Rostock beendet Negativserie SV Meppen ohne Chance bei 1:3-Heimpleite

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Meppen. Der SV Meppen muss weiter auf den zweiten Heimsieg warten. Vor 7383 Zuschauern verlor er nach der mit Abstand schwächsten Vorstellung dieser Saison mit 1:3 (0:2) gegen Hansa Rostock.

Damit kassierten die Emsländer, die ohne echte Torchance blieben, im sechsten Spiel die dritte Schlappe, schon die zweite daheim. Sie verharren im Tabellenkeller, während Rostock sich weiter Richtung Mittelfeld absetzt. Hansa beendete im Emsland die Auswärtsnegativserie. Nach neun Monaten gelang der erste Sieg in fremder Umgebung. Zuvor hatten sie ebenfalls in Meppen gewonnen: mit 2:0 im Februar im Schneegestöber.

„Absolut verdiente Niederlage“

Meppens Trainer Christian Neidhart sprach von einer „absolut verdienten Niederlage. So wie wir uns über weite Strecken angestellt haben, kann man nicht gewinnen.“ Vor den ersten beiden Gegentoren beklagte der 49-Jährige Abwehrfehler. Rundum zufrieden zeigte sich dagegen Rostocks Trainer Pavel Dotchev. „Unser Plan ist komplett aufgegangen.“ Sein Team agierte defensiver als sonst, ließ Meppen mehr Ballbesitz. Entscheidend war für Dotchev allerdings, dass sein Team nicht in Rückstand geriet. Danach habe zuletzt oft die Ordnung gefehlt. In der Hänsch-Arena stand sein Team kompakt.

Konter zum 0:1 wie für ein Lehrvideo

Die Gäste zeigten die Reaktion, die Dotchev auf die deftige 0:4-Heimschlappe gegen die Würzburger Kickers erwartet hatte. Die Spieler wirkten auf dem Rasen der Hänsch-Arena entschlossener. Schon in der achten Minute ging Hansa in Führung. Dank des schnellen Umschaltspiels, das Dotchev als besondere Stärke von Rostock ausgemacht hatte. Biankadi eilte mit Ball am Fuß durch das Mittelfeld, schüttelte Meppener Verfolger ab, passte auf die rechte Seite. Von dort kam der Ball genau auf Marco Königs, der keine Mühe hatte. „Unsere linke Seite war komplett offen“, erkannte Neidhart und sprach von einem Konter, der sicher in jedes Lehrvideo passen würde. Ein Schlag ins Meppener Kontor.

Granatowski musste verletzt raus

Die Gastgeber, die ebenfalls das schnelle Umschaltspiel bevorzugen, zeigten diese Qualität kaum. In der Anfangsphase kombinierten sie einige Male ordentlich, ohne allerdings gefährliche Situationen zu kreieren. Dann verlegten sich die Emsländer wieder auf lange Bälle nach vorn. Die kamen aber flach oft und hoch nie an, weil die SVM-Angreifer nicht über die langen Angreifer für diese Aktionen verfügen. Bitter die Verletzung von Nico Granatowski, der schon nach 27 Minuten vermutlich wegen einer Zerrung oder eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel vom Platz musste. Er hat als einziger Meppener zwei Tore erzielt. Für ihn kam Mirco Born. Aber durchschlagskräftiger wurde der Gastgeber nicht. Dem SVM fehlten die Ideen, Rostock räumte konsequent ab. Hansa-Keeper Ioannis Gelios verbrachte einen ruhigen Nachmittag.

Hansa geht auf Nummer sicher

Auch in der Rückwärtsbewegung hatten die Emsländer Probleme gegen clever agierende Hanseaten, die im Zweifelsfall defensiv lieber auf Nummer sicher gingen und hinten auf Überzahlspiel setzten. Gegen den bärenstarken Biankadi fand der SVM 45 Minuten lang kein Mittel. Enttäuschend. Die Konsequenz waren Pfiffe von den Rängen schon kurz vor dem Seitenwechsel.

0:2 kurz vor der Pause

Zu diesem Zeitpunkt führte Hansa 2:0. Denn in der 43. Minute sprang der Ball nach Schuss von Lukas Scherff vom Innenpfosten ins Netz des Meppener Tores. Unerklärlich, warum der Schütze so viel Platz hatte. Die dritte Möglichkeit für den Gast, für den vorher Kai Bülow nach Freistoß das Leder am Gehäuse vorbeigeköpft hatte.

Nach dem Wechsel mit zwei Spitzen

Es geht noch was“, machte Stadionsprecher Mike Flägel den SVM-Anhängern Mut. Neidhart hatte reagiert: Max Wegner kam als zweite Spitze für den enttäuschenden Neuzugang Julian von Haacke, dessen Part auf der Doppelsechs neben Thilo Leugers Martin Wagner übernahm. Meppen mühte sich, bekam mehr Anteile, aber immer noch keine Chancen. „Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen“, stellte Neidhart fest. Er vermisste die Aktionen auf dem Platz, die dafür sorgen können, dass die Stimmung und damit auch ein Spiel noch kippen können.

Dotchev-Lob für Meppen

Dotchev lobte die Emsländer, die nie aufgegeben hätten. Es sei schwer gewesen, den Vorsprung zu verteidigen. „Meppen war sehr, sehr stark.“ Nette Worte, die aber nicht der Realität entsprachen. Denn mehr Ballbesitz bedeutet keinesfalls auch ein Plus an Torchancen. Davon gab es zumindest keine echte. Wegner köpfte zwar noch einmal auf das Rostocker Tor. Da hieß es aber schon 0:3. Nach einem Freistoß köpfte der eingewechselte Anton Donkor. Erik Domaschke erwischte den Ball erst hinter der Linie.

Eigentor zum 1:3

Für die Ergebniskorrektur in der Nachspielzeit sorgten die Rostocker selbst. Nach einem Schuss von Marco Komenda prallte der Ball vom Rücken von Kai Bülow ins Hansa-Tor. Das war kein Trost für den SVM, dessen Stürmer Deniz Undav und Max Wegner noch auf den ersten Saisontreffer warten. Zwei von fünf Toren in sechs Spielen verdanken die Meppener gegnerischen Spielern. Erstmals verzeichneten sie überhaupt keine echte Torchance. Das gab es in den vorherigen fünf Partien nicht

Domaschke wieder im Tor

Neidhart hatte sein Team im Vergleich zum starken 1:1 in Cottbus aus zwei Positionen geändert. Erik Domaschke, der für Jeroen Gies zwischen die Pfosten rückte, kam am sechsten Spieltag zum ersten Einsatz. Er hatte wegen eines Teilabrisses der Patellasehne lange pausiert, war aber nach einer Reha in Leipzig schnell wieder fit. Für Max Kremer, der in Cottbus erstmals in der Startelf stand, kam Marius Kleinsorge. Verletzt standen Luka Tankulic (Schulter-OP) und Marcel Gebers (Hüft-OP) nicht zur Verfügung.

Rostock ohne Neuzugang Ofosu-Ayeh

Zweimal stellte auch Dotchev im Vergleich zum 0:4 gegen Würzburg um. Neu ins Team kamen Willi Evseev und Merville Biankadi für Jonas Hildebrandt und den verletzten Nico Rieble. Zudem fehlten bei den Ostseestädtern Mirnes Pepic sowie die langzeitverletzten Eric Gründemann, Oliver Hüsing und Marcel Hilßner. Nicht dabei war auch Phil Ofosu-Ayeh. Hansa hatte den Rechtsverteidiger unmittelbar vor dem Ende der Transferperiode am Freitag verpflichtet. Der 26-Jährige wurde vom Premier-League-Aufsteiger Wolverhampton geliehen. Er hat für Erfurt, Duisburg, Aalen und Braunschweig Erfahrung der 2. und 3. Liga gesammelt und lief auch schon für den SV Wilhelmshaven auf. Dort war damals SVM-Coach Neidhart als Co-Trainer tätig.


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