Warum der Erreger so gefährlich ist 14 Ebola-Fälle im Kongo bestätigt: ein Toter

Von dpa

Mitarbeiter des Gesundheitswesens ziehen in einem Behandlungszentrum Schutzausrüstungen gegen Viren an, bevor sie Patienten in der Isolationsabteilung behandeln. Foto: Mark Naftalin/UNICEF/APMitarbeiter des Gesundheitswesens ziehen in einem Behandlungszentrum Schutzausrüstungen gegen Viren an, bevor sie Patienten in der Isolationsabteilung behandeln. Foto: Mark Naftalin/UNICEF/AP

Goma. Im Kongo sind inzwischen 14 Menschen an dem gefährlichen Ebola-Virus erkrankt, einer davon ist gestorben. Bislang seien 45 Fälle von hämorrhagischem - mit Blutungen einhergehendem - Fieber aufgetreten. Neben den 14 bestätigten Fällen seien 21 Fälle wahrscheinlich und 10 mutmaßlich Ebola.

Das teilte das kongolesische Gesundheitsministerium mit. Unter den bestätigten Ebola-Fällen habe es bislang einen Toten gegeben. Insgesamt sind demnach 25 Menschen mit hämorrhagischem Fieber gestorben.

Zuvor war erstmals ein Ebola-Fall in einer Großstadt festgestellt worden, Mbandaka mit rund 1,2 Millionen Einwohner. Daraufhin berief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine virtuelle Notfall-Sitzung für Freitagnachmittag ein. An der Sitzung sollen Spezialisten teilnehmen, die die WHO im Fall von möglichen „Gesundheitskrisen von internationaler Bedeutung“ beraten. Es geht darum, festzustellen, ob der Ebola-Ausbruch im Kongo als solche Krise zu betrachten sei und welche Maßnahmen dann zu ergreifen wären.

Ebola zählt zur Gruppe der hämorrhagischen Fieber . Das sind Erkrankungen, bei denen hohes Fieber zusammen mit Blutungen auftritt. Das Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. 25 bis 90 Prozent der Infizierten sterben. Bei einer verheerenden Ebola-Epidemie 2014 und 2015 starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone rund 11.000 Menschen.

1976 zum ersten Mal in Zaire aufgetreten

Zum ersten Mal trat die Krankheit 1976 im damaligen Zaire, heute Kongo, am Fluss Ebola auf. Daher stammt auch der Name für das Virus. Es ist seitdem immer wieder in entlegenen Dörfern in der Nähe von Regenwäldern aufgetaucht.

Als Wirt gelten laut Robert-Koch-Institut (RKI) Primaten, Nagetiere und Flughunde. Infektionen von Menschen entstehen durch engen Kontakt zu infizierten Tieren, etwa in dem sie verzehrt wurden. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind nur durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von Erkrankten möglich.

Ansteckung und Therapie

Deshalb besteht laut RKI eine besondere Gefahr betreuende Personen und medizinisches Personal sowie für das Laborpersonal. Für Reisende in Epidemie-Gebiete besteht demnach nur ein sehr geringes Infektionsrisiko, solange sie keinen direkten Kontakt mit erkrankten Menschen und Tieren haben. Es gibt keine Hinweise auf eine Übertragung durch Atemluft.

Es gibt bislang weder eine Impfung noch wirksame Medikamente gegen eine Ebola-Erkrankung. Die Behandlung beschränkt sich daher auf die Bekämpfung der Symptome, zudem werden Patienten isoliert.


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