Umleitungs Langsdorf Abgesackte A20: Auch die Ausweichstrecke sinkt ab

Von Torsten Roth

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Nach der Autobahn 20 droht auch die Ausweichstrecke nahe Langsdorf im Kreis Vorpommern-Rügen unter den höheren Verkehrslasten langsam abzusinken. Foto: Volker BohlmannNach der Autobahn 20 droht auch die Ausweichstrecke nahe Langsdorf im Kreis Vorpommern-Rügen unter den höheren Verkehrslasten langsam abzusinken. Foto: Volker Bohlmann

Tribsees. Zeitverzug im Ost-West-Verkehr: Kurz vor Saisonbeginn könnten weitere Straßenschäden die An- und Abreise in die Urlaubsregionen in MV über die Umleitung um die vollgesperrte Ostseeautobahn 20 nahe Tribsees erschweren. Nach der Autobahn droht auch die Ausweichstrecke nahe Langsdorf im Kreis Vorpommern-Rügen unter den höheren Verkehrslasten langsam abzusinken.

Der Zusatzverkehr habe zu Setzungen geführt, teilte das Verkehrsministerium mit. Es seien „Setzungen im Millimeterbereich am Fahrbahnrand und im Zentimeterbereich in der Fahrbahnmitte festgestellt“ worden. Ob die Absenkungen „Ausgleichsmaßnahmen ... erfordern werden, ist heute noch nicht abzusehen“.

Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h

Auf dem betroffenen Streckenabschnitt gilt wegen Fahrbahnunebenheiten bereits seit längerem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Die Setzungen seien „zu erwarten“ gewesen, heißt es im Verkehrsministerium. Seit der Vollsperrung der A20 im Oktober vergangenen Jahres wird der gesamte Autobahnverkehr Richtung Rostock bzw. Greifswald über die Landesstraßen 19 und 23 umgeleitet. Nach der letzten Verkehrszählung waren auf dem A20-Abschnitt täglich bis zu 18 000 Fahrzeuge unterwegs, ermittelte die Bundesanstalt für Straßenwesen – einer der meistbefahrenen Abschnitte der östlichen A20. Dem Ministerium zufolge liegt der betreffende Straßenabschnitt auf moorigem Grund. Er sei schwimmend gegründet und nicht wie der A20-Damm auf Säulen. Das Eigengewicht und die Lasten des Verkehrs hätten zu einer Verdichtung der darunter liegenden Bodenschichten geführt, so dass die Straße auch ohne zusätzliche Betongründungen getragen werde. Allerdings könnten „beherrschbare Setzungen auftreten“, die ausgeglichen würden, ohne dass es zu abrupten Abbrüchen oder plötzlichen Setzungen komme.

Unruhe bei Hoteliers und Gastronomen

Die zentimetertiefe Absenkung auf der Umleitungsstrecke sorgt indes Wochen vor der Haupturlaubssaison bei Hoteliers und Gastronomen für Unruhe: „Nicht auszumalen, wenn aus der Verengung eine Sperrung wird“, meinte Tobias Woitendorf, Vize-Chef des Landestourismusverbandes, gestern. Die A20-Umleitung sei bereits zum Nadelöhr im An- und Abreiseverkehr geworden. Nun müsse schnell die angekündigte Behelfsbrücke errichtet werden, forderte er. Die soll laut Straßenbauamt bis zum Herbst gebaut und der Verkehr dann wieder entlang der A20-Trasse geführt werden.


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