Heftige Kritik im Netz "Unglaublich ignorant": Foto von Ivanka Trump löst Entrüstung aus

Von afp

Am Sonntag postete Ivanka Trump das Bild von sich und ihrem Sohn. Screenshot: TwitterAm Sonntag postete Ivanka Trump das Bild von sich und ihrem Sohn. Screenshot: Twitter

Washington. Mit einem Foto löste die Präsidenten-Tochter heftige Diskussionen über den Umgang mit Kindern von illegalen US-Immigranten aus.

Mit einem Foto von ihr und ihrem zweijährigen Sohn Theodore hat Ivanka Trump, Tochter und Beraterin von US-Präsident Donald Trump, eine Woge der Entrüstung in Online-Netzwerken ausgelöst. Sie hatte am Sonntag ein Bild getwittert, das sie sie innig mit ihrem kleinen Sohn zeigt, der noch im Schlafsack steckt.

Kritiker der Einwanderungspolitik der Trump-Regierung nahmen dies zum Anlass, die Praxis anzuprangern, dass US-Grenzbeamte illegal Eingewanderten ihre Kinder wegnehmen.

"How lucky that you get to do that with your children. Meanwhile, there are 1500 children that are missing their parents as a result of Daddy’s orders. The fact that you and other so-called leaders have stood idly by and done nothing speaks volumes", schreibt ein Twitter-Nutzer unter das Bild: Wie glücklich Ivanka Trump sich schätzen könne, bei ihren Kindern zu sein, während 1500 Kinder ihre Eltern vermissen würden - als Resultat von Donald Trumps Politik.

"Ist es nicht einfach das Beste, Dein Kleines an Dich zu drücken - genau zu wissen, wo sie sind, sicher in Deinen Armen?", kommentierte der Komiker Patton Oswalt das Foto sarkastisch im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Das ist das Beste. Das BESTE. Stimmt's, Ivanka?", fügte er hinzu.

Der Politologe Brian Klaas von der renommierten London School of Economics warf der Präsidententochter vor, "unglaublich" ignorant zu sein. Angesichts der wachsenden Empörung, dass "kleine Kinder an der Grenze gewaltsam aus den Armen ihrer Eltern gerissen werden", sei Ivanka Trumps Foto mit Kind taktlos. Schließlich unterstütze sie diese "barbarische Politik" gegenüber Einwandern. 

Unter dem Schlagwort "#WhereAreTheChildren" (Wo sind die Kinder) erntete die Präsidentenberaterin viele weitere beißende Kommentare.

US-Justizminister Jeff Sessions hatte vergangenen Monat eine "Null Toleranz"-Politik gegenüber Menschen angekündigt, die illegal in die USA einwandern. Diese beinhaltet auch, illegal Eingewanderte und ihre Kinder zu trennen.

US-Präsident Trump hatte vor den Attacken gegen seine Tochter die Demokraten für das "schreckliche Gesetz" verantwortlich gemacht, auf dem dieses Vorgehen beruhe. Allerdings gibt es kein derartiges US-Gesetz und so war unklar, worauf sich der Präsident mit seiner Twitter-Botschaft vom Samstag bezog.



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