Zunehmende Kommerzialisierung beklagt Kirchengemeinde boykottiert Montagsspiele in Fußball-Bundesliga

Von dpa

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Fans von Werder Bremen protestieren beim Heimspiel gegen den HSV gegen Montagsspiele in der Bundesliga. Foto: ImagoFans von Werder Bremen protestieren beim Heimspiel gegen den HSV gegen Montagsspiele in der Bundesliga. Foto: Imago

Bremen/Köln. Seit mehr als zwölf Jahren zeigt die evangelische Friedensgemeinde in Köln jedes Spiel von Werder Bremen auf Großbildleinwänden. Zum nächsten Heimspiel reißt die Serie: Aus Protest gegen Montagsspiele bleiben die Projektoren aus.

Den Protesten gegen die Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga schließt sich jetzt auch die evangelische Kirche in Bremen an. Aus Protest gegen die zunehmende Kommerzialisierung der Fußball-Kultur werde das Montagsspiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem 1. FC Köln am 12. März erstmals nicht in der evangelischen Friedensgemeinde öffentlich übertragen, teilte Pastor Bernd Klingbeil-Jahr am Sonnabend mit. Der Beschluss gehe zurück auf ein Meinungsbild unter Hunderten von Besuchern. Dabei habe sich eine Mehrheit für einen gezielten Boykott ausgesprochen. ( Weiterlesen: Video-Beweis wird ausgeweitet)

Die Friedensgemeinde überträgt seit mehr als zwölf Jahren alle Bundesliga-Spiele von Werder Bremen live auf Großbildleinwänden. Dazu finden sich nach Angaben des Pastors jeweils mehrere Hundert Fußballfreunde aus allen Generationen im Gemeindehaus ein. Gäste sprechen inzwischen bereits von der „Kirchlichen Ost-Kurve“.

Zeichen an DFB und DFL

Der Boykott der Übertragung sei ein Signal an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball-Liga (DFL), erklärten die Bremer Fans. DFB und DFL richteten die Liga inzwischen vorrangig an den Interessen der Medien- und Werbeindustrie aus und missachteten die Interessen der Zuschauer. Viele Fans störten sich an der fortschreitenden Zersplitterung der Spieltage. Profitgier dominiere den Sport.

Gegen die Montagsspiele wachsen auch in anderen Bundesliga-Städten die Proteste. In Frankfurt protestierten Fans im Stadion. In Dortmund blieben etwa 20.000 Dauerkarten-Besitzer dem Spiel fern.


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