Fleischbällchen-Herkunft Schweden stellt klar: Köttbullar gar nicht aus Skandinavien

Von Christopher Chirvi

Der Schein trügt: Köttbullar stammen eigentlich aus der Türkei. Foto: dpaDer Schein trügt: Köttbullar stammen eigentlich aus der Türkei. Foto: dpa

Stockholm. Die vermeintlich schwedischen Fleischbällchen basieren eigentlich auf einem Rezept, das König Karl XII. mitbrachte.

Für viele gehört zum Ikea-Besuch der Gang in die Kantine dazu. Und was gibt es dann auf den Teller? Köttbullar natürlich – die kleinen Fleischbällchen mit Preiselbeeren, dazu Pommes. Doch was neben Hering und Lachs als das schwedische Nationalgericht gilt, ist eigentlich türkisch. Das wurde jetzt über den offiziellen Twitter-Account des skandinavischen Landes, sweden.se, verkündet: 



"Schwedische Fleischbällchen basieren eigentlich auf einem Rezept, das König Karl XII. Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Türkei mitbrachte. Bleiben wir bei den Fakten!", heißt es dort über das Leibgericht von Astrid Lindgrens Kinderbuch-Romanfigur "Karlsson vom Dach". 

Warum der Tweet gerade jetzt veröffentlicht wurde, bleibt unklar. Doch die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Ein schwedischer Nutzer kommentiert "My whole life has been a lie". Einige türkische Nutzer danken für die Ehrlichkeit

Schwedische Medien berichten nun in dem Zusammenhang, dass König Karl XII.mehrere türkische Produkte nach Schweden gebracht hat, nachdem er sich von 1709–1714 im Osmanischen Reich aufgehalten hatte. So auch Kaffeebohnen oder Kohlrouladen. 

Die Möbelhaus-Kette Ikea hat sich bislang übrigens noch nicht offiziell zu dem Thema geäußert.