Granatowski schießt das 1:0-Siegtor SV Meppen schlägt Osnabrück im Derby


Meppen. Ein Vierteljahrhundert Wartezeit hat ein Ende: Am Mittwochabend schlugen die Drittligafußballer des SV Meppen den VfL Osnabrück im Derby mit 1:0 (1:0). Der Siegtorschütze war beim bis dato letzten Sieg im Nachbarschaftsduell gerade erst geboren.

„Derbysieger, Derbysieger“ und „Oh, wie ist das schön“, sangen die Zuschauer nach dem Schlusspfiff. SVM-Vorstandssprecher Andreas Kremer warf Co-Trainer Mario Neumann im Spaß von der Tribüne aus Handküsse zu und schien auf dem Rasen nahezu jeden Meppener herzen zu wollen. Der Meppen-Fanblock tanzte mit den Spielern und dem Trainerteam und stimmte die „Humba“ an.

Letzter Sieg 1992

14 Monate war Nico Granatowski alt, als der SVM am 12. August 1992 den letzten Erfolg gegen Osnabrück (1:0 durch einen Elfmeter von Eckhard Vorholt) gefeiert hatte. Gestern durfte sich der 26-Jährige unter Flutlicht für das Siegtor feiern lassen. In der 39. Minute faustete Osnabrücks Schlussmann Marius Gersbeck eine Freistoßflanke von Thilo Leugers zwar aus dem Strafraum, aber Granatowski direkt vor die Füße. Der zögerte keine Sekunde und nagelte die Kugel aus 25 Meter Torentfernung unhaltbar ins Netz. Nach seinem zweiten Treffer – der erste war das 2:1-Siegtor in Rostock – rannte Granatowski auf die Neue Tribüne zu und formte ein Herz, ehe sich auf dem Rasen eine jubelnde Meppener Spieltraube bildete. Vor der Ausführung des Freistoßes hatte Neidhart seinem Linksaußen noch gesagt, dass er auf den zweiten Ball lauern sollte. „Dass gerade Nico das Tor macht, freut mich umso mehr nach der Geschichte vom Wochenende“, so der Coach.

„Richtig gut gemacht“

Ein Riesenkompliment verteilte Neidhart an seine Mannschaft. „Wir haben das heute über weite Strecken richtig, richtig gut gemacht und in der ersten Halbzeit nur die eine Situation von Savran zugelassen.“ Kurz vor der Pause tauchte Osnabrücks Kapitän Halil Savran nach Ablage von Marcos Alvarez frei vor dem Meppener Tor auf, fand aber seinen Meister in Keeper Erik Domaschke, sodass es beim 1:0 blieb.

Bengalos vor zweiter Halbzeit

Weil einige VfL-Chaoten massiv Bengalos zündeten, was sie im Verlaufe der zweiten 45 Minuten noch zwei weitere Male machten, begann die zweite Hälfte etwas verspätet. Granatowski ließ nach 20 Sekunden den ersten Schuss los, der allerdings rechts am Kasten vorbeiflog. Im Anschluss bemühte sich Osnabrück um den Ausgleich. Emmanuel Iyoha lieferte sich ein Privatduell mit Domaschke, der allerdings die Oberhand behielt und in der 82. Minute Glück hatte, dass der Pfosten half.

Neidhart ist stolz

„Dass ein Gegner am Ende natürlich noch einmal alles nach vorne wirft, ist ja ganz normal. In der Phase haben wir ein bisschen Glück gehabt und einen guten Torwart“, so Neidhart. Aber das brauche man auch in den Spielen. „Ich bin stolz auf meine Jungs.“

Veränderungen in Startelf

Meppens Coach hatte seine Startformation im Vergleich zum Jena-Spiel auf drei Positionen verändert. Für den gesperrten Jovan Vidovic durfte Patrick Posipal von Beginn an ran. Janik Jesgarzewski und Fabian Senninger ersetzten auf den hinteren Außenpositionen Markus Ballmert und David Vrzogic. Für Senninger nach bislang zwei Einwechslungen der erste Startelfeinsatz in dieser Saison, während Jesgarzewski zwar bereits dreimal gespielt hatte, aber zuletzt beim 1:2 gegen Magdeburg dabei war. Dagegen waren die zuletzt früh ausgewechselten Marius Kleinsorge und Thilo Leugers fit genug für die Anfangself. „Wir haben immer gesagt, dass wir alle brauchen“, freute sich Neidhart, dass seine Wechselspiele funktioniert hatten.

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9. Spieltag: SV Meppen – VfL Osnabrück 1:0 (1:0)

SV Meppen: 32 Domaschke – 3 Jesgarzewski, 31 Gebers, 25 Posipal, 37 Senninger – 22 Puttkammer, 6 Leugers – 20 Kleinsorge (75. 17 Kremer), 10 Wagner (75. 18 Hyseni), 9 Granatowski (80. 15 Ballmert) – 30 Girth

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 27 Falkenberg, 4 Appiah, 17 Susac, 16 Wachs – 10 Groß, 14 Arslan (61. 19 St. Tigges) – 20 Heider (61. 13 Danneberg), 25 Iyoha – 9 Savran (77. 18 Kristo), 11 Álvarez

Tor: 1:0 Granatowski (39., Rechtsschuss).

Gelb: 43. Wagner, 61. Puttkammer, 90. Posipal/74. Falkenberg, 78. Álvarez.

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel).

Zuschauer: 13 286, davon etwa 1600 aus Osnabrück.

Nächstes Spiel: Am Samstag (23. September, 14 Uhr) gegen Würzburg.

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