Neidhart in zweiter Woche dabei SV Meppen: Nur wenige Angreifer passen ins Beuteschema

In der ersten Trainingswoche leiteten Mario Neumann (helles T-Shirt) und Physiotherapeut Daniel Vehring (nicht auf dem Bild) die Einheiten. Foto: Dieter KremerIn der ersten Trainingswoche leiteten Mario Neumann (helles T-Shirt) und Physiotherapeut Daniel Vehring (nicht auf dem Bild) die Einheiten. Foto: Dieter Kremer

Meppen. Woche eins der Vorbereitung liegt hinter den Fußballern von Drittliga-Aufsteiger SV Meppen. Am Montag stößt auch Coach Christian Neidhart dazu. Dessen Co-Trainer Mario Neumann blickt auf die ersten Tage mit der Mannschaft zurück und nimmt Stellung zum neuen Torwartduo und zu einem möglichen neuen Stürmer.

In der ersten Trainingswoche leiteten Neumann und Physiotherapeut Daniel Vehring die Einheiten, weil Neidhart am Montag beim Trainingsauftakt des SVM noch in Hennef beim Fußballlehrerlehrgang weilte und einen Tag später mit den anderen 24 Kollegen und DFB-Chefausbilder Frank Wormuth nach Polen zur U-21-Europameisterschaft flog, um eine Spitzenfußball-Analyse vorzunehmen.

Zwei Einheiten am Montag mit Neidhart

Neumann und Neidhart befanden sich während der ersten Woche im permanenten telefonischen Austausch. Eine Videobotschaft vom Trainer für die Spieler gab es zur Begrüßung nicht. Zu Beginn der zweiten Woche sehen sich Neidhart und Mannschaft zum ersten Mal. „Christian wird am Montag da sein, auch die komplette Woche“, so Neumann. Zwei Einheiten sind am Montag geplant: um 10 und um 15 Uhr.

Dank an Arbeitgeber

In der ersten Woche standen zehn Einheiten auf dem Programm: Jeweils zweimal bat Neumann am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag zum Training, je einmal am Montag und Freitag. Trainingsfrei war am Sonntag. Weil einige Spieler berufliche und schulische Verpflichtungen haben, war und ist der SV Meppen auf das Entgegenkommen der Arbeitgeber angewiesen, wofür sich Neumann stellvertretend bedankt. „Denn in der Kürze der Zeit können wir nicht alles so auf die Beine stellen, dass die Jungs auch permanent beim Training sein können. Da können wir den Arbeitgebern einfach nur ein großes Dankeschön aussprechen.“

Integration läuft nach Plan

Die Eingliederung der neuen Spieler in das funktionierende Gebilde läuft auf vollen Touren. „Die Woche hat bestätigt, was wir uns erhofft haben und wovon wir auch überzeugt waren. Dass die Jungs, die zu uns gekommen sind, so aufgenommen werden, als wenn sie schon immer dagewesen. Das hat die Mannschaft sofort wieder hinbekommen – diese Jungs zu integrieren“, zieht er ein positives Fazit.

„Stürmer hat Priorität“

Personell soll es auf jeden Fall noch Veränderungen geben. „Ein Stürmer hat Priorität, das ist klar“, sagt Neumann. Torjäger Benjamin Girth, bei dem in dieser Woche ein aktuelles Röntgenbild Aufschluss über das weitere Vorgehen bringen soll, fällt noch aus. Riesig ist der Kreis der Anwärter auf einen Job beim SVM nicht: „Es wird wenige Kandidaten geben, die in das Beuteschema des SV Meppen passen“, so Neumann. Heißt: der Spieler muss bezahlbar sein und sich mit den Bedingungen anfreunden. Bis zum 31. August kann der SV Meppen zwar noch Akteure verpflichten. Doch ein neuer Angreifer soll laut Neumann möglichst schnell an der Mannschaft dran sein, weil bereits am 19. Juli das NFV-Pokalspiel beim VfB Oldenburg ansteht und am 23. Juli das erste Spiel in der 3. Liga. „Wenn du am 30.8. dann noch immer nichts hast, gibt es wahrscheinlich einen Schnellschuss. Und die gehen immer nach hinten los.“ Deshalb wolle man es zeitnah hinbekommen. „Aber das Gesamtpaket muss zum SV Meppen passen.“ Girth arbeitet aktuell im Fitnessstudio an seiner Grundfitness. „Wenn der Doktor das Okay gibt, ist Benny schneller wieder da, als viele das vielleicht auch prophezeit haben“, kennt Neumann den Ehrgeiz den Stürmers. Girth hatte sich in der Woche nach dem Eichede-Spiel (7. Mai) den Mittelfuß gebrochen und zwei Bänder gerissen, woraufhin er operiert worden war. Damals wurde eine wahrscheinliche Ausfallzeit von vier Monaten prognostiziert.

Offenes Duell im Tor

Geschlossen wurde am vergangenen Dienstag mit der Verpflichtung von Erik Domaschke die Baustelle Torhüter. Mit 31 Jahren und 56 Drittligaspielen ist der Ex-Erfurter ein erfahrener Mann. Das Anforderungsprofil an das Torwartteam habe sich durch den Aufstieg geändert, erklärt Neumann. „Wenn wir in der Regionalliga geblieben wären, hätten wir einen jungen Torhüter dazu geholt.“ Dann wäre die Tendenz in Richtung Jeroen Gies gegangen, denn man habe nicht umsonst mit ihm verlängert und Vertrauen in den 22-Jährigen. Wer am Ende im ersten Drittligaspiel zwischen den Pfosten stehen wird, ist Stand heute nicht klar. Neumann: „Unterm Strich wird der spielen, von dem wir überzeugt sind, dass er der Mannschaft am meisten hilft.“ Deswegen sei die Geschichte offen, ergänzte er. „Wir wären doch wahnsinnig als Trainer, wenn wir nicht den Besseren spielen lassen würden.“ Seine ersten Eindrücke seien, dass es kein Gut oder Schlecht geben werde. Die Trainer hoffen, mit Gies und Domaschke ein ähnlich gut harmonisierendes Team zu haben wie in der Vorsaison mit Benjamin Gommert und Gies. „Das ist ein Team im Team und muss einfach funktionieren. Wenn die beiden nicht miteinander können, wäre es auch für die ganze Mannschaft eine Katastrophe.“ Im letzten Jahr habe es auch keinen Futterneid gegeben.

Vorfreude spürbar

Spürbar ist laut Neumann die Vorfreude beim SV Meppen und seinen Anhängern. „Man merkt überall, auch wenn man mal in die Stadt geht, wie die Leute das positiv aufnehmen, was die Jungs erreicht haben.“ Man könne spüren, wie alle zusammenrückten. „Man merkt, dass alle dankbar und demütig sind, dass wir wieder im bezahlten Fußball dabei sind. Wenn die Mannschaft wieder so durch dick und dünn geht wie im letzten Jahr, dann werden wir die Leute auch nicht enttäuschen.“

Spielplan in erster Juli-Woche

In der ersten Juli-Woche, vermutlich am 6. Juli, soll der Spielplan der 3. Liga veröffentlicht werden. Wahrscheinlich ist, dass Osnabrück und Meppen nicht am selben Tag ihre Heimspiele austragen werden.

Formtest am Mittwoch

Der erste Test steht am Mittwoch (28. Juni) an. Dann spielt der SV Meppen ab 18.30 Uhr beim Vorbereitungsturnier in Ankum gegen die U23 des SV Werder Bremen und Gastgeber SV Quitt Ankum.


bisheriger Kader SV Meppen:

Tor: Jeroen Gies, Erik Domaschke

Abwehr: Jovan Vidovic, Dennis Geiger, Janik Jesgarzewski, Youri ter Arkel, David Vrzogic, Julian Püschel, Steffen Puttkammer, Fabian Cordes, Giorgio Beltau, Yannik Nuxoll.

Mittelfeld: Menno Heerkes, Patrick Posipal, Thilo Leugers, Martin Wagner, Thorben Deters, Marius Kleinsorge, Jens Robben, Marcel Gebers, Devann Yao, Nico Granatowski, Conor Gnerlich, Leon Demaj.

Sturm: Max Kremer, Benjamin Girth, Francky Sembolo, Luca Sellere, Sven-Lennart Goldschmidt.

Vorbereitungsplan:

28. Juni (in Quitt Ankum): ab 18.30 Uhr Vorbereitungsturnier gegen SV Werder Bremen U 23 und SV Quitt Ankum

1. Juli (in Schwagstorf): gegen TuS Bersenbrück (Anstoß: 16.30 Uhr)

6. Juli (im niederländischen Erica): gegen Twente Enschede (Anstoß: 19 Uhr)

8. Juli (beim SV Hemsen): gegen den BSV Rehden (Anstoß: 16 Uhr)

12. Juli (beim SV Mesum): gegen den SV Mesum (Anstoß: 19 Uhr)

19. Juli: 1. Runde Niedersachsenpokal beim VfB Oldenburg (Anstoß: 19 Uhr)

21. bis 23. Juli: erstes Punktspiel (Gegner und Uhrzeit noch offen)

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