergrund. Über etwaige Schadensersatzansprüche ist ein juristischer Streit entbrannt. Foto: imago/kolbert-press/Christian KolbertLas Vegas gedenkt den 58 Toten des Amoklaufs, der Tatort, das Hotel Mandalay Bay im Hintergrund. Über etwaige Schadensersatzansprüche ist ein juristischer Streit entbrannt. Foto: imago/kolbert-press/Christian Kolbert

Las Vegas. Der Hotelbetreiber MGM Resorts, aus dessen Gebäude der Todesschütze geschossen hat, reagiert auf die Klagen von rund 2500 Hinterbliebenen des Attentats.

Nach dem Massaker am 1. Oktober 2017 in Las Vegas mit 58 Toten streiten Hinterbliebene und die Hotelkette MGM um etwaige Haftung. Rund 2500 Menschen – Überlebende und Angehörige der Opfer – haben die Hotelkette verklagt, oder damit gedroht, es zu tun. Das Unternehmen MGM hat daraufhin selbst eine Klage eingereicht, um sich bestätigen zu lassen, dass es nicht haften müsse, erklärte Sprecherin Debra DeShong am Dienstag.

Die Geschädigten sehen bei der Hotelkette eine Mitschuld: Der Attentäter Stephen Paddock hatte offenbar unbemerkt ein Arsenal von Schusswaffen in ein Zimmer des "Mandalay Bay"-Hotel geschmuggelt. Dass dies nicht aufgefallen sei, lasse auf fahrlässiges Verhalten schließen, argumentieren die Kläger. MGM sei daher mitverantwortlich für die Toten, Verletzten und die Traumata der Überlebenden.

In der Schusslinie geblieben

Gegen den Vorwurf der Fahrlässigkeit wehrt sich der Hotelbetreiber, indem er in seiner Klage erstens auf sein Sicherheitskonzept verweist und zweitens den Finger auf die Opfer richtet: Sie hätten es versäumt, aus der Schusslinie zu gehen. MGM habe einen zertifizierten Sicherheitsdienst engagiert, der das Unternehmen vor terroristischen Akten schütze und sich so von der Verantwortung befreit, heißt es in der Klageschrift. 

Doch zählt das Attentat als Terrorakt? Die Anwälte von MGM sind davon überzeugt. Die US-Behörden haben die Attacke bislang nicht als Terror bezeichnet, weil das Motiv des Täters noch ungeklärt ist.

Das gerichtliche Abschmettern von Entschädigungsansprüchen habe keine finanziellen Gründe, erklärte die Sprecherin von MGM auf Facebook. Es gehe dem Unternehmen nicht darum, Geld mit der Gegenklage zu verdienen, sondern "die Fälle schnell, fair und effizient lösen".



Die Opfervereinigung "Route 91 Strong" reagierte "schockiert" auf die Klage. Auf Instagram schreibt die Organisation, MGM mache mit seiner Klage die Anschlagsopfer erneut zu Opfern. Viele von ihnen litten immer noch unter posttraumatischen Belastungsstörungen, hätten ihr Zuhause oder ihre Arbeit verloren oder seien suizidgefährdet. 


We are deeply saddened by the news of MGM’s lawsuit this morning. We talk to survivors on a daily basis as our organization works tirelessly to help those who are suffering from PTSD, losing their homes, and losing their jobs; some are even on suicide watch. Many have been hopeful that MGM would also step up in a big way to help them. Unfortunately, we are all shocked to learn that it appears MGM is doing exactly the opposite. Rather than supporting victims, MGM is re-victimizing them. This is not helping survivors heal, and it is not helping Las Vegas heal. “We collectively view this as a bullying tactic to intimidate the survivors who are rightfully seeking social change and redress through the litigation process. We don’t believe that MGM will prevail on its lawsuit and this hypocritical maneuver will end up being a public relations nightmare for MGM,” says Brian Claypool, Survivor & Co-Founder of Route91Strong. “Our team remains steadfast in our mission to support and offer financial assistance, hope, strength, change, & love. We plan to be there for those in need during this bump in the road to recovery,” says Lisa Fine, Survivor & Co-Founder of Route91Strong . . . . . #mgm #news #route91strong #statement #community #repost #love #hope #standstrong #ptsdawareness #enoughisenough #humanity #bekind #survivors #gunviolence #nonprofit #tuesday #route91festival #image via Tom Tingle/ The Republic

Ein Beitrag geteilt von Route91Strong (@route91strong) am Jul 17, 2018 um 1:40 PDT


Die Hotelgruppe MGM Resorts International betreibt 13 Casinos in Las Vegas, neben dem "Mandalay Bay", auch das "Bellagio", das "Mirage" und das "MGM Grand". Im vorigen Jahr hatte der 64-jährige Stephen Paddock offenbar unbemerkt 23 Schusswaffen in einem Zimmer im 32. Stock des "Mandalay Bay"-Hotels gehortet. Von dort aus feuerte er in die Besuchermenge eines Countrymusik-Festivals auf der anderen Straßenseite. Er tötete 58 Menschen und verletzte Hunderte weitere, bevor er sich selbst das Leben nahm. 

(Mit dpa)


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