0:3-Niederlage in Wiesbaden SV Meppen rutscht noch tiefer in den Keller

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Wiesbaden. Diese verdiente Niederlage schmerzt richtig! Der SV Meppen ist nachdem 0:3 (0:0) vor 2068 Zuschauern beim SV Wehen Wiesbaden noch tiefer in den Tabellenkeller gerutscht.

In einem typischen Kellerduell wirkten beide Teams nervös. Der Gastgeber, vor der Saison als mögliche Überraschungsmannschaft gehandelt, war am Ende einen Tick entschlossener. Das machte auch für Meppens Trainer Christian Neidhart den Unterschied aus. (Hier gibt‘s den Liveticker zum Nachlesen)

Beide Kontrahenten standen schon vor dem Spieltag gehörig unter Druck, weil Braunschweig sie mit dem ersten Saisonsieg überholt hatte. „Uns fehlt die Leichtigkeit“, stellte Neidhart fest. Verkrampft waren allerdings auch die Gastgeber. „Wir haben in der ersten Halbzeit ein Spiel angemessen zum Tabellenstand gesehen“, sagte der Meppener Coach. Beide Teams scheuten das Risiko in der Offensive.

Rehm: Kontrolle gehabt

„Wir waren in der ersten Halbzeit nicht präzise genug in den Offensivaktionen“, meinte Wehen Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm. Aber sein Team habe die Kontrolle gehabt. „Und das ist gegen Meppen gar nicht so leicht.“ Allerdings war es auch schon schwerer als in der Brita-Arena.

Drei Wechsel in der Startelf

Neidhart hatte auf drei Positionen umgestellt. Jovan Vidovic und Patrick Posipal bildeten die neue Innenverteidigung. Zudem kam Max Kremer ins Team. Steffen Puttkammer, Marius Kleinsorge und Hassan Amin blieben draußen. Marco Komenda rückte auf die linke Seite der Viererkette, die Position, die er auch in der vergangenen Saison in Mönchengladbach gespielt hatte.

Domaschke rettet

Doch gerade in der Anfangsphase fehlte die Sicherheit. Torwart Erik Domaschke, der leichte Kniebeschwerden hatte, sodass vorsichtshalber neben Jeroen Gies auch Matthis Harsman mit nach Hessen gereist waren, musste schon in der zweiten Minute mit dem Fuß gegen den ehemaligen Flensburger René Guder klären, der aus kurzer Distanz abzog. Dann verstolperte Stephan Andrist vor dem Meppener Keeper. Der Gastgeber kam vor dem Seitenwechsel zwar nur noch zu einer weiteren Möglichkeit, als Guder den Ball nach einer Hereingabe von der rechten Seite über das Tor köpfte, aber es lag latent Gefahr in der Luft.

Konter verpasst

Das Aufbauspiel der Meppener war um die 15. Minute zu fehlerhaft. Viel zu viele Bälle kamen direkt beim Gegner an. Doch der machte zu wenig daraus. Der SVM verpasste einige Kontergelegenheiten. „Wir haben oft die falsche Entscheidung getroffen“, wusste Neidhart.

Fünfte Gelbe für Leugers

Die Emsländer kamen im ersten Durchgang zu zwei Möglichkeiten durch Deniz Undav. Beide Male schoss der ehemalige Braunschweiger knapp am Tor vorbei (8., 45.). Bitter die Gelbe Karte für Thilo Leugers. Es war die fünfte im fünften Spiel in Folge. Er ist in einer Woche gegen Unterhaching gesperrt.

Melzig erkennt Verunsicherung

Die Verunsicherung beider Teams erkannte zur Pause auch der ehemalige Meppener Siegfried Melzig, der vor 50 Jahren mit den Blau-Weißen Meister geworden war. „Beim 1:0 in der vergangenen Saison war Meppen stärker“, stellte er fest und tippte auf ein 1:1.

Wehen: Glück bei den Wechseln

Neidhart erklärte seinem Team zur Pause, dass diejenige Mannschaft als Sieger vom Platz gehen werde, die sich mehr reinhänge. Er behielt recht. Allerdings zeigte der Gastgeber das größere Engagement und die an diesem Tag bessere Mentalität. Zudem hatten die Hessen Glück mit den Einwechslungen: Rehm brachte zu Beginn der zweiten Hälfte mit Torjäger Manuel Schäffler und Daniel-Kofi Kyereh, der mit Undav beim TSV Havelse spielte, zwei frische Offensivkräfte. Beide machten gleich auf sich aufmerksam: Schäffler beförderte den Ball zwar in Tor (48.), der Unparteiische erkannte eine Abseitsposition. Beim Schuss von Kyereh konnte Domaschke gerade noch retten (58.).

Führung durch Andrist

Doch drei Minuten später war auch der Meppener Keeper geschlagen. Nach Schäffler-Pass in die Tiefe konnte der schlecht postierte Janik Jesgarzewski Stephan Andrist nicht in den Strafraum folgen. Der Angreifer schob den Ball flach ins lange Eck und löste Entzückung auf den Rängen aus. Fünf Minuten später traf Alf Mintzel, den sie in Wiesbaden als „Fußballgott“ titulieren, per Freistoß die Latte.

0:2 in Unterzahl

Glück für den SV Meppen, der in der Offensive ebenfalls umstellte. Schon vor dem 0:1 war Kleinsorge für Kremer gekommen, unmittelbar danach Max Wegner für Martin Wagner. Doch es reichte nicht mehr zur Aufholjagd. Denn Kyereh sorgte mit dem 2:0 für die Entscheidung. „Als wir in Unterzahl waren, weil Marco Komenda behandelt wurde“, sagte Neidhart. Kurz vor dem Abpfiff erhöhte Kyereh noch auf 3:0.

„Jungs sehr niedergeschlagen“

Bitter für den SV Meppen, dem gegen die bis dahin schlechteste Abwehr der Liga kein Tor gelang. Zudem konnten die Emsländer die Fehler nicht abstellen. „Wir waren in den vergangenen Jahren als Mannschaft erfolgreich, jetzt müssen wir auch als Mannschaft aus dieser Situation kommen, die nicht einfach ist“, blickte Neidhart nach vorn. „Jetzt muss ich die Jungs wieder aufbauen. Denn sie sitzen sehr niedergeschlagen in der Kabine.“ Mit der Leistung der vergangenen beiden Spiele wird es eng in der 3. Liga.


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