Automobilclub für mehr Kontrollen Falschparker-Debatte: "Eine härtere Strafe nützt wenig"

Von dpa und Lorena Dreusicke

"Gelbe Karte" für ein Auto, das an einem Fußgängerüberweg geparkt ist: Bundesweit, wie hier in Berlin, sind diese Woche Aktivisten aufgerufen, gegen Falschparker vorzugehen. Foto: dpa

Berlin/Hamburg. Mit Luftballons und Denkzetteln gehen diese Woche bundesweit Aktivisten gegen Falschparker vor. Der Automobilclub AvD sieht die Aktion kritisch.

Gelbe Karten, Sprühsahne und Online-Pranger: Falschparker in Deutschland müssen in dieser Woche mit besonderen Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Der Verkehrsclub VCD und die Initiative Clevere Städte haben zu einer bundesweiten Aktionswoche aufgerufen. In Städten wie Berlin, Bonn, Münster, Hamburg, Köln, Hannover und Halle sind Aktionen von 28. Mai bis 3. Juni angekündigt. 

Auf die Gefahr durch Falschparker sollte etwa mit Gesprächen, gelben Karten hinter Windschutzscheiben oder Luftballons an den Außenspiegeln hingewiesen werden. Aber auch Anzeigen bei der Polizei, Wegtragen des Autos und das Nachzeichnen der Fahrbahnmarkierung mit Sprühsahne auf dem falsch parkenden Auto wurden vorgeschlagen. Unter den Hashtags #FreieWege#Falschparker#DasMussWeg, oder #Ottoparktüberall dokumentieren Aktivisten Falschparker auf Twitter.

Konsequenter ahnden

Kritik an der Aktionswoche kommt vom Automobilclub von Deutschland (AvD). "Die Verkehrsüberwachung sollte Sache der kommunalen Behörden sein und nicht die von Privatpersonen", sagte Sprecher Malte Dringenberg unserer Redaktion. 

Höhere Bußgelder für Falschparker, wie sie die Organisatoren fordern, lehne der AvD ab. "Eine härtere Strafe nützt wenig, wenn Falschparken nicht geahndet wird", begründet Dringenberg. Vielmehr führten "konsequenteres Nachgehen", etwa durch mehr Kontrolleure, oder auch eine mündliche Ermahnung dazu, dass Falschparker ihr Verhalten ändern.

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Im europäischen Vergleich kommen Falschparker in Deutschland relativ glimpflich davon: 15 bis 20 Euro kostet das Abstellen des Fahrzeugs im Parkverbot, für Parken in der zweiten Reihe sind 20 Euro fällig. Im Vergleich dazu kostet in Dänemark ein Knöllchen mindestens 70 Euro, in den Niederlanden sind die Bußgelder ab 90 Euro gestaffelt, in Italien ab 40 Euro, in Frankreich ab 15 Euro.