Tote bei Musikfestival "Mein kleines Mädchen war noch voller Lebensfreude"

Von Tobias Bosse

Der Start in Englands Festivalsaison hätte nicht tragischer sein können. Symbolfoto: dpaDer Start in Englands Festivalsaison hätte nicht tragischer sein können. Symbolfoto: dpa

Portsmouth. Ein Musikfestival wurde nach zwei Todesfällen abgebrochen. Die Mutter eines der Opfer schrieb ein emotionales Statement.

Es ist ein mehr als tragischer Start in Englands Festivalsaison: Zwei junge Menschen (18 und 20 Jahre) sind beim Munity-Festival in Portsmouth gestorben. Die Veranstalter entschieden daraufhin, das Festival abzubrechen. 

"Mein kleines Mädchen war erst 18 Jahre jung und noch voller Lebensfreude", postet Janine Milburn auf Facebook. Sie ist nach eigenen Angaben die Mutter der 18-Jährigen Georgia Jones, die Samstagnacht ihr Leben verlor. Außerdem erklärt die Mutter in ihrem Post, dass ihr kleines Mädchen aufgrund von Drogenkonsum gestorben sei und mahnt alle anderen Jugendlichen davor, nicht dasselbe Ende wie ihre Tochter zu finden. 

15 Festivalbesucher kamen ins Krankenhaus

Der 20-jährige junge Mann war Tommy Cowan, wie die Portsmouth Zeitung "The News" berichtet. Sein Vater sagte gegenüber der Zeitung: "Er war witzig und liebte das Leben. Er war ein guter Junge, der unglücklicher Weise eine falsche Entscheidung getroffen hat." Beide Opfer sollen aus dem kleinen Ort Havant, in der Nähe von Portsmouth stammen.

Insgesamt mussten 15 Festivalbesucher am Samstagabend ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Organisatoren sagten daraufhin das Programm für den zweiten Festivaltag am Sonntag ab und veröffentlichten ein Statement, worin Besucher aufgefordert werden, "alle Stoffe verantwortungsvoll zu entsorgen."

Das Krankenhaus erklärte, dass die Einlieferungen zwar nicht notwendiger Weise alle auf Drogenkonsum zurückzuführen sein müssen, aber trotzdem hat es die Debatte um sogenannte Drogen-Reinheitstests auf Festivals neu befeuert.

Doch was ist dieses sogenannte Drugchecking überhaupt? Nach der Definition der Druchecking Initiative Berlin-Brandenburg lässt es sich so erklären: „Drugchecking“ bezeichnet die chemische Analyse von auf dem Schwarzmarkt gehandelten psychoaktiven Substanzen zur Gewinnung möglichst genauer und umfassender Informationen über die Art der Inhaltsstoffe und deren Dosierungen sowie die Kommunikation der Ergebnisse an (potenzielle) Konsumenten, um diese vor besonders gesundheitsschädlichen Präparaten zu warnen und die Entwicklung eines individuellen Risikomanagements beim Drogengebrauch zu fördern."

Deren Befürworter gehen davon aus, dass damit deutlich weniger Menschen durch verunreinigte Drogen zu Schaden kommen würden. In Ländern wie der Schweiz sind diese bereits im Einsatz. Auch in Deutschland werden solche Drogenchecks gefordert– bislang erfolglos. Die Kritiker befürchten hingegen, dass diese Maßnahme zur Legitimierung von Drogen führen könnte.