Zwangsräumung beantragt Ex-Verkehrsminister Günther Krause wird aus Haus geschmissen

Von Christina Köhn

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Fincken. Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause und seine Ehefrau hätten am Dienstag bis 10.30 Uhr aus einem Haus in Fincken an der Mecklenburgischen Seenplatte ausziehen müssen. Doch dazu ist es nicht gekommen.

Ein Jahr hat das Ehepaar das komfortable Domizil mit Schwimmbad und Sauna bewohnt, doch nie den Kaufpreis bezahlt. Auch eine vom Gericht angeordnete Zahlungsfrist der 459.000 Euro ließen sie verstreichen. Dienstagvormittag trafen sich Krauses Anwalt Peter-Michael Diestel und der von den alten Hausbesitzern beauftragte Hamburger Anwalt Arne Trimpop, um die Übergabe zu vollziehen. Doch von den Krauses fehlte jede Spur in Fincken-Knüppeldamm.

Entgegen der Absprache seien die Schlüssel für das Wohnhaus nicht übergeben worden. „Wir werden morgen die Zwangsräumung beantragen und das Haus mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers räumen lassen“, erklärte Trimpop am Vormittag. Seine Mandantin war sichtlich genervt. „Es ist so gekommen, wie wir uns das gedacht haben“, sagte die Verkäuferin des Anwesens. Sie nannte das Verhalten des ehemaligen Bundesministers feige, sein Vorgehen sei eine Frechheit.

Günther Krause am Montag noch zuversichtlich

„Er wird sich an den Vergleich halten“, kündigte Peter-Michael Diestel, der Anwalt von Günther Krause, noch Ende März an. Doch Umzugskartons waren in den letzten Tagen auf dem Anwesen nicht zu sehen. „Es ist traurig, dass sich diese Geschichte so entwickelt hat. Aber wir sind auf jeden Fall nicht Hauptschuldige bei der ganzen Geschichte“, erklärte Krause am Montag dem NDR. „Und es tut mir Leid, dass der Kaufpreis bis heute noch nicht geflossen ist. Ich arbeite aber immer noch daran.“ Er gehe weiterhin davon aus, den Kaufpreis spätestens bis Ende der Woche bezahlt zu haben – wenn auch anders als vereinbart. Eine Reihe von Freunden sei bereit, einen Beitrag dazu zu leisten.

Grund für seine Geldsorgen: Angeblich sei ein Darlehensvertrag von 1,5 Millionen Euro von der Neutrino Deutschland GmbH noch nicht an Krauses Frau ausgezahlt worden. Da die Berliner Firma das Geld aber versprochen habe, hat der ehemalige Bundesverkehrsminister nun seinen Anwalt und langjährigen Parteifreund eingeschaltet und Strafanzeige erstattet. „Er ist der Betrogene“, so der Anwalt.

Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU). Foto: dpa

Doch nicht nur das fehlende Geld, auch einen anderen Punkt macht Krause als Ursache für seine Misere aus: der Einigungsvertrag. „Wenn ich den Einigungsvertrag nicht unterschrieben hätte, würde Vieles einfacher sein. Weil ich dann nicht so verfolgt wäre.“ Anwalt Diestel stimmt seinem Mandanten zu: „Unterschwellig, möchte ich schon sagen, ist das natürlich auch Neid, der meinem Kollegen entgegen kommt und der sich dann auch zuspitzt.“


Günther Krause

Krause trat 1975 der DDR-CDU bei. 1990 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Ministerpräsidenten der DDR und mit Wolfgang Schäuble Verhandlungsführer beim deutsch-deutschen Einigungsvertrag. Von 1990 bis 1991 war Krause Bundesminister für besondere Aufgaben und von 1991 bis zu seinem Rücktritt 1993 Bundesminister für Verkehr. (Quelle: Wikipedia)

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