Jugendtrainer im Fußballverein Vierfachmord in Schweiz: Angeklagter soll schwer gestört sein

Von dpa

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Tief hat ein Gewaltverbrechen mit vier Toten im Jahr 2015 die Schweiz erschüttert, Monate dauerte die Suche nach dem Täter, Schock dann bei der Festnahme: Es war ein Mann aus der Nachbarschaft, ein Jugendtrainer im Fußballverein. Foto: Walter Bieri/KEYSTONE/dpaTief hat ein Gewaltverbrechen mit vier Toten im Jahr 2015 die Schweiz erschüttert, Monate dauerte die Suche nach dem Täter, Schock dann bei der Festnahme: Es war ein Mann aus der Nachbarschaft, ein Jugendtrainer im Fußballverein. Foto: Walter Bieri/KEYSTONE/dpa

Schafisheim. Ein Gewaltverbrechen entsetzt die Schweiz kurz vor Weihnachten 2015: Vier Menschen werden ermordet. Jetzt hat der Prozess begonnen. Was sagt der Angeklagte?

Im Prozess um einen grausigen Vierfachmord und die sexuelle Misshandlung eines Jungen in der Schweiz hat der Angeklagte die Tat beim Prozessauftakt gestanden. Er bekundete am Dienstag erst auf Nachfrage des Richters Reue. Auf Gerichtsreporter machte er einen gefühlskalten Eindruck, wie sie schilderten. Er habe sich später bei den Hinterbliebenen entschuldigen wollen, sagte der 34-jährige Schweizer nach ihren Angaben.

Auf die Frage des Richters, wie es ihm gehe, antwortete er zuvor: „Ich leide nicht.“ Der Angeklagte - ein Ex-Fußballtrainer - ist nicht vorbestraft. Er überfiel laut Anklage drei Tage vor Weihnachten 2015 eine Familie aus der Nachbarschaft in Rupperswil. Fünf Monate lang war der Ort tief beunruhigt, bis es zu der Festnahme kam.

Der Angeklagte hat nach eigenen Angaben eine Frau (48) sowie deren Söhne (13 und 19) und die Freundin des älteren Sohnes (21) umgebracht. Er räumte ein, den jüngeren Sohn vor dem Mord sexuell missbraucht zu haben. Die Polizei hatte später ein Video der Grausamkeiten auf seinem Handy gefunden. Die Feuerwehr war damals zu einem brennenden Haus gerufen worden und fand die Leichen.

Nach Beobachtung von Gerichtsreportern antwortete der Angeklagte ruhig auf die Fragen von Richter Daniel Aeschbach. Er bezeichnete sich selbst als pädophil und süchtig nach Pornografie. Er habe keine Hilfe gesucht, weil er sich geschämt und sich eingebildet habe, alles unter Kontrolle zu haben.

Zwei Psychiater beschrieben den Angeklagten als Narzissten mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Er habe Versagensangst gehabt und zugleich pädophile Neigungen. Beide Gutachter schlossen nicht aus, dass der Mann mit jahrelanger Therapie heilbar sei. Der Angeklagte sagte, er hoffe, eines Tages auf freien Fuß zu kommen. Das Urteil wird für Freitag erwartet.


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