Keck und gut im Luftgitarrespielen Robo-Mädchen Josie hilft Passagieren am Flughafen München

Von dpa

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München. Ihr Name ist Josie Pepper. Seit einer Woche arbeitet die gebürtige Französin am Münchner Flughafen. Mit leuchtenden Kulleraugen und sympathischer Stimme beantwortet sie die Fragen der Reisenden – und lässt dabei auch gerne mal ihren Charme spielen. Doch Josie ist keine nette Dame am Infopoint, sondern ein Roboter.

Sei es der Weg zum Gate, einem bestimmten Restaurant oder Informationen zum Abflug – in einer vierwöchigen Testphase beantwortet die 1,20 Meter große und 28 Kilogramm schwere Roboterdame die Fragen der Passagiere. Roboter des Typs „Pepper“ waren auch schon im Einzelhandel und auf Kreuzfahrtschiffen im Einsatz. Der Vorname „Josie“ kommt von „Franz Josef Strauß“, dem Namen des Flughafens.

Josie hat reguläre 40-Stunden-Woche

Josie antwortet nicht in monotonen, vorgefertigten Sätzen. „Das Besondere an ihr ist, dass sie dazulernt“, sagt Projektleiterin Julia Schmidt. „Über WLAN ist der Rechner von Josie mit einer Cloud im Internet verbunden, in der sie dann die Fragen verarbeitet und interpretiert.“ Ist Josie gerade nicht im Einsatz – sie hat eine reguläre 40-Stunden-Woche – wertet das Projektteam die Daten aus und optimiert Josies Kenntnisse und Fähigkeiten.

Bislang nur Englisch

Bislang spricht Josie nur Englisch – mit amerikanischem Akzent. „Wenn wir uns nach der Testphase entscheiden, sie zu behalten, lernt sie auf jeden Fall Deutsch“, sagt Schmidt. Momentan höre es sich noch etwas seltsam an, wenn Josie deutsche Namen sagt.

Sobald Josie zuhört, leuchten ihre großen Kulleraugen grün. Antwortet sie, dreht sich ihr Kopf, ihre Augen leuchten blau und es wirkt, als ob sie ihren Gesprächspartner direkt ansieht. Neben der Frage nach dem Weg sei der einfache Smalltalk mit Fragen wie „Wie geht es dir?“, „Wie heißt du?“ oder „Wie wird das Wetter morgen?“ bei den Passagieren besonders beliebt.

Luftgitarre am Airport

Josie kann auch ihren Charme spielen lassen. Auf die Frage, wie alt sie ist, antwortet sie: „Jung genug. Ich bin ein Mädchen und Mädchen fragt man nicht nach dem Alter.“ Auf die Frage, ob sie tanzen kann, antwortet sie „Besser als singen“ und fängt plötzlich an, zu rockiger Musik Luftgitarre zu spielen. Dabei wirbelt sie mit ihren Armen und Händen herum, die denen eines Menschen ähneln.

Das bisherige Fazit des Flughafens sei durchaus positiv, sagt Schmidt. Dass Roboter wie Josie irgendwann Menschen am Flughafen ersetzen, glaubt sie aber nicht: „Die menschliche Nähe zu Fluggästen ist essenziell und bis Roboter das beherrschen, vergeht noch sehr viel Zeit.“


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