Zwei Frauen zu Haftstrafen verurteilt Verstörendes Lebensziel: Ein Mord musste noch sein

Von Barbara Barkhausen

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Einen Mord zu begehen, stand auf der Liste an Erlebnissen, die eine Frau vor ihrem Tod abhaken wollte. Foto: colourbox.deEinen Mord zu begehen, stand auf der Liste an Erlebnissen, die eine Frau vor ihrem Tod abhaken wollte. Foto: colourbox.de

Sydney. Weil sie Lust hatte zu morden, hat eine junge Frau in Australien einen Jugendlichen ermordet. Einen Mord zu begehen, stand auf ihrer Liste an Erlebnissen, die sie vor ihrem Tod abhaken wollte. Dafür muss sie zusammen mit einer Komplizin nun mindestens 28 Jahre ins Gefängnis.

Die meisten Menschen wollen einmal in ihrem Leben Fallschirmspringen, die Oper in Sydney oder die Pyramiden sehen. Das sind typische Wünsche, die auf einer sogenannten Bucket List stehen, die viele Menschen inzwischen anlegen, um die Erlebnisse zu sammeln, die sie gerne in ihrem Leben umsetzen wollen. Die heute 26 Jahre alte Britin Jemma Lilley hatte ebenfalls solch eine Liste angelegt – doch auf ihrer stand, dass sie noch vor ihrem 25. Lebensjahr einen Menschen ermorden wollte.

Faszination mit Horrorthemen

Lilley hatte schon lange eine Faszination mit Horrorthemen und Serienmördern und liebte die Filmreihe „A Nightmare on Elm Street“ und den dort dargestellten Serienmörder Freddy Krueger. In ihrer Jugend schrieb sie sogar ein eigenes Buch über einen Serienmörder namens SOS.

In dessen Identität schlüpfte die Britin 2016 anscheinend, als sie – zusammen mit einer wesentlich älteren Komplizin, die die Engländerin anhimmelte und ihr unterwürfig war – einen 18-jährigen, autistischen Jungen ermordete. Nach der Tat soll die junge Frau so euphorisch gewesen sein, dass sie vor einem Kollegen sogar mit dem Mord prahlte.

Online-Austausch über Mordpläne

Es war im Juni 2016, als Lilley und ihre 44-jährige Mitbewohnerin Trudi Lenon ihre Mordpläne Wirklichkeit werden ließen. Zu dem Zeitpunkt wohnte Lenon, die Mutter zweier Kinder ist, gerade mal drei Wochen mit Lilley unter einem Dach. Unter den Codenamen SOS und Corvina tauschten sie Nachrichten aus und erklärten wohl 13 Tage vor dem Mord, dass sie bereit seien zu töten.

Lenon soll schließlich den 18 Jahre alten Pajich als mögliches Opfer identifiziert haben. Sie kannte den Jungen über ihre Ausbildung an der Berufsschule und er hatte sich mit ihrem 14-jährigen Sohn angefreundet. In den Wochen vor dem Mord kauften die Frauen eine Kreissäge, Bleichmittel, Zement, ein großes Plastikfass und Aceton. Am Tag des Mordes erwarben sie noch zusätzlich 100 Liter Salzsäure in unterschiedlichen Geschäften. Lenon war es schließlich auch, die Pajich zu sich ins Haus einlud, einen jungen, eher schmächtigen Mann, der Computerspiele über alles liebte. Der Jugendliche dachte, er würde Computerspiele mit Lenons Sohn austauschen und ging nichtsahnend in das Haus der Frauen, die ein Schild mit den Worten „Elm Street“ draußen aufgehängt hatten.

Polizei fand Liste mit Foltertechniken

Danach soll Lilley zunächst versucht haben, den jungen Mann von hinten mit einem Draht zu erwürgen. Als dies daneben ging, warf Lenon den nur 51 Kilogramm schweren Jungen wohl zu Boden und Lilley stach dreimal auf ihn ein, zweimal in den Nacken und einmal in die Brust. Die gekaufte Säure kam nie zum Einsatz, stattdessen begruben die Frauen die Leiche im Hinterhof.

Pajich wurde einen Tag später als vermisst gemeldet. Die Polizei stieß dann schnell auf die beiden Frauen, nachdem Lenon die letzte war, die ihn angerufen hatte. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten nicht nur eine Sammlung an Messern, Sägen und Skalpellen, sondern auch eine alphabetisch geordnete, handschriftliche Liste von Foltertechniken. Außerdem hatte Lilleys eigene Überwachungskamera, die eigentlich ihre Motorradsammlung schützen sollte, aufgezeichnet, wie Pajich das Haus betreten hatte und später, wie Lenon mit einem großen Messer hineinging. Danach wurde die Kamera ausgeschaltet.

Nach ihrer Festnahme beschuldigten sich die Frauen zunächst gegenseitig, doch das australische Gericht verurteilte beide schließlich zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. 28 Jahre werden sie mindestens im Gefängnis verbringen müssen, bis der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.


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