Hollywood-Stars entrüstet Verdiente Wahlberg 1500 Mal mehr als Kollegin Williams?

Am 8. Dezember erschien Ridley Scotts Thriller „Alles Geld der Welt“ mit Michelle Williams (links) und Mark Wahlberg (rechts) in den Hauptrollen. Foto: imago/ZUMA Press/TriStar ProductionsAm 8. Dezember erschien Ridley Scotts Thriller „Alles Geld der Welt“ mit Michelle Williams (links) und Mark Wahlberg (rechts) in den Hauptrollen. Foto: imago/ZUMA Press/TriStar Productions

Osnabrück/Los Angeles. Ein krasser Fall ungleicher Bezahlung erzürnt Hollywood: Mark Wahlberg soll für den Nachdreh einiger Szenen eine Millionensumme eingestrichen haben, seine Schauspielkollegin Michelle Williams nur den Mindestlohn.

Eigentlich war der Film schon abgedreht. Doch dann wurde ein Darsteller für die Produzenten untragbar: Weil gegen US-Schauspieler Kevin Spacey (58) schwere Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben wurden, strichen ihn Filmteam und Produktionsstudio aus dem Drehbuch. Einige Szenen mussten rasch nachgedreht werden. Christopher Plummer (88) übernahm Spaceys Rolle.

Die beiden Hauptdarsteller – Michelle Williams (37) und Mark Wahlberg (46) – unterstützten die Entlassung und willigten ein, bei dem Nachdreh auf ihre Gage zu verzichten. Darüber berichtete damals die Zeitung „USA Today“. Sie zitierte den Regisseur Ridley Scott, der sagte, dass mehrere Tage Nachdreh rund 10 Millionen Dollar gekostet hätten und bis auf Plummer alle Stars auf ihr Gehalt verzichten würden.

Er: 1,5 Millionen Dollar, sie: 1000 Dollar

Nun, Wochen nach der Premiere des Films, haben laut „USA Today“ Eingeweihte ausgeplaudert, dass Wahlberg eine zusätzliche Gage erhalten habe. 1,5 Millionen Dollar seien ihm ausbezahlt worden. Williams habe dagegen für den in der Branche geltenden Mindestlohn gearbeitet: 80 Dollar pro Tag, 1000 Dollar insgesamt.

Wie die US-Zeitung erfahren haben will, hatte Wahlbergs Management den Zuschlag ausgehandelt. Williams sei darüber nicht informiert worden. Dies ist besonders bemerkenswert, weil beide Schauspieler von derselben Agentur betreut werden.

Das Netz diskutiert

In den sozialen Netzwerken wird der Fall heftig diskutiert: Ist es geschlechtsbezogene Diskriminierung, also ein Fall von „Gender Pay Gap“? Hat Wahlberg schlicht den fähigeren Manager? Oder ist gar Williams selbst schuld, weil sie öffentlich erklärte, die Szenen auch unbezahlt drehen zu wollen?

Auch Hollywood-Kollegen kommentieren den Fall. Komödienspezialist Judd Apatow twitterte: „Das ist so daneben, dass es fast nicht zu glauben ist. Fast. So funktioniert das Geschäft. Ich frage mich, ob Wahlberg oder das Studio etwas tun werden, um die Situation weniger verrückt zu machen.“

Schauspielerin Jessica Chastein rief dazu auf, sich Williams’ Leistung in dem Film anzusehen. Sie sei eine brillante und preisgekrönte Schauspielerin, die seit mehr als 20 Jahren in der Filmindustrie tätig ist, schreibt Chastein. „Sie verdient mehr als ein Prozent des Gehalts ihres Ko-Stars.“


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