Glückliches Uerdinger 3:2 Gegen Meppen erster Liga-Sieg im Duisburger Exil

Von Uli Mentrup

Fremdeln noch mit den Heimspielen  im Duisburger Exil: Die Fans vom KFC Uerdingen beim Heimspiel gegen den SV Meppen. Foto: ScholzFremdeln noch mit den Heimspielen im Duisburger Exil: Die Fans vom KFC Uerdingen beim Heimspiel gegen den SV Meppen. Foto: Scholz

Duisburg Der SV Meppen kennt den Stellenwert der heimischen Hänsch-Arena und die damit verbundene Fan-Unterstützung. Für Drittligaaufsteiger KFC Uerdingen war die Grotenburg eine Festung. Doch jetzt muss er seine Heimspiele in Duisburg austragen, weil das Krefelder Stadion erst an die neue Umgebung angepasst werden muss.

Rund 20 Kilometer Fahrstrecke trennen die Grotenburg und die Schauinsland-Reisen-Arena. Doch für die Uerdinger sind das Welten. Folgerichtig sprach Trainer Stefan Krämer von 38 Auswärtsspielen für seine Mannschaft, zumal die KFC-Anhänger nicht gewohnt nah am Rasen stehen, sondern im Oberrang untergebracht sind.

Serie beim Liga-Start gerissen

Nach der gelungenen Premiere in der Relegation gegen Waldhof Mannheim, das mit dem jetzigen Meppener Hassan Amin 0:1 verlor, riss ausgerechnet beim Drittligastart eine imposante Serie: Nach 18 Spielen ohne Niederlage, davon zwölf Siege in Serie, folgte ein 1:3 gegen Unterhaching. 40 Heimpartien hatte Uerdingen nicht mehr verloren. Diese Serie endete nach 28 Monaten!

Umbau der Grotenburg für 8,7 Millionen Euro

Beim zweiten Heimspiel im Duisburger Exil wollte der KFC mit einem Sieg gegen Meppen die Statistik wieder zurechtrücken. Das gelang beim glücklichen 3:2. Das erste echte Heimspiel hat Uerdingen vermutlich erst nächste Saison. Die alte Grotenburg muss erst für geschätzte 8,7 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden, um den DFB-Anforderungen zu genügen.

„Die kochen auch nur mit Wasser“

Der KFC hat kräftig in die eigene Mannschaft investiert, etwa in den 30-jährigen Fußball-Weltmeister von 2014, Kevin Großkreutz (Dortmund, Stuttgart). Davon zeigte sich der neun Jahre jüngere Meppener Marco Komenda wenig beeindruckt. „Na klar ist es etwas Besonderes gegen solche Spieler zu spielen.“ Aber auf dem Platz sei das kein Thema. Der Innenverteidiger, der bis zur U16 im Mittelfeld auflief, hat sich schon als Jugendlicher bei größeren Hallenturnieren gesagt, „die kochen auch nur mit Wasser. Mir ist es egal, gegen wen ich spiele.“ Abwehrspieler Großkreutz, der gemeinsam mit SVM-Geschäftsführer Ronald Maul bei RW Ahlen kickte, lief ihm selten über den Weg, aber die ehemaligen Erstligaspieler Stefan Aigner (Frankfurt, Bielefeld) und Maximilian Beister (Mainz, Hamburg), den er noch aus den Duellen mit der U23 von Borussia Mönchengladbach kennt, schon häufiger.

Komenda: Mit Kramer trainiert und gespielt

Bei den Fohlen vom Niederrhein hat Komenda mit Weltmeister Christoph Kramer trainiert und auch einige Spiele bestritten. Höhepunkt war der Einsatz beim Telekom-Cup gegen Hoffenheim. Ein Vorbild hat der Meppener nicht, sein letztes war in früher Jugend der brasilianische Ronaldo (Mailand, Madrid, Barcelona). „Aber es gibt einige Spieler, von denen ich mir etwas abschaue,“ verrät er.


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