"Was hört ihr?" Yanny oder Laurel? Diese Audiodatei spaltet das Internet

Von Christopher Chirvi

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Die einen hören "Laurel", die anderen "Yanny". Mitverantwortlich für die unterschiedliche Wahrnehmung ist wohl auch der jeweilige Lautsprecher. Foto: imago/Westend61Die einen hören "Laurel", die anderen "Yanny". Mitverantwortlich für die unterschiedliche Wahrnehmung ist wohl auch der jeweilige Lautsprecher. Foto: imago/Westend61

Hamburg. Nachdem ein amerikanischer Schüler eine Audiodatei einer Vokabel-Website gepostet hat, diskutiert das Netz.

Laurel? Yanny? Eine Audiodatei spaltet zurzeit die Internetgemeinde. Zu hören ist eine Stimme, die ein Wort vorliest - und die eine Gruppe hört darin den Namen "Laurel", die andere "Yanny".

"Was hört ihr?" fragte der 18-jährige Roland Szabo aus Lawrenceville im US-Bundesstaat Georgia die Reddit-Nutzer, als er das Video mit der Audiodatei dort Anfang der Woche unter dem Subreddit r/blackmagicfuckery postete. Entnommen hat er die Stimme demnach aus der Vokabel-Seite Vocabulary.com, die eine Mitschülerin für ein Schulprojekt nutzte.



"Ich höre Laurel und jeder andere ist ein Lügner" antwortet einer der Nutzer. Ein anderer schreibt, dass er die ersten zehn bis 15 Minuten "Yanny" gehört habe, dann mit jemandem gesprochen habe, der "Laurel" hört und seitdem selbst entweder ein hohes "Yanny" oder ein tiefes "Laurel" hören könne.

Andere schreiben ebenfalls, dass sie zuerst "Yanny" gehört hätten und dann aber nur noch "Laurel" verstehen könnten. "I want Yanny back, plz, if you find a way let me know."

Und auch einige Prominente haben sich schon dazu geäußert, was sie hören:







Frequenz entscheidet darüber, welches Wort zu hören ist 

Die New York Times hat mit Experten über das Thema gesprochen. Wie Jody Kreiman vom Sprachwahrnehmungslabor der University of California in Los Angeles dort erklärt, seien die akustischen Muster der beiden Worte gar nicht sehr verschieden. Der energetische Aufwand für Ya sei beispielsweise dem für La ähnlich, sagt sie. Außerdem sei das N von "Yanny" ähnlich wie das R aus "Laurel".

Ein Twitter-User hat zudem erklärt, welche Höhen und Tiefen man an seinem Audiogerät einstellen muss, um welches Wort zu hören. Demnach hänge das Hörergebnis wohl auch von den Lautsprechern ab, die man nutzt. Die New York Times hat zudem ein Tool gebastelt, in dem man die Frequenzen so einstellen kann, dass beide Worte für jeden hörbar werden.



Der Guardian hat darüber hinaus mit dem Psychologen David Alais von der University of Sydney gesprochen. Er vergleicht den Effekt mit einer optischen Täuschung, etwa dem Necker-Würfel oder dem Vase/Gesicht-Bild des dänischen Psychologen Edgar Rubin. Der Betrachter kann in der Regel beides sehen und schwankt oftmals zwischen beiden Bildern hin und her, da sich das Gehirn nicht entscheiden kann, welchem Reiz es folgen soll.

Aus einem ähnlichen Grund lässt sich aus der Textzeile "All in all it's just another brick in the wall" aus dem Pink-Floyd-Klassiker "Another Brick in the Wall" wohl auch "Hol ihn, hol ihn unters Dach" raushören - wozu es einige Verschwörungstheorien gibt.

Erinnerungen an #TheDress

Die gesamte Laurel-Yanny-Geschichte jedenfalls erinnert an ein anderes Phänomen, das vor etwa drei Jahren für Diskussionen im Netz gesorgt hat: Nachdem ein Nutzer auf dem Blog Tumblr damals unter dem Hashtag #TheDress ein Bild von einem Kleid postete, fragte sich die Internetgemeinde, ob es blau-schwarz oder gold-weiß ist.



Aufgenommen wurde die Stimme laut Wired übrigens von einem Opernsänger, einem Mitglied der Originalbesetzung des Musicals Cats. Dieser habe insgesamt mehr als 36.000 Worte für die Vokabel-Website Vocabulary.com aufgenommen.

Und nun schließlich die Antwort auf die Frage, was tatsächlich in der Datei zu hören sein soll: "Laurel" - das englische Wort für Lorbeerkranz.


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