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Stärke von 7,2 Bange Sekunden nach heftigem Erdbeben in Mexiko

Von dpa

Aus Sicherheitsgründen wurde auch Krankenhäuser evakuiert. Die Patienten mussten sich für einige Stunden im Freien aufhalten. Foto: Felix Marquez, APAus Sicherheitsgründen wurde auch Krankenhäuser evakuiert. Die Patienten mussten sich für einige Stunden im Freien aufhalten. Foto: Felix Marquez, AP

Mexiko-Stadt/Pinotepa Nacional. Vielen Mexikanern steckt die Angst seit den schweren Beben im letzten Jahr noch in den Knochen - da zittert schon wieder die Erde. Diesmal kommen die Menschen wohl mit dem Schrecken davon. Beim Erkundungsflug des Innenministers kommt es aber zu einem Unglück mit 13 Toten.

Fünf Monate nach zwei verheerenden Beben mit hunderten Toten hat ein erneuter Erdstoß in Mexiko für Angst und Schrecken gesorgt. Diesmal ging es recht glimpflich aus: Todesopfer wurden nicht gemeldet. In über 1,3 Millionen Haushalten fiel aber vorübergehend der Strom aus.

Das Zentrum des schweren Bebens der Stärke 7,2 lag etwa zehn Kilometer südlich der Stadt Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca im Süden des Landes, wie die mexikanische Erdbebenwarte mitteilte. Es wurden hunderte Nachbeben registriert, das heftigste mit einer Stärke von 5,9.

Nahe dem Zentrum in Oaxaca wurden zum Teil schwere Schäden an 50 Gebäuden gemeldet. In Santiago Jamiltepec wurden unter anderem das Rathaus und die Kirche beschädigt. Zwei Menschen erlitten Knochenbrüche. „Alle Leute sind auf die Straße gerannt. Es gab Alarm, Panik, Angst“, sagte Roxana Hernández in der Stadt Juchitán. Einige Krankenhäuser wurden evakuiert. Mehr als 5800 Soldaten und Bundespolizisten waren im Erdbebengebiet im Einsatz.

Als Innenminister Alfonso Navarrete Prida in Oaxaca einflog, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen, kam es zu einem Unglück: Der Pilot des Hubschraubers verlor kurz vor der Landung die Kontrolle, der Helikopter stürzte auf den letzten Metern ab. Dabei kamen 13 Menschen, die offenbar am Boden die Ankunft des Ministers erwartet hatten, ums Leben, wie die örtliche Generalstaatsanwaltschaft am Samstag mitteilte.

In einem Video war zu sehen, wie der Hubschrauber zwei Autos an der Unglücksstelle unter sich begrub. Unter den Toten waren auch drei Kinder. 15 weitere Menschen wurden verletzt.

Innenminister Navarrete und Oaxacas Gouverneur Alejandro Murat blieben bei dem Unglück nahe der Ortschaft Santiago Jamiltepec unverletzt. „Ich bedaure zutiefst den Tod der Menschen, die an der Stelle waren, an der der Hubschrauber der Streitkräfte abgestürzt ist“, schrieb Navarrete auf Twitter.

Auch in der rund 500 Kilometer entfernten Hauptstadt war das über eine Minute dauernde Erdbeben noch deutlich zu spüren. Viele Menschen rannten in Panik auf die Straße, als die Sirene des Warnsystems ertönte. „Wir haben uns sehr erschreckt und das Gebäude verlassen“, sagte eine junge Frau auf der Geschäftsstraße Paseo de la Reforma im Zentrum der Stadt. „Ich will mit meinem Vater sprechen. Ich will wissen, ob es allen gut geht.“

Im September 2017 war Mexiko innerhalb weniger Tage von zwei schweren Erdbeben in Oaxaca und im Zentrum des Landes rund um die Hauptstadt erschüttert worden. Dabei kamen insgesamt über 450 Menschen ums Leben. Zahlreiche Häuser wurden zerstört und tausende Menschen obdachlos.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. 1985 kamen dabei in Mexiko-Stadt mindestens 10.000 Menschen ums Leben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.