Interview mit Andreas Kremer SV-Meppen-Vorstandssprecher: War das eine Arbeit!

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„Eine unglaubliche Last“ ist von Vorstandssprecher Andreas Kremer abgefallen, der seit neun Jahren im Führungsgremium des Vereins arbeitet. Der Traditionsverein ist in die Dritte Liga aufgestiegen. Foto: Leißing„Eine unglaubliche Last“ ist von Vorstandssprecher Andreas Kremer abgefallen, der seit neun Jahren im Führungsgremium des Vereins arbeitet. Der Traditionsverein ist in die Dritte Liga aufgestiegen. Foto: Leißing

Meppen. „Das ist ein tolles, aber auch anstrengendes Jahr“, stellt der Vorstandssprecher des SV Meppen, Andreas Kremer, im Interview fest. Er kündigt nach dem Aufstieg in die Dritte Liga die Verpflichtung von Spielern, aber auch nötige Veränderungen an der Hänsch-Arena an.

Unmittelbar nach dem 4:3-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Waldhof Mannheim war Kremer von Tränen überwältigt. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Mit etwas zeitlichem Abstand fand er die Worte wieder.

Glückwunsch zum Aufstieg, Herr Kremer. Wie fühlen Sie sich?

Leer. Einfach leer. Nach dem Schlusspfiff habe ich so geweint. Es ist eine unglaubliche Last von mir abgefallen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich vor der Saison nicht damit gerechnet habe, dass wir aufsteigen. Auf einmal denkt man über die neun Jahre nach und sagt, mein Gott, war das eine Arbeit! Immer dranzubleiben bei Tiefschlägen nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch im Umfeld, bei Sponsoren. Aber am Ende des Tages haben wir es geschafft.

Der Vorstand geht seinen Weg schon länger. Der Verein wurde entschuldet, ist trotzdem aufgestiegen...

Ich habe immer gesagt, wir machen hier alles möglich, was geht. Wir spielen erfolgreichen Fußball mit den Mitteln, die wir haben, mit dem Budget, das wir stemmen können. Natürlich wollen die Spieler, wie jeder andere auch, Geld verdienen. Aber sie haben so viel Spaß am SV Meppen, sie finden ein tolles Team hier mit Trainern, Mannschaft, Vorstand, Verwaltungsrat, Fans und Umfeld. Man darf die ganzen Ehrenamtlichen nicht vergessen. Das ist hier schon toll geworden.

Jetzt geht es weiter in Liga drei. Wie gut ist der Verein vorbereitet?

Wir mussten uns ja schon viele Gedanken machen, als wir den Lizenzantrag gestellt haben. Die Lizenz bekommt man ja nicht einfach so. Wir hatten noch eine Auflage wegen finanzieller Themen. Das haben wir jetzt geregelt. Der DFB hat zugestimmt.

Was liegt jetzt an?

Ich glaube, wir sollten erst einmal alles etwas sacken lassen. Wir müssen unsere Budgetplanungen weiter verfeinern. Wir wissen ja jetzt, dass wir in der Dritten Liga spielen. Wir werden auch sicherlich noch den einen oder anderen Spieler verpflichten. Aber das Schöne ist, und darüber freue ich mich riesig, dass ein Großteil der Truppe schon im Vorfeld gesagt hat, wir bleiben, egal, ob Regionalliga oder Dritte Liga. Wir stehen zum Verein. Wenn wir den Aufstieg nicht schaffen, greifen wir nächste Saison wieder an. Am Stadion muss noch einiges passieren. Das ist Aufgabe der Stadt in Zusammenarbeit mit uns. Diese Dinge stehen jetzt an. Aber erst einmal müssen wir wieder etwas abkühlen.

Ist es aktuell die Saison des SV Meppen?

Klar. Sicherlich haben wir viele Dinge vorbereitet, aber man braucht auch einfach mal Glück. Die erste Mannschaft ist aufgestiegen, die A-Jugend vom Jugendleistungszentrum Emsland steigt in die Regionalliga auf,die B-Junioren haben in der Regionalliga den Klassenerhalt geschafft, die C-Jugend ist Meister der Landesliga. Die B-Mädchen spielen um die Deutsche Meisterschaft. Wenn sie den Titel holen würden, wäre das noch eine Krönung. Die Nachwuchsmannschaft der Frauen ist in die Regionalliga aufgestiegen. Das ist ein tolles, aber auch anstrengendes Jahr. Es sind auch die Lorbeeren der ganzen Arbeit, die wir investiert haben.


Lebenslauf

Andreas Kremer wird am 8. Mai 1969 in Meppen geboren. In der emsländischen Kreisstadt spielt er für Union Meppen Fußball (1977 - 1980), Tischtennis (1979 - 1987) und Tennis (1986 - 1995). Der Fernmeldehandwerker ist Geschäftsführer des 1997 von ihm gegründeten Kommunikationsdienstleisters KiKxxl GmbH. Das Unternehmen beschäftigt 1500 Mitarbeiter an vier Standorten. Der zweifache Familienvater, der sich auch wirtschaftspolitisch engagiert hat, lebt in Osnabrück. Kremer ist seit 2008 Vorstandssprecher beim SV Meppen. Er hat die Dritte Liga als Meppener Perspektive ausgegeben. Jetzt ist das Ziel erreicht.

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