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Baustellen und volle Straßen Ferienbeginn im Norden: Countdown zum Superstau

Von dpa

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Oft beginnt der Urlaub mit nervenzehrendem Stillstand - und zwar immer dann, wenn Autofahrer auf dem Weg in die ersehnte Auszeit in einen Stau geraten. Foto: Andrea Warnecke/dpaOft beginnt der Urlaub mit nervenzehrendem Stillstand - und zwar immer dann, wenn Autofahrer auf dem Weg in die ersehnte Auszeit in einen Stau geraten. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Bremen/Hannover. Niedersachsen und Bremen starten in die Ferien – dazu kommen Baustellen und immer mehr Urlauber, die im Auto reisen.

Die Autobahn als Schicksalsgemeinschaft: Mit dem Höhepunkt der Feriensaison beginnt das nervige Stop-and-go auf den Fernstraßen. Blechlawinen schieben sich den Urlaubsregionen entgegen. Voriges Wochenende begann die schulfreie Zeit in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland, dieser Tage starten Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die sommerliche Welle rollt gen Norden Richtung Ostsee und Nordsee oder Dänemark und somit direkt auf unsere Region zu. 


"Es wird wieder ein schlimmer Sommer für die Autofahrer werden, weil es viele Baustellen gibt – und weil sich das geänderte Reiseverhalten eher verstärkt hat."Stefan Dorner vom ADAC Südbayern.


Besonders belastet seien die Fernstraßen zur Nord- und Ostsee sowie Abschnitte mehrerer Autobahnen. Dazu zählen die Autobahn 1 von Köln nach Lübeck, die Autobahn 2 von Dortmund nach Braunschweig, die Autobahn 7 von Hamburg nach Flensburg. Auf diesen Strecken kann es wegen Baustellen zu zusätzlichen Behinderungen kommen.

723.000 Staus im vergangenen Jahr

Schon im vergangenen Jahr registrierte der ADAC auf deutschen Autobahnen rund 723.000 Staus, mehr als je zuvor (2016: 694.000). Die Karawanen summierten sich auf eine Gesamtlänge von 1,45 Millionen Kilometern, das entspricht einer Strecke von 36 Mal rund um die Erde.

Weniger Behinderungen als im Vorjahr sind dieses Jahr nicht zu erwarten – eher mehr. Die Fahrleistung je Auto steigt, zumindest nahm sie 2017 zu: Der ADAC meldete unter Berufung auf die Bundesanstalt für das Straßenwesen ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber 2016. 

An 571 Stellen soll an Autobahnen bis 23. September vier Tage oder länger gebaut werden. Das sind immerhin weniger als im Vorjahr, da waren es 713. Nur in unbedingt notwendigen Fällen werde während der Sommerferien gebaut, verspricht Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Der Bund investiere 2018 eine Rekordsumme von 8,6 Milliarden Euro, fast eine Milliarde mehr als im Vorjahr. "Mehr Autobahnen bedeuten mehr Mobilität für Deutschland." Nicht zuletzt soll die Baustelle von heute die stressfreie Fahrt morgen bringen.

Gefahr vor allem in den Ballungsräumen

Doch erstmal wird es eng zwischen Kiel und Garmisch-Partenkirchen. Vor allem in den Ballungsräumen ist die Staugefahr hoch: Rund um Berlin, Leipzig, Dresden, Nürnberg, Hannover, nördlich von Hamburg und im Raum um Düsseldorf und Köln. Nordrhein-Westfalen war in der ADAC-Bilanz 2017 bundesweit mit 35 Prozent der Staumeldungen Spitzenreiter. Die Behinderungen entstehen hier zwar laut ADAC das ganze Jahr über durch Pendler. Wer aber im Urlaub nach Holland oder Belgien oder südlich nach Frankreich will, muss durch das Nadelöhr.

Aktuelle Staumeldungen in Niedersachsen finden Sie hier.

Ferienregionen stöhnen unter dem Verkehr. Lärm, Abgase und volle Straßen schon bei der Fahrt zur Arbeit und Einkaufen: Leben wo andere Urlaub machen – das ist für manchen Einheimischen fast eine Drohung.

Usedom zum Beispiel. Die Ostsee-Insel versinkt allsommerlich im Verkehrschaos. Dorthin strömen zahlreiche Erholungssuchende aus dem Osten Deutschlands, aus Berlin und Hamburg. Wegen schlechter Zugverbindungen reisen die meisten mit dem Auto an. Just in diesem Sommer behindert eine Baustelle die Zufahrt vom Westen: An der A20 bei Tribsees wird noch gebaut, nachdem im Herbst ein Autobahnstück im moorigen Boden versunken war. Die Usedomer plagt schon die nächste Sorge: Polen plant einen Tunnel vom Hafen Swinemünde nach Westen – dann könnten viele Lastwagen durch das Ferienparadies donnern, denn das wäre dann die direkte Verbindung Richtung Hamburg.

Freitag und Samstag sind am schlimmsten

Verkehrsspitzenzeiten seien laut ADAC Freitag zwischen 13 und 20 Uhr, Samstag 11 bis 18 Uhr und Sonntag 14 bis 20 Uhr. Da drängen Urlauber und Tagesausflügler auf die Straßen. "Man überlegt, ob man am Wochenende noch rausfährt", sagt eine Frau aus Irschenberg, für die der Stau vor der Haustür auf der A8 zum Alltag gehört. "Durch Bayern muss fast jeder durch, wenn er nach Süden will, nach Italien, Kroatien oder in die Balkanstaaten", sagt Stefan Dorner vom ADAC. Um den Verkehr zu entzerren, wird teils nachts gebaut oder die wird Standspur geöffnet. Dennoch braucht es auch heimwärts wieder Geduld: Bei Kiefersfelden, Salzburg und Passau müssen Urlauber dann durch die Grenzkontrollen.


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