2:5 gegen Werder Bremen SV Meppen: Viel richtig gemacht – aber auch krasse Fehler

Meine Nachrichten

Um das Thema SV Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Cloppenburg. Die Drittliga-Fußballer des SV Meppen haben das Testspiel gegen den Bundesligisten Werder Bremen vor 2500 Zuschauern im pk-Sportpark in Cloppenburg mit 2:5 (0:2) verloren. Für ihren Auftritt ernteten sie Lob, machten es dem Gegner vor den Gegentreffern aber zu leicht.

Deswegen war Meppens Trainer Christian Neidhart nach der zehnten Niederlage im zwölften Spiel gegen Werder seit 1969 nach dem Schlusspfiff genervt: „Wir haben drei Dinger selbst gemacht.“Das ging schon mit dem 0:1 los und setzte sich in der zweiten Halbzeit fort, als der SVM das Spiel machte und auf den Ausgleich drängte. Patzer beim Aufbau im Mittelfeld „haben dann alle Bemühungen zunichtegemacht.“ Ärgerlich nicht nur für den Trainer, der auch feststellte: „Wir haben auch ganz viel richtig gemacht.“ In der Offensive hatte der SVM gute Aktionen und Möglichkeiten. Erfreulich, dass Deniz Undav beide Tore erzielte und gegen seinen ehemaligen Verein eine gute Leistung zeigte. Denn in den Punktspielen haben er und Max Wegner noch nicht getroffen.

Bremer Stars dabei

Die Bremer hatten ihre Stars mitgebracht nach Cloppenburg. Trainer Florian Kohfeldt hatte etwa Max Kruse, Nuri Sahin, Davy Klaassen und Claudio Pizarro für die Startelf nominiert. Erwartungsgemäß dominierten die Hanseaten, die in dieser Saison wieder von Europa träumen und vier Punkte aus den ersten beiden Bundesligaspielen gesammelt haben..

Hier finden Sie den Liveticker vom Testspiel zum Nachlesen >>

Die erste Möglichkeit hatte allerdings der SV Meppen: Wegner steuerte mit dem Ball auf das gegnerische Tor zu, wurde aber im letzten Moment geblockt.

Pizarro schießt das 1:0

Dann kam der Auftritt von Werder-Routinier Claudio Pizarro, der allerdings von einer Meppener Nachlässigkeit eingeleitet wurde. Nach einem Rückpass von Janik Jesgarzewski auf Torwart Erik Domaschke tauchte der 39-jährige Peruaner wie aus dem Nichts auf. 1:0 für den Bundesligisten. Bitter für den Drittligisten. Da konnte auch Patrick Posipal als Abräumer vor der Abwehr nicht mehr klären.

Chancen für den SVM

In der Anfangsphase unterliefen den Emsländern einige Fehlpässe – sowohl im Abwehr- wie auch im Aufbauspiel. Aber daraus resultierten keine Bremer Möglichkeiten. Über Chancen verfügte zunächst wieder der SVM: Nach einem Ballverlust von Sahin, der immerhin 52 Länderspiele für die Türkei absolviert hat und über Erfahrung bei Dortmund, Madrid und Liverpool verfügt, passte Meppens Kapitän Thilo Leugers, der selbst hätte schießen können, auf Marius Kleinsorge. Der Flügelflitzer zog aus spitzem Winkel ab, der Ball landete jedoch an den Beinen von Torwart Luca Plogmann. Zwei Minuten später hob Wegner das Leder knapp über das Tor.

Osako trifft zum 2:0

Dann leitete Pizarro, den die Fans als Fußballgott feiern, das 0:2 ein. Nach einem Freistoß des agilen Kruse von der linken Seite setzte er energisch nach, beförderte den Ball nach innen, wo der aus Köln gekommene Japaner Yuya Osako aus kurzer Distanz traf. Die Bremer ließen danach den Ball laufen, kamen aber bis zum Seitenwechsel nicht mehr zu klaren Gelegenheiten. „Erik Domaschke hat vor der Pause zwei Bälle aufs Tor bekommen“, stellte Neidhart fest. Dazu kam noch ein allerdings wenig gefährlicher Schuss von Pizarro.

Kopfballduell zwischen Nuri Sahin (Werder Bremen) und Thilo Leugers (SV Meppen). Foto: Werner Scholz

Der SVM verfügte noch über zwei weitere gute Chancen: Nach einem Leugers-Freistoß köpfte Abwehrspieler Marco Komenda den Ball auf die Latte. Das hätte der Ausgleich sein können. Nach Jesgarzewski-Zuspiel auf Kleinsorge, passte der von der Torauslinie Richtung Fünfmeterraum, fand aber keinen Abnehmer. Zum Seitenwechsel gab es Lob von Ex-Profi Ansgar Brinkmann: „Meppen macht das gut, hat fünf sechs Chancen gehabt, ist vor dem Tor aber nicht so eiskalt wie die Bremer“, erklärte der „weiße Brasilianer“, der in seiner Laufbahn einige Spiele gegen Meppen und Werder bestritten hat.

Undav trifft gegen Ex-Verein doppelt

Nach sechs Wechseln zur Pause (Bremen einen) setzte Meppen nach, während der Bundesligist eher in den Verwaltungsmodus umschaltete. Undav traf nach einer Hereingabe von Jesgarzewski per Kopf zum 1:2. Meppen wollte mehr.

Doch bei einem Konter leitete Davy Klaassen auf der rechten Seite das 3:1 durch Pascal Hackethal ein. Bitter für den SVM, der nicht aufsteckte. Und das wurde belohnt: Erneut Undav nach einer Hereingabe von Martin Wagner von links traf zum 2:3. „Artistisch, ein Traumtor“, sagte Neidhart. Aber Werder Jung-Talent Joshua Sargant sorgte für den Ausbau der Bremer Führung. Den Schlusspunkt setzte Pizarro per Kopf. „Es standen zwei Spieler im Zentrum“, sagte Neidhart, aber die hätten Pizarro am zweiten Pfosten offenbar nicht gesehen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN