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Amnestie endet am Sonntag Frist zur straffreien Abgabe illegaler Waffen läuft aus

Von dpa

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Pistolen, Revolver und Munition auf einem Tisch in der gesicherten Asservatenkammer der Waffenbehörde eines Landkreises. Foto: Friso GentschPistolen, Revolver und Munition auf einem Tisch in der gesicherten Asservatenkammer der Waffenbehörde eines Landkreises. Foto: Friso Gentsch

Berlin. Der Amoklauf von Winnenden war 2009 der Auslöser für eine Waffenamnestie in Deutschland. Jetzt konnte man erneut illegale Waffen straffrei bei den Behörden abgeben. Die Frist endet an diesem Sonntag.

Zum Ende einer rund einjährigen Waffenamnestie in Deutschland zeichnet sich ein deutlich niedrigerer Rücklauf ab als bei einer ähnlichen Aktion 2009.

Darauf hatte bereits eine informelle Abfrage bei den Bundesländern zur Halbzeit der aktuellen Amnestieregelung hingedeutet, wie das Bundesinnenministerium jetzt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Noch bis diesen Sonntag (1. Juli) können illegale Waffen straffrei bei den Waffenbehörden und bei der Polizei abgegeben werden. Die Regelung galt seit dem 6. Juli 2017. „In der Regel dürften die abgegebenen Waffen vernichtet werden“, erklärte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Was genau mit den Waffen passiert, sei Sache der Länder.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen waren nach Angaben des dortigen Innenministeriums bis Ende 2017 - also zur Halbzeit des aktuellen Amnestiejahres - lediglich rund 5500 Waffen zusammengekommen. „Die meisten Menschen haben ihre illegalen Waffen vermutlich schon 2009 abgegeben“, sagte eine Sprecherin der Behörde. Zum Vergleich: Damals waren es in Nordrhein-Westfalen etwa 40.000 Waffen, obwohl die Amnestie noch nicht einmal halb so lange dauerte wie jetzt - sie galt von Ende Juli bis Ende Dezember 2009.

Bundesweit wurden damals insgesamt rund 200.000 Waffen abgegeben. Etwa ein Viertel davon waren illegal besessene Waffen. Um welche Waffenarten es sich im Einzelnen handelte, konnte das Bundesinnenministerium nicht aufschlüsseln.

Zu der Waffenamnestie 2009 war es unter dem Eindruck des Amoklaufs von Winnenden gekommen. Ein 17-Jähriger hatte in seiner früheren Realschule in Winnenden bei Stuttgart sowie auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen.

Der aktuellen Amnestie liege kein konkretes Ereignis zugrunde, erläutere das Bundesinnenministerium. „Ziel war es, die Anzahl der illegal besessenen Waffen zu verringern.“ Abschließende Angaben zur Zahl zurückgegebener Waffen soll es frühestens in der neuen Woche geben, wie es auf Anfrage aus verschiedenen Bundesländern hieß.

Pistolen, Revolver und Gewehre, die bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen abgegeben wurden, werden zentral durch das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) zerstört. „Eine Maschine zerlegt die Waffen mit extremem Wasserdruck. Anschließend werden die Überreste verbrannt“, erläuterte ein LZPD-Sprecher.


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