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T-Shirt-Wetter am Wochenende So sonnig und warm wird es am Wochenende in unserer Region


cob/dpa Osnabrück. Noch ist es morgens bitterkalt, doch an diesem Wochenende könnte es endlich soweit sein und Frühling sein blaues wie warmes Band durch die Lüfte über Osnabrück, dem Emsland und Delmenhorst flattern lassen.

An diesem Freitagmorgen gab es noch Boden- und Luftfrost, was einige Autofahrer sicher an zugefrorenen Scheiben bemerkt haben dürften. Doch damit ist nun erst einmal Schluss, verspricht Meteorologe Michael Bauditz vom Deutschen Wetterdienst (DWD): „Es wird von Tag zu Tag immer wärmer.“

Der gefühlte Frühling scheint dank einem Hoch namens Leo also endlich da zu sein und mit strahlender Sonne und Temperaturen bis zu 23 Grad wird es am Wochenende in der Region Osnabrück, dem Emsland und Delmenhorst zu fast sommerlichem T-Shirt-Wetter.

Freitag wird es warm

Am frühen Freitagmorgen gab es noch Temperaturen um den Gefrierpunkt, doch im Laufe des Tages wird es unter blauem Himmel immer wärmer. „Bis zu 15 Grad kann es werden, bevor es in der Nacht dann wieder kühl wird. Es wird – wenn überhaupt – höchstens zu Frost am Boden kommen, der sich am Samstag dann schnell erwärmt“, sagt Bauditz.

Samstag wird es wärmer

Samstag wird es noch wärmer, dann ist in unserer Region mit Temperaturen über 21 Grad zu rechnen. Nachts wird es an der Ems etwa 9 Grad, in bergigen Lagen kann es auf bis zu 4 Grad herunterkühlen.

Sonntag deutlich über 20 Grad

Der Wärmehöhepunkt wird am Sonntag erreicht, wenn es in unserer Region mit viel Sonne örtlich bis zu 24 Grad werden kann. „Dieses warme Wetter wird sich noch etwa bis Dienstag kommender Woche halten, danach könnte ein zu erwartender Ostwind wieder für kühlere Tage sorgen.“

Doch der Temperaturanstieg birgt für einige Menschen auch Gefahren.

DIE VERLIERER

  • HELLHÄUTIGE: Für Menschen mit heller Haut bedeutet zu viel Sonnenlicht ein erhöhtes Krebsrisiko - und zwar bereits an diesem Wochenende. „Wir haben im April eine natürliche Reduktion der Ozonschicht. Wenn jetzt die Sonne scheint, trifft sie uns fast so stark wie im Hochsommer“, erklärt Hautarzt Eggert Stockfleth. Blonde und Rothaarige könnten in der Aprilsonne schon nach zehn Minuten in der Sonne einen Sonnenbrand bekommen. Stockfleth empfiehlt daher, schon jetzt Sonnenschutz aufzutragen. Am besten ein medizinisches Produkt mit hohem UV-Schutzfaktor. „Alles unter Faktor 30 können Sie vergessen“, so der Experte.
  • ALLERGIKER: Blühende Bäume und Sträucher gehören für viele zu den schönsten Eigenschaften des Sommers - für etwa 15 Prozent der Deutschen bedeutet die Blütenpracht jedoch triefende Nasen und rote Augen. Mit der Erwärmung komme in den nächsten Tagen der Pollenflug in Schwung, warnt der Deutsche Polleniformationsdienst. Vor allem die bei vielen Allergikern gefürchteten Birkenpollen fliegen am Wochenende durch Deutschland, die Pollen der Haseln sind hingegen schon größtenteils verflogen.
  • HERZKRANKE: Für Menschen mit Herz- oder Blutdruckproblemen können hohe Temperaturen Müdigkeit, Schwindel oder sogar einen Kreislaufkollaps hervorrufen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, sich gemeinsam mit dem behandelnden Arzt auf den Wetterumschwung einzustellen. Bekleidung, Flüssigkeitszufuhr und Medikation sollten dem Wetter angepasst werden. Gefährlich wird es laut Herzstiftung jedoch erst, wenn die Temperaturen auf über 30 Grad steigen.

DIE GEWINNER

  • EISDIELEN: Der größtenteils kalte März hat das Frühjahrsgeschäft der Eisdielen etwas verzögert. Die Stimmung in der Branche sei dennoch gut, sagt Annalisa Carnio von der Union der Italienischen Speiseeishersteller (Uniteis). Eishersteller lassen sich auch von anderen kulinarischen Berufen inspirieren: Das Uniteis des Jahres, „German Black Forest“, ist die Eiscreme-Version der Schwarzwälder Kirschtorte. Die Gelateria Kaiserbau in Stuttgart hingegen lockt mit der Sorte Rosa Grapefruit-Gin eher Cocktail-Liebhaber.
  • EINZELHANDEL: Der sich anbahnende Sommer treibt die Menschen in die Läden. Vor allem Bekleidungsgeschäfte würden am Wechsel der Jahreszeiten verdienen, sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland. T-Shirts, kurze Hosen und Sommerschuhe seien traditionell die absatzstärksten Produkte zum Sommerbeginn. Die zweiten großen Gewinner der Jahreszeit sind laut Hertel die Baumärkte. „Balkone und Terrassen wollen möbliert und begrünt werden“. Auch Outdoor-Produkte wie Fahrräder, Roller oder in den vergangenen Jahren zunehmend Trampoline seien im Frühsommer beliebt.
  • MÜCKEN: Wenn im Sommer die Temperatur von stehenden Gewässern auf mehr als zehn Grad ansteigt, schlüpfen vielerorts Mückenlarven. Je nach Wassertemperatur entwickeln sie sich in fünf bis vierzehn Tagen zum fertigen Insekt. In dieser Zeit versuchen Dirk Reichle von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) und seine Kollegen, die Brutstätten aufzusuchen und die lästigen Blutsauger mit biologischen Wirkstoffen zu bekämpfen.

Entgegen der landläufigen Meinung hat die Zahl der Mücken nichts mit den Temperaturen im Winter zu tun. „Das ist ein hartnäckiges Märchen“, sagt Reichle. Die Eier der meisten Mückenarten seien sehr resistent gegen Kälte.