Taschengeld gespendet Nach viralem Post: Tierschutzverein findet die „richtige“ Louisa

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Kurz vor Weihnachten hatte der Tierschutzverein „Fellnasen“ den Brief eines 13-jährigen Mädchens auf Facebook hochgeladen, der im Netz für Furore sorgte. Screenshot: NOZ/Facebook.com/Fellnasen e.V.Kurz vor Weihnachten hatte der Tierschutzverein „Fellnasen“ den Brief eines 13-jährigen Mädchens auf Facebook hochgeladen, der im Netz für Furore sorgte. Screenshot: NOZ/Facebook.com/Fellnasen e.V.

Osnabrück. In den sozialen Netzwerken schlug die Suche nach einem 13-jährigen Mädchen Wellen, das für den Tierschutz gespendet hatte. Nun konnte Louisa ausfindig gemacht werden.

Kurz vor Weihnachten hatte der Tierschutzverein „Fellnasen“ den Brief eines 13-jährigen Mädchens auf Facebook hochgeladen, der im Netz für Furore sorgte. In dem Schreiben erklärte das Mädchen, das mit dem Namen „Louisa“ unterschrieb, dass die Umwelt und Tiere für sie sehr wichtige Themen seien. Sie überlege häufig, wie sie sich für den Umwelt- und den Tierschutz einsetzen könne. Ihr Traum sei es, „dass man die Menschen aufklärt und dass wir gemeinsam die Welt wieder in Ordnung bringen.“ Um noch mehr über die Arbeit des Vereins zu erfahren, hoffte das Mädchen auf eine Antwort. Dem Brief lag zudem eine Spende in Höhe von 25 Euro bei. Doch Louisa zu antworten, gestaltete sich recht schwierig. Denn sie hatte keine Adresse hinterlassen. Einzig der Stempel auf dem Brief konnte einen Hinweis darauf geben, wo die 13-Jährige lebt. Der Brief wurde im Briefzentrum 49 abgestempelt. Dieses ist laut der Deutschen Post „zuständig für alle Sendungen, die in die PLZ-Region 49 geschickt werden oder von dort verschickt werden.“ Demnach war es sehr gut möglich, dass Louisa in unserer Region lebt.

Aufruf wird 20.000 Mal geteilt

Über die sozialen Kanäle versuchte der Verein aus Langenhagen, die Adresse des Mädchens herauszufinden. Binnen weniger Tage wurde der Aufruf auf Facebook mehr als eine Million Mal angeschaut und fast 20.000 Mal geteilt. Auch auf Instagram suchte der Verein nach dem Mädchen. Lange Zeit vergeblich. Es hätten sich zwar diverse Nutzer gemeldet, die vorgaben, die „richtige“ Louisa zu kennen, erzählt „Fellnasen“-Mitarbeiterin Daniela Werner im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch letztlich erwiesen sich die verschiedenen Spuren als falsch.

Ein weiterer Brief

Vor einiger Zeit erhielt der Verein aber nochmals Post von dem Mädchen – wieder ohne Adresse. „Sie schrieb uns, dass sie uns lieb hat, und lobte uns nochmals für unsere Arbeit“, berichtet Daniela Werner. 15 Euro legte das Mädchen dem Brief als Spende bei. Wenige Tage später erhielt der Tierschutzverein dann eine Nachricht bei Instagram – von einer 13-Jährigen, die sich als Louisa ausgab. Im Gegensatz zum ersten Brief hatte der Verein das zweite Schreiben nicht im Internet veröffentlicht. „So konnte nur die echte Louisa wissen, was in dem zweiten Brief steht“, sagt Werner.

Als sie am Dienstag mit der angeblichen Spenderin telefonierte, stellte sich heraus, dass es sich um die „richtige“ Louisa handelt. Eine Freundin ihrer Mutter hatte einen Radiobericht gehört, in dem der virale Post des Tierschutzvereins thematisiert wurde. Sie sprach die Mutter von Louisa darauf an, ob es sich bei dem Mädchen nicht um ihre Tochter handeln könnte. So konnte das Mädchen, das in Lengerich im Emsland wohnt, schließlich ausfindig gemacht werden.

Jobwunsch Reittherapeutin

Und wie verlief das Telefonat? „Sie hatte ganz viele Fragen zur Arbeit des Vereins und war sehr neugierig“, sagt Daniela Werner. Dass Louisa ihre Adresse nicht auf den Briefen vermerkte, sei ein Versehen gewesen. Das Geld habe sie von ihrem Taschengeld gespendet. Tiere würden dem Mädchen sehr am Herzen liegen, habe diese erzählt. „Sie meinte, dass sie später gerne einen eigenen Reiterhof besitzen und Reittherapeutin werden möchte“, berichtet Daniela Werner. Der Verein will weiter in Kontakt bleiben mit dem Mädchen. Möglicherweise lernen sich die Mitarbeiterin und Louisa bald sogar persönlich kennen. Ein Sponsor des Vereins habe sich bereit erklärt, dem Mädchen die Zugfahrt nach Langenhagen zu finanzieren, so Werner.


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