Zurück nach 6985 Tagen SV Meppen mit Plan B zum ersten Punkt

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Meppen. „Der SVM ist wieder da!“, klatschten die Fans vor dem Spiel und nach dem Schlusspfiff. Der Aufsteiger hat sich mit dem 2:2 (1:0) gegen Favoriten Würzburger Kickers nach 6985 Tagen im Profifußball zurückgemeldet.

5088 Zuschauer erlebten ein Wechselbad der Gefühle. Der SV Meppen führte 1:0, lag nach einem Doppelschlag binnen drei Minuten mit 1:2 zurück, kämpfte sich aber wieder ins Spiel und feierte den Ausgleich.. Auf alle Fälle verschaffte er sich Respekt in neuer Umgebung. Als einziger der drei Aufsteiger holten die Emsländer einen Zähler.

Das Spiel der Meppener im Ticker zum Nachlesen >>

Trainer Christian Neidhart war mit dem Punkt zufrieden. „Der war verdient. Ich bin stolz auf die Jungs.“ Denn mit den Franken stellte sich ein Aufstiegsanwärter vor. Kickers-Trainer Stephan Schmidt erkannte, dass sein Team zu Beginn „handlungslangsamer“ gewesen sei als der angriffslustige Gegner. „Er hat uns das Leben schwer gemacht.“

Zwei Positionen verändert

Neidhart hatte seine Startelf lediglich auf zwei Positionen umgestellt: Der lauffreudige Haris Hyseni kam im Sturmzentrum für den in Oldenburg glücklosen Max Kremer und Janik Jesgarzewski auf der rechten Außenbahn für Fabian Senninger. Beim Freundschaftsspiel in Utrecht und dem Pokalspiel in Oldenburg hatte der Coach zweimal dieselbe Formation aufgeboten.

Respekt- und humorlos

Die Emsländer waren nach dem Oldenburg-Spiel nicht wiederzuerkennen. Sie wirkten respektlos und in den meisten Aktionen auch völlig humorlos, nahmen die Rolle des Außenseiters dankbar an. Dabei hatte die Pokalpleite einige Anhänger verunsichert,

Wieder mit 3-4-3-System

Dennoch setzte Neidhart wieder auf das 3-4-3-System. Bei der Drittliga-Premiere funktionierte es wieder. Die Mannschaft stand insgesamt tiefer und damit kompakter. Die defensive Dreierkette ließ vor dem Wechsel kaum etwas zu. Marcel Gebers auf der rechten Seite nahm jeden Zweikampf an, gewann viele Kopfballduelle und sorgte für Stabilität. Steffen Puttkammer im Zentrum und Jovan Vidovic links ließen nichts anbrennen.

Erste Chance für Granatowski

Die Zuschauer sahen von Beginn an eine interessante Partie mit vielen Aktionen im Mittelfeld, aber nur sehr wenigen im Strafraum Die erste Chance hatte der Gastgeber, als sich Nico Granatowski nach einem Anspiel auf halbrechts in den Strafraum vorrückte, aber sein Schuss wurde abgeblockt (3.).

Wagner schießt das erste Tor

Die zweite Möglichkeit reichte zum ersten Tor in der neuen Liga. Schütze war Martin Wagner: Nach einem Freistoß von Leugers von der rechten Seite wurde der Ball verlängert, der Meppener Mannschaftskapitän hatte halblinks im Strafraum viel Platz, legte den Ball noch einmal vor und hämmerte ihn unter die Latte ins Netz. Die Fans in der Hänsch-Arena waren begeistert.

Domaschke macht Würzburger Chance zunichte

Die Gäste hatten in der Offensive im ersten Durchgang wenig zu bieten. Die beste Chance machte SVM-Keeper Erik Domaschke zunichte, als Dennis Mast nach Zuspiel in die Tiefe von Marvin Kleihs plötzlich am Fünfmeterraum auftauchte. Ansonsten beklagte der Gast zu viele Ballverluste. Die Hereingaben kamen meist flach und bereiteten den Meppenern kein Kopfzerbrechen.

Kopfball landet am Innenpfosten

In der Schlussphase des ersten Durchgangs „waren wir zu passiv“, erklärte Neidhart. Sein Team ließ sich weit zurückdrängen. Der Pausenpfiff kam zur rechten Zeit. Doch die Ansprache schien nicht richtig angekommen zu sein. Zunächst standen die Mannschaftsteile zu weit auseinander, dann ließ sich Meppen wieder einschnüren, hatte aber Glück, dass das Leder nach Kopfball des eingewechselten Dominik Baumann vom Innenpfosten in die Arme von Domaschke sprang.

Doppelschlag nach der Pause

Bei den Gegentreffern sah der SVM richtig alt aus. Vor dem Ausgleich durch Patrick Göbel (58.) hatte der Gastgeber das Leder im Gewühl zurückerobert. „Dann muss Ballmert den Ball nach Osnabrück schießen“, meinte Neidhart, doch das Leder landete nur an der Strafraumgrenze direkt vor den Füßen des Torschützen (58.). Zwei Minuten später lag der SVM zurück, als er in der Vorwärtsbewegung den Ball verlor und sich mustergültig auskontern ließ. Björn Jopek traf. „In der Liga werden Fehler sofort bestraft. Wir müssen noch lernen“, wusste Neidhart.

Emsländer kämpfen sich zurück ins Spiel

Meppen schien am Boden. Aber das Trainerduo Christian Neidhart und Mario Neumann baute auf Plan B. „Wir überlegen uns vor jedem Spiel, was wir in bestimmten Situationen machen“, erklärte Neidhart. Er stellte um auf 4-2-3-1, brachte David Vrzogic, Benjamin Girth und Max Kremer für den gelbbelasteten Thilo Leugers. Die Emsländer kämpften sich zurück ins Spiel, hatten wieder Chancen. Nach Vrzogic-Ecke und Kopfballverlängerung von Vidovic schaffte Girth den Ausgleich. „Er hat in der Relegation gelitten wie ein Hund, weil er nicht spielen konnte“, erinnerte Neidhart an die Verletzung des Torjägers, der sich am Samstag zurückmeldete.

„Dem Topteam Paroli geboten“

Während der Coach vielleicht schon mit einem Zähler zufrieden gewesen wäre, wollte die Mannschaft, angetrieben von den Fans, die die Sensation witterten, mehr. „Für uns war es ein Punktgewinn“, war Neidhart nach dem 2:2 sicher. „Wir haben uns nicht versteckt und einem Topteam Paroli geboten.

Nach 0:3 gegen Mainz 1998 aus der 2. Bundesliga abgestiegen

Eine gelungene Rückkehr auf die bundesweite Fußballbühne. Darauf musste der Verein lange warten. Am 7. Juni 1998 war der SV Meppen nach einer 0:3-Heimniederlage gegen Mainz 05 aus der 2. Bundesliga abgestiegen. Zum Team von Wolfgang Rolff gehörten damals auch Stefan Hülswitt, Carsten Marell, Robert Thoben, Michael Prus, Matthias Rose, Andreas Helmer, Guido Spork, Bernd Winter, Christian Claaßen, Daniel Stendel und Holger Wehlage. Zum Mainzer Aufgebot von Trainer Wiolfgang Frank zählten Jürgen Klopp, Torsten Lieberknecht, Fabrizio Hayer, Jürgen Kramny, Adrian Spyrka und Sven Demandt.


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