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Bye, bye, Kapitän Paulsen „Traumschiff“-Kapitän Siegfried Rauch gestorben

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Osnabrück. Siegfried Rauch ist tot. Der beliebte Schauspieler, vor allem als „Bergdoktor“ und „Traumschiff“-Kapitän bekannt, erreichte ein Millionenpublikum.

Siegfried Rauch ist tot. Im Alter von 85 stürzte der beliebte Schauspieler am Sonntag in seinem Heimatort in Oberbayern eine Treppe herunter. Er erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.

Beliebt war der in Landberg am Lech geborene Bayer, der zeitlebens stets seiner Heimat treu blieb, ironischerweise vor allem auf dem Meer. Seit 1999 gab er für das ZDF in „Das Traumschiff“ 39 Folgen lang den Kapitän Paulsen, und spielte außerdem seit 2007 die gleiche Rolle in dem Serienableger „Kreuzfahrt ins Glück“. In 109 Folgen trat er zudem seit 2008 in „Der Bergdoktor“ als Dr. Roman Melchinger auf. Es sind TV-Produktionen, die millionenfach von Zuschauern geliebt wurden.

Doch nicht nur mit diesen Seriendauerbrennern wurde Siegfried Rauch ein Star, auch Gastauftritte in „Rosamunde Pilcher“- und „Inga Lindström“-Folgen, aber auch bei der „Landärztin“ und „Utta Danella“-Episoden gehörten zu seinem Repertoire. Ebenso wie die Rolle des Vaters an der Seite von Maria Schell in „Die glückliche Familie“ (1987-1991).

Von „Papas Kino“ zum TV-Serienstar, beschritt Siegfried Rauch den Weg so mancher erfolgreicher Schauspieler in Deutschland. Beispielhaft mag dafür seine erste Filmrolle gelten: 1956 spielte Rauch in dem Heimatfilm „Die Geierwally“, war aber auch zudem im TV-Remake von 2005 zu sehen.

Seine interessantesten Filme waren aber wohl seine Auftritte in Hollywood-Produktionen. So wie Rauch später im Fernsehen in die Rollenschublade „distinguierter Patriarch“ gesteckt wurde, hatte er in amerikanischen Kriegsfilm-Großproduktionen vor allem eins zu spielen: den Wehrmachtssoldaten. Sei es im Oscar-Gewinner „Patton“ (1970), in John Sturges‘ „Der Adler ist gelandet“ (1976), in „Flucht nach Athena“ (1979) des „Rambo II“-Regisseurs George Pan Cosmatos oder in Samuel Fullers „The Big Red One“ (1980). Zu sehen war Rauch dort an der Seite von Weltstars wie Roger Moore, Claudia Cardinale, Michael Caine, George C. Scott, Lee Marvin oder Telly Savalas.

Eine ganz besondere Freundschaft verband ihm jedoch mit einem anderen Hollywood-Star. Steve McQueen war 1971 Rauchs Partner in dem Rennfahrerfilm „Le Mans“. Die beiden Schauspieler, beide Fans von schnellen Rennwagen, lernten sich während der Dreharbeiten näher kennen und schätzen. Rauch lud McQueen zu sich nach Hause in die bayerischen Berge ein, woraufhin dieser sogar zum Taufpaten von Rauchs Sohn wurde. 2016 veröffentlichte Rauch über diese Freundschaft ein Buch unter dem Titel „Unser Le Mans“.

Trotzdem: Auch wenn Siegfried Rauch wohl eher als Fernsehstar bekannt ist, befinden in seiner Filmographie doch auch gerade von Fans oft sehr geschätzte Werke, selbst wenn Rauch darin eher in Nebenrollen auftrat.  Darunter befinden sich die beiden 1970 entstandenen „Engel, die ihre Flügel verbrennen“ und „Oh Happy Day“ des tschechischen Regieexentrikers Zbyneck Brynych, die beiden Edgar Wallace-Filme „Der Mönch mit der Peitsche“ (1967) und „Der unheimliche Mönch“ (1968), letzterer war übrigens Uschi Glas‘ Spielfilmdebüt, zwei „Kommissar X“-Filme sowie das italienische „Alien“-Plagiat „Asteron – Die Brut des Bösen“ (1980).

Seit 1964 mit seiner Frau Karin verheiratet, war Rauch Vater zweier Söhne. Nicht nur in seinen TV-Rollen, sondern auch privat, verkörperte Rauch also stets das Bodenständige.


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