Eltern fürchten Entführung Mädchen vermisst nach Extremisten-Angriff auf Schule in Nigeria

Von afp

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2014 zogen Frauen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja protestierend durch die Straßen, nachdem die Terrormiliz Boko Haram aus einer Schule in Chibok 276 Mädchen entführt hatten. Nun werden in Dapchi Schülerinnen vermisst. Foto: dpa2014 zogen Frauen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja protestierend durch die Straßen, nachdem die Terrormiliz Boko Haram aus einer Schule in Chibok 276 Mädchen entführt hatten. Nun werden in Dapchi Schülerinnen vermisst. Foto: dpa

Kano. Nach einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf eine Mädchenschule in Nigeria herrscht Unklarheit über das Schicksal dutzender Schülerinnen.

Eltern und andere Angehörige versammelten sich am Mittwoch vor der Schule in Dapchi im Nordosten des Landes, um Aufklärung zu verlangen. Die Behörden hätten verkündet, dass die Mädchen in umliegende Dörfer geflohen seien, sagte Abubakar Shehu: „Wir haben in all den genannten Dörfern nachgefragt, aber ohne Erfolg. Wir fürchten ein Szenario wie in Chibok.“

Boko Haram hatte im April 2014 aus einer Schule in Chibok 276 Mädchen entführt. Der Fall sorgte weltweit für Entsetzen und Empörung. Seitdem konnten 164 der Mädchen fliehen oder wurden freigelassen. 112 der Schülerinnen befinden sich bis heute in der Hand der Islamisten.

Namenslisten abgleichen

Nach Angaben der Schule befanden sich 710 Schülerinnen ab elf Jahren in der Schule in Dapchi, als sie am Montag von Boko Haram überfallen wurde. Anwohner hatten zunächst berichtet, dass alle Schülerinnen mit ihren Lehrern fliehen konnten. Am Mittwoch sagte ein Behördenvertreter, derzeit würden Listen abgeglichen um zu klären, ob Schülerinnen fehlten.

Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. In dem Konflikt wurden bisher mindestens 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben. Immer wieder verüben die Extremisten Anschläge und Überfälle auf Dörfer, Kirchen, Schulen, Sicherheitskräfte, Politiker und Behördenvertreter. Seit 2009 entführten die Islamisten zudem tausende Menschen.


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