Ex-Klub von Neumann und Gebers kommt SV Meppen: Druck lastet am Freitag auf dem FSV Zwickau

Knackige Zweikämpfe sind sein Ding: Marcel Gebers (links, Foto vom Magdeburg-Spiel) bekommt es am Freitag mit seinem alten Klub zu tun. Rechts: Markus Ballmert. Foto: Werner ScholzKnackige Zweikämpfe sind sein Ding: Marcel Gebers (links, Foto vom Magdeburg-Spiel) bekommt es am Freitag mit seinem alten Klub zu tun. Rechts: Markus Ballmert. Foto: Werner Scholz

Meppen. Verzückt haben Fans und Mannschaft des SV Meppen auf den ersten Drittligasieg in Rostock reagiert. Unter Flutlicht soll nun möglichst der erste Heimerfolg folgen. Doch Trainer Christian Neidhart warnt vor der Freitagpartie (19 Uhr) gegen den FSV Zwickau vor Übermut: „Von allen Spielen, die wir bis jetzt hatten, wird das das schwerste Spiel sein“, sagt der 48-Jährige.

Neidharts Begründung: „Jetzt schauen die Leute auf die Tabelle und sagen, da musst du zu Hause gewinnen.“ Genau das sei aber das Schwierige, denn zum einen gebe es in der 3. Liga einfach keine schlechte Mannschaft, fügt er hinzu. Zum anderen habe Zwickau in den ersten Partien sehr gut gespielt. „Sie haben sich selbst aber in diesen Spielen nicht belohnt – ähnlich wie wir auch.“ Eine gewisse Verunsicherung bei den Zwickauern sei aber da, findet Neidhart. „Das liest man in den Artikeln und hört man raus.“

Zwickau noch sieglos

Zwickau gehört zu den sechs Drittligisten, die nach vier Spieltagen noch auf den ersten Sieg warten. Zwei Heimunentschieden gegen Lotte (1:1) und Erfurt (1:1) und zwei Niederlagen in Chemnitz (0:1) und in Großaspach (0:2) verbuchte bislang die Mannschaft von Trainer Thorsten Ziegner (39). „Es ist natürlich Druck auf dem Kessel“, ahnt Neidhart. „Den Druck haben wir Gott sei dank nicht so, weil wir auswärts gepunktet haben.“ Trotzdem wolle man natürlich das Heimspiel gewinnen, um eine gute Ausgangslage für das folgende Auswärtsspiel beim aktuellen Tabellenführer SC Paderborn (25. August, 19 Uhr) zu schaffen.

Bestes Rückrundenteam der Vorsaison

Die Gäste haben angekündigt, in Meppen keinen Hurrafußball spielen zu wollen. „Hinten stabil stehen und im Vorwärtsgang den Gegner überraschen“, lautet offiziell die Devise im „Kicker“. Über reichlich Erfahrung verfügt Zwickau auf jeden Fall. Denn sieben Akteure des FSV haben bereits in der 2. Liga gespielt und nahezu alle etliche Drittligaspiele auf dem Buckel. „Gerade in der Rückrunde im letzten Jahr sind sie mit einer Leichtigkeit aufgetreten“, verweist Meppens Coach darauf, dass Vorjahresaufsteiger Zwickau das beste Rückrundenteam (gemeinsam mit Holstein Kiel) war und sich kurzzeitig sogar Hoffnungen auf den Durchmarsch in die 2. Bundesliga machen durfte.

Vorne zwei Kanten

Säulen im FSV-Team sind Torjäger Ronny König (34 Jahre, im Vorjahr 15 Treffer), Kapitän und Innenverteidiger Toni Wachsmuth (30) und Torhüter Johannes Brinkies (24). Vor allem vor Zwickaus Offensivabteilung um König und den kürzlich verpflichteten Dimitrios Ferfelis (24, zuletzt für den griechischen Erstligisten PAS Ioannina aktiv) warnt Neidhart. „Mit König und Ferfelis haben sie zwei Kanten vorne drin.“ Dahinter wirbelt Ronny Garbuscheswki (31, gekommen aus Rostock), der zuletzt aufgrund einer Fußprellung einige Tage pausieren musste. Wichtige Erfahrung bringt auch René Lange (28) ins Team ein. Linksverteidiger Lange wurde beim 1:1 gegen Lotte nach einer Notbremse vom Platz gestellt. Seine Standards gelten als Waffe. Wenn die Zwickauer früh gestört werden, spielen sie lange Bälle auf die groß gewachsenen Stürmer und lauern auf zweite Bälle, die im Rückraum verwertet werden können. Deshalb wollen die Meppener die Räume zwischen Abwehrreihe und Mittelfeld nicht zu groß werden lassen.

Neumann war Torwart in Zwickau

Eine Zwickauer Vergangenheit hat Meppens Co-Trainer Mario Neumann. Von 1977 bis 1993 stand er in Westsachsen im Tor. Deshalb ist Neumann, dessen Eltern noch dort leben und der mit FSV-Coach Ziegner in Jena zusammenspielte, vor dieser Begegnung ein gefragter Mann. „Mario lernt jetzt auch wieder Leute in Zwickau kennen, die er die letzten 20 Jahre nicht gehört hat“, lacht Neidhart. Nur ein halbes Jahr lang trug SVM-Verteidiger Marcel Gebers (31) das FSV-Trikot. Obwohl er in den ersten neun Spielen der Vorsaison auf dem Platz stand, wurde Gebers im Winter aussortiert, woraufhin er nach Meppen wechselte. Neidhart schätzt vor allem dessen aggressive Spielweise. Dass er sich in jeden Zweikampf reinhaut und bei offensiven Standards torgefährlich ist. Trotz seiner Spielweise kommt Gebers mit wenigen Gelben Karten aus. „Er macht halt nicht so viele dumme Fouls“, so Neidhart. Gebers selbst weiß, was ihn erwartet: „Einige Spieler kenne ich natürlich noch. Die haben natürlich ihre Qualität, gerade mit Ronny König vorne drin, der präsent ist in der Box. Das wird sicherlich keine leichte Aufgabe werden für uns.“

Yao erstmals im Kader

Personell kann Meppen am Freitag aus dem Vollen schöpfen. Erstmals im Kader stehen wird Devann Yao (27) nach überstandener Außenmeniskusverletzung. „Weil er einfach auch der Spieler ist, der den Unterschied machen kann. Der sehr robust ist und ein gutes Tempo hat“, sagt Neidhart. Offensiv werde man alles, was man habe, auf der Bank haben, kündigt der Trainer an. „Das heißt im Umkehrschluss, dass es auch jemanden trifft, der nicht im Kader sein wird. Der in den Spielen davor gespielt hat.“ Es werde also jemand herausfallen, der damit nicht gerechnet hat. Das sei für die Spieler nicht einfach, aber auch nicht für das Trainerteam, kennt Neidhart beide Blickwinkel.

Letztes Duell in der 2. Bundesliga

Das letzte Punktspiel zwischen Meppen und Zwickau fand in der Spielzeit 1997/98 statt. In der Abstiegssaison des SVM aus der 2. Bundesliga gab es in Zwickau ein torloses Unentschieden. Meppens damaliger Ko-Trainer: der heutige Lotte-Coach Marc Fascher. Beim FSV zeichnete Frankfurt-Legende Charly Körbel an der Seitenlinie als Trainer verantwortlich. Meppen und Zwickau stiegen am Ende als Letzter und Vorletzter ab. Am 1. Spieltag hatten die Emsländer einen 2:1-Erfolg gefeiert. Robert Thoben und Marko Myyry trafen für Meppen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN