Atmosphärisch fast ein Heimspiel SV Meppen in Münster: Keine Punkte, aber Sieg nach Stimmen

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Heimspielatmosphäre in der Gästekurve: Die bis zu 2000 mitgereisten Anhänger des SV Meppen hatten im Preußenstadion die Stimmungshoheit. Foto: Werner ScholzHeimspielatmosphäre in der Gästekurve: Die bis zu 2000 mitgereisten Anhänger des SV Meppen hatten im Preußenstadion die Stimmungshoheit. Foto: Werner Scholz

Münster. Während auf dem Platz die Gastgeber den Ton angaben, machten auf den Rängen die Gäste von sich Hören: Den bis zu 2000 Meppen-Fans gehörte die Stimmungshoheit in Münster. Zwischendurch skandierten SCP- und SVM-Anhänger gemeinsame Wechselgesänge.

Es lief die 90. Minute, das Geschehen auf dem Platz war aus Meppener Sicht eher ernüchternd: 0:3 lag die Mannschaft von Trainer Christian Neidhart zu diesem Zeitpunkt hinten, spielte nach dem Platzverweis gegen Thilo Leugers nur noch zu zehnt. Statt langsam den Heimweg anzutreten, ließen die Anhänger in der Gästekurve langgezogene „Meppen“-Gesänge durch das Preußenstadion hallen und feierten ihre Mannschaft. (Der Liveticker der Partie zum Nachlesen)

Stimmungshoheit

Bis zu 2000 Fans dürften den Weg vom Emsland zum kleinen Derby angetreten haben, 450 von ihnen kamen per Sonderzug nach Münster. Gute Stimmung, alles unauffällig und ohne besondere Vorkommnisse, lautete am Sonntag die Einschätzung der Münsteraner Polizei zum Geschehen rund um das Spiel. Eine überwiegend friedliche Atmosphäre herrschte auch im Stadion: Als die Münsteraner Elf zum Aufwärmen auf den Platz kam, gellte ein kurzes Pfeifkonzert aus dem Gästeblock. Damit war den Animositäten genüge getan. Faktisch hatten die Meppener in Münster trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit Stimmungshoheit. Die Fanszene der Preußen ist in mehrere Lager zersplittert, die Unterstützung von den Rängen daher nicht einheitlich. Das daraus resultierende Stimmungsvakuum füllte die voll besetzte Gästekurve.

„Ehre, vor so vielen Mitgereisten zu spielen“

Die Anfeuerung der mitgereisten Emsländer nahmen die Spieler auf dem Platz durchaus zur Kenntnis. Es sei gar „eine Ehre, vor so vielen mitgereisten Fans zu spielen“, erklärte Stürmer Benjamin Girth nach dem Spiel und Janik Jesgarzewski sagte: „Vor so einer Kulisse zu spielen und mit so viel Unterstützung ein Auswärtsspiel zu bestreiten, gibt uns ein gutes Gefühl - auch wenn wir heute leider nichts zählbares mitnehmen konnten.“ Man nehme als Spieler die Stimmungslage auf den Rängen durchaus wahr, erklärte er, auch wenn man für Einzelheiten während des Spiels freilich zu fokussiert auf die Partie sei.

Meppen und Münster skandieren gemeinsam

Einige durchaus denkwürdige Wechselgesänge mögen den Akteuren auf dem Rasen daher entgangen sein: Mehrmals skandierten Münsteraner und Meppener Anhang während des Spiels Schmähgesänge in Richtung DFB. Und als es nach dem 0:3 für den SVM nichts mehr zu holen gab, einigten sich beide Fanlager in erneuten Wechselgesängen auf das gemeinsame Feindbild VfL Osnabrück. Der kommt im September zum Derby nach Meppen und es wird interessant sein, welche Gesänge dann durch das Rund der Hänsch-Arena hallen.


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