Nach Last-Minute-Pleite gegen Uerdingen SV Meppen hofft nach Genickschlag auf ein Déjà-vu

Von Dieter Kremer


Meppen Zum ersten Mal getroffen, zweimal in Führung gelegen, aber nach der Gelb-Roten Karte gegen Patrick Posipal in letzter Sekunde verloren – Wunden lecken heißt es beim SV Meppen nach der 2:3-Pleite beim Aufsteiger KFC Uerdingen.

In Duisburg legten die Meppener beim hoch gehandelten Neuling einen leidenschaftlichen und mutigen Auftritt hin. Keine Anzeichen von Unsicherheit nach der 0:2-Derbyniederlage gegen den VfL Osnabrück und dem torlosen Remis zum Auftakt in Lotte. Die drei Umstellungen von Trainer Christian Neidhart griffen: Steffen Puttkammer gab der Abwehr als Innenverteidiger Halt, ebenso Patrick Posipal auf der Sechs. Dafür rückte Martin Wagner auf die Zehn. Mittelstürmer Max Wegner opferte sich in der Spitze auf, ging viele Wege und verweigerte keinen Zweikampf. Allerdings ließen die Emsländer ihre Konterchancen allzu fahrlässig liegen. „Da hätten wir sicherlich – auch in Unterzahl – den Deckel draufmachen können“, gesteht Wegner. Weil man das nicht gemacht habe, sei man bestraft worden.

Als Neidhart seine Spieler nach dem Schlusspfiff im Mittelkreis um sich versammelte, sprach er genau jenes Thema an, wie Linksaußen Nico Granatowski bestätigte. „Die Konter musst du einfach abgezockter ausspielen“, ärgert sich der Torschütze zum 1:2-Zwischenstand.

Meppens Spieler waren sich einig: „Wir dürfen heute niemals als Verlierer vom Platz gehen“, hadert Martin Wagner mit dem Resultat. Im Moment werde man nicht belohnt, was man schleunigst ändern müsse. „Das Spiel darfst du eigentlich nie verlieren“, stimmt Teamkollege Hassan Amin seinem Kapitän zu. Erkennt aber auch: „Wir müssen uns in beide Richtungen verbessern: vorne und hinten.“

Niedergeschlagen saßen die Meppener hinterher in der Kabine. „Wir haben jetzt das dritte Spiel leichtfertig aus der Hand gegeben, weil wir unsere guten Möglichkeiten nicht genutzt haben“, bilanziert Neidhart. Dreimal sei man durch Marco Komenda und Max Wegner aus fünf oder sieben Metern frei zum Kopfball gekommen. Zudem habe man Riesenkontersituationen durch Max Wegner, Max Kremer und Mirco Born gehabt. „Und wir haben alle im letzen Drittel schlecht ausgespielt.“

Kämpferisch konnte und wollte Meppens Trainer seinen Akteuren keinen Vorwurf machen. „Deswegen ist es bitter, dass wir wieder erklären müssen, warum, wieso und weshalb es nicht geklappt hat.“ Im Moment fehle die Kaltschnäuzigkeit, aus den vorhandenen Möglichkeiten mehr zu machen.

Dass die Gegentore zu leicht fielen, verschwieg Neidhart nicht. „Da muss ich mit allem verteidigen, was ich habe“, fordert der 49-Jährige mehr Konsequenz im Zweikampf. „Das haben wir nicht gemacht, und deshalb stehen wir mit leeren Händen da.“

Bleibt dem SV Meppen die Hoffnung darauf, dass sich Geschichte wiederholt. Die Hoffnung auf ein Déjà-vu. Auch im Vorjahr standen die als Absteiger gehandelten Emsländer als Neuling mit nur einem Punkt nach drei Begegnungen da, ehe in Rostock mit 2:1 der Befreiungsschlag gelang. Am Ende schloss Meppen die Spielzeit als bester Aufsteiger auf Platz sieben ab. Samstag lautet der Gegner nicht Rostock, sondern VfR Aalen. Der Ausgang soll aber der Gleiche sein. „Wir sind im letzten Jahr auch erst am 4. Spieltag mit einem Sieg gestartet“, so Granatowski. „Wir müssen uns einfach berappeln und punkten“, so Neidhart.


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