1:0-Sieg gegen den VfR Aalen SVM-Trainer Neidhart: „Mannschaft hat sich belohnt“

Von Henning Harlacher


Meppen. Déjà-vu für den SV Meppen. Wie im Vorjahr feiert der SV Meppen seinen ersten Saisonsieg am vierten Spieltag der Saison. Trotz eines verschossenen Elfmeters konnten die Meppener gegen den VfR Aalen durch ein Tor von Thilo Leugers mit 1:0 gewinnen.

Bereits nach drei Minuten sorgte der quirlige Matthias Morys für einen ersten „Hallo-Wach“- Moment und setzte den Ball von der linken Seite am rechten Pfosten vorbei. Genau drei Minuten später kamen auch die Meppener durch den ehrgeizigen Luka Tankulic zu ihrer ersten Möglichkeit. Auch er zirkelte nur knapp am Tor vorbei.

Richtig laut wurde es, als Hassan Amin in der 12. Minute Max Wegner auf die Reise in den Sechzehner schickte, der auf Marius Kleinsorge weiterleitete und dieser am Fünfmeterraum unsanft gestoppt wurde. Schiedsrichter Bastian Börner zeigte direkt auf den Elfmeterpunkt. Während Thilo Leugers sofort abwinkte, übernahm Tankulic die Verantwortung. Sein Schuss prallte allerdings an den linken Pfosten. Nichts war es mit der sicher geglaubten Führung. Zwar netzte Leugers einen Nachschuss aus gut 25 Metern ein, aber Börner hatte bereits ein Offensivfoul von Max Wegner gepfiffen.

Mit dem Fehlschuss schien auch das Konzept der Meppener ein bisschen verloren gegangen zu sein. Die Gäste fanden immer besser in die Partie und hatten durch Patrick Schorr eine weitere Chance, der Meppen-Keeper Jeroen Gies mit einem Fernschuss prüfte. Für den Ersatzmann von Erik Domaschke war dies jedoch eine leichte Aufgabe. Nach knapp einer halben Stunde stand die Nummer 1 des SV Meppen gleich zweimal im Mittelpunkt, nachdem er zwei Bälle von Luca Schnellbacher, der alleine vor Gies auftauchte, reaktionsschnell abwehren und die Führung der Aalener verhindern konnte.

Der SVM hingegen versuchte es mit langen Bällen in die Spitze, was jedoch nur wenig fruchtete.

Erst ab der 40. Minute konnten die Meppener wieder mit herausgespielten Szenen glänzen. Zunächst flankte Wagner auf Steffen Puttkammer, doch der Verteidiger bekam beim Kopfballversuch zu wenig Druck hinter den Ball, um VfR-Keeper Daniel Bernhardt wirklich gefährlich zu werden. Direkt im Anschluss spielten die Meppener eine schöne Stafette mit Wagner, Leugers und Amin aus der eigenen Hälfte bis in den Sechzehner der Aalener. Amins Flanke auf Wegner passte perfekt, doch das runde Leder flog knapp am Tor vorbei.

Aber auch die Aalener steckten nicht auf und wollten noch vor der Halbzeit das Tor. Erneut war es Schnellbacher, der in der Partie zu vielen guten Chancen kam, jedoch keine nutzen konnte. Zur Halbzeit ging das Unentschieden somit in Ordnung, allerdings hätte es auch 3:3 stehen können. „Wir haben gut in die Partie gefunden und haben sie zunächst gut kontrolliert. Bis auf den Elfmeter hatten wir es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht“bilanzierte Aalen-Trainer Argirios Giannikis nach den 90 Minuten. Auch sein Gegenüber Christian Neidhart sah dies ähnlich: „Nach dem verschossenen Elfmeter hat man gemerkt, dass die Jungs nicht locker waren. Mit dem 0:0 sind wir glücklich in die Halbzeit, da Aalen in der ersten Hälfte zwei riesige Möglichkeiten hatte, die Jeroen Gies richtig gut hält.“

In der Halbzeit schien Trainer Christian Neidhart die richtigen Worte gefunden zu haben. Mit viel Schwung und guten Möglichkeiten vor dem Aalener Tor kamen die Meppener aus der Kabine. „In der Kabine habe ich zu meiner Mannschaft gesagt „Männer, man merkt deutlich, dass ihr Angst habt. Ihr habt nur eine Chance, wenn wir uns in das Spiel zurückkämpfen“,verriet der SVM-Coach auf der Pressekonferenz.

Vor allem Marius Kleinsorge, über dessen Seite in der ersten Hälfte nur wenig zustande kam, sorgte für schlechte Laune bei den Gästen aus Baden-Württemberg. Die Meppener hatten alleine durch Amin, Wegner oder auch einem Fernschuss von Leugers mehrere gute Möglichkeiten in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit. Aber auch die Aalener gaben nicht auf, sodass sich für die 5103 Zuschauer in der Hänsch-Arena eine spannende Partie entwickelte.

In der 68. Minute kamen Thorben Deters und Deniz Undav für Marius Kleinsorge und Max Wegner. Vor allem Deters fand gut in die Partie und versuchte Verantwortung zu übernehmen. Der VfR fand immer weniger statt. So war es dann nur die logische Konsequenz, als Thilo Leugers sich in der 83. Minute ein Herz packte und aus gut 20 Metern den Ball platziert in die linke untere Ecke nagelte. Das Stadion entwickelte sich in ein Tollhaus. Auch Neidhart und Co-Trainer Mario Neuhaus liefen auf den Platz. „In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Spielanteile. Durch das 1:0 hat sich die Mannschaft natürlich belohnt. Wenn wir nicht gewonnen hätten, wäre der Rucksack schon wieder richtig groß gewesen und deswegen sind wir sehr froh, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten“, so Neidhart.

Nach dem Führungstreffer gaben die Meppener weiterhin Gas und konnten Konter der Aalener unterbinden. Am Ende gingen die Blau-Weißen zurecht als Sieger vom Feld. „In der zweiten Hälfte haben wir zu passiv agiert. Meppen hat uns den Schneid abgekauft“, erklärte Giannikis warum die drei Punkte zurecht in Meppen blieben.


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