Kräfte schwinden Gesundheitszustand von Kardinal Lehmann kritisch

Kardinal Karl Lehmann 2014 im Bischöflichen Ordinariat in Mainz. Der Gesundheitszustand des 81-Jährigen hat sich verschlechtert. Foto: dpaKardinal Karl Lehmann 2014 im Bischöflichen Ordinariat in Mainz. Der Gesundheitszustand des 81-Jährigen hat sich verschlechtert. Foto: dpa

epd/dpa Mainz. Der Gesundheitszustand von Kardinal Karl Lehmann (81) hat sich drastisch verschlechtert.

Der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf appellierte am Montag in einem Brief an alle Gläubigen, seinen Amtsvorgänger in ihre Gebete aufzunehmen. Nach einem Ende September erlittenen Schlaganfall und einer Hirnblutung sei Lehmanns Zustand zunächst über Monate hinweg stabil geblieben, heißt es in dem Schreiben: „Nun schwinden seine Kräfte deutlich, sodass wir in nächster Zeit um sein Leben bangen müssen.“

Lehmann sei „ruhig und gelassen“, schrieb Kohlgraf in dem Gebetsaufruf. Der Kardinal werde von Ordensschwestern und Pflegekräften sehr gut betreut, aber er selbst habe schon „signalisiert, dass er sich nun auf den Weg macht – das letzte Stück seiner irdischen Pilgerreise.“ Nach Angaben des Bistums befindet er sich bereits seit Dezember wieder in seinem Bischofshaus in der Mainzer Innenstadt.

Der 1936 geborene Lehmann war mehr als 30 Jahre lang Bischof von Mainz und von 1987 bis 2003 Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Im Mai 2016 wurde der populäre Theologe an seinem 80. Geburtstag von Papst Franziskus in den Ruhestand entlassen.

Der Kardinal gilt als einer der prominentesten deutschen Katholiken und genießt weltweit Ansehen. In vielen Debatten bezog Lehmann klar Stellung, zum Beispiel mit seinem gemäßigt liberalen Kurs bei der Schwangeren-Konfliktberatung und bei wiederverheirateten geschiedenen Katholiken. Für die Verdienste um die Verständigung zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche ehrte ihn die Evangelische Kirche in Deutschland 2016 als ersten katholischen Träger mit der Martin-Luther-Medaille.


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