Vorbehalte gegen US-Kette Brennende Palmen: Proteste gegen erste Starbucks-Filiale Italiens

Von Maximilian Matthies

Starbucks expandiert nach Italien. Foto:dpaStarbucks expandiert nach Italien. Foto:dpa

Mailand. Von Mailand aus will Starbucks das Land der Kaffeeliebhaber erobern. Dafür muss die Kette um viel Verständnis werben.

Die amerikanische Kette Starbucks zieht im Land der Kaffeetrinker ein. Die Eröffnung einer Rösterei im Zentrum von Mailand ist für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant. Bis dahin muss Starbucks-Chef Howard Schultz bei den mit Cappuccino und Espresso verwöhnten Italienern aber erstmal um Verständnis für sein Angebot werben.

„Wir kommen nicht nach Italien, um den Italienern beizubringen, wie man Kaffee macht“, sagte Schultz laut "Handelsblatt" im Rathaus von Mailand. Dort präsentierte der Starbucks-Chef im Beisein von Bürgermeister Giuseppe Sala seine Investitionspläne. Man käme „mit großem Respekt und großer Demut“, wird Schultz weiter zitiert. Er wolle das Vertrauen der Italiener gewinnen. Das zeigt, dass der US-Kette in Italien nicht gerade eine Welle der Sympathie entgegen schlägt. Schließlich sind die Einheimischen gewohnt, an jeder Straßenecke einen frisch vom Barrista zubereiteten "caffè" zu genießen.



Wie es um die Zukunft der kleinen Läden bestellt ist, wenn Starbucks das Land mit Filialen überzieht, ist ungewiss. Im Stadtzentrum von Mailand, an der Piazza Cordusio, eröffnet die US-Kette auf 2.500 Quadratmetern in der ehemaligen Postverwaltung eine Rösterei mit Shop. Es sei „die größte in Europa und unser Kronjuwel“, sagte Schultz. Er wolle „einige Millionen“ investieren und in der zweitgrößten Stadt des Landes 350 Arbeitsplätze schaffen. Mailand ist wohl der Startpunkt, der Starbucks-Chef kündigte weitere Filialen an. "Zehn bis zwölf Filialen im ersten Jahr, das ist unsere Hausnummer“, sagte er.

Brennende Palmen auf dem Domplatz

Wie groß der Widerstand der Italiener gegen Starbucks ist, zeigten etwa angezündeten Palmen auf dem Mailänder Domplatz in der Nacht nach der Ankündigung. Starbucks war der Sponsor der Grünanlage.

Die US-Kette ist mit aktuell mit 25.000 Filialen in 75 Ländern globaler Marktführer. Einen Überblick über das Fillialnetz gibt es "Store Locator" des Unternehmens.